Antrag Duale Karriere 2024: Spitzensport darf nicht am Studienplatz scheitern

KW 20/2024 · AK-Aktuell · Dienstag, 14.05.2024

Kurz gesagt: Mit dem Antrag 20/11394 forderte die AfD-Fraktion im Mai 2024 bessere Bedingungen für die Duale Karriere: feste Vorabquoten für Leistungssportler an allen Hochschulen, auch in Medizin, mehr Partnerhochschulen, mehr Laufbahnberater und Anreize für Betriebe.1, 2 Der Sportausschuss empfahl die Ablehnung, der Antrag erledigte sich mit dem Ende der Wahlperiode.3, 4 Wir haben das Thema 2026 wieder auf den Tisch gelegt.

Antrag Duale Karriere: Spitzensport darf nicht am Studienplatz scheitern

In den meisten Sportarten können selbst Olympiasieger nicht von ihrem Sport leben. Am Ende der Schulzeit stellt sich deshalb für jeden Nachwuchsathleten die Frage: Sport oder Beruf? Zu oft fällt die Entscheidung gegen den Leistungssport.1 Hier liest Du, was die Fraktion damals beantragt hat und was daraus wurde.

Faktenlage

  • Programm vorhanden, Umsetzung lückenhaft: Der DOSB hat 2013 ein 10-Punkte-Programm zur Dualen Karriere erarbeitet und als Programm 2021-2028 fortgeschrieben. Laut Antrag braucht es dennoch deutliche Verbesserungen.2
  • Vorabquote mit Lücken: 13 Länder regeln eine Vorabquote für Leistungssportler im Hochschulzulassungsrecht. Die Fächer Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin sind davon ausgenommen.2
  • Zu wenige Partnerhochschulen: Von 423 Hochschulen im Wintersemester 2022/2023 zählten rund 200 zu den Partnerhochschulen des Spitzensports.2
  • Zu wenige Laufbahnberater: Trotz Aufwuchs auf 44 Berater fehlt es an flächendeckender Betreuung.2
  • Hochschulsport außen vor: Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) war an der Weiterentwicklung des 10-Punkte-Programms nicht beteiligt.1

Was die Fraktion mit dem Antrag forderte

Die Bundesregierung sollte sich gemeinsam mit den Ländern einsetzen für:2

  • landesspezifische Vorabquoten Leistungssport bei der Vergabe von Studienplätzen,
  • eine Vorabquote bei der Stiftung für Hochschulzulassung für Medizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin,
  • einfachere Regeln beim Wechsel von Studiengang oder Studienort,
  • flächendeckende Partnerhochschulen des Spitzensports mit je einer Stelle für einen Leistungssportverantwortlichen, finanziert über ein Bundesförderprogramm,
  • ein Gesamtkonzept mit dem DOSB mit klaren Regeln und Abläufen,
  • Anreize und Recruiting-Hilfen für Firmen, die Leistungssportler ausbilden und einstellen,
  • mehr Stellen für Laufbahnberater und die Einbindung des adh,
  • die Möglichkeit für Hochschulen, Sportereignisse zu vermarkten und mit der Wirtschaft zu kooperieren.

Warum das wichtig ist

80 Prozent der Leistungssportler haben die Hochschulreife und wollen studieren.2 Wer nicht zu Bundeswehr, Bundespolizei, Zoll oder Landespolizei geht, hängt vom Wohlwollen einzelner Dozenten und Arbeitgeber ab. Das kostet Talente. Für uns ist klar: Ein Land, das Medaillen erwartet, muss seinen Athleten eine berufliche Zukunft sichern. Ohne Plan für die Zeit nach dem Sport gibt es keinen Plan für die Spitze.

Wie es damals weiterging

Der Bundestag überwies den Antrag am 16. Mai 2024 ohne Aussprache federführend an den Sportausschuss, mitberatend an den Haushaltsausschuss, den Ausschuss für Arbeit und Soziales und den Bildungsausschuss.5 Am 5. Juni 2024 stellte die Fraktion die Meldung zum Antrag erneut auf ihre Seite.6

Was daraus wurde

Der Sportausschuss empfahl am 26. Juni 2024 mit der Beschlussempfehlung 20/12012 die Ablehnung. Dafür stimmten SPD, CDU/CSU, Grüne, FDP und die Gruppe Die Linke, dagegen die AfD.3 Zur abschließenden Abstimmung im Plenum kam es nicht mehr. Der Vorgang ist im DIP als „Erledigt durch Ablauf der Wahlperiode“ geführt.4

Erledigt ist das Problem damit nicht. In der 21. Wahlperiode haben wir die Forderungen mit dem Antrag 21/6358 erneut eingebracht.7

Fazit

Die Forderungen von 2024 waren konkret und knüpften am 10-Punkte-Programm des DOSB an. Die anderen Fraktionen haben sie trotzdem abgelehnt. Wir bleiben dran: Vorabquote überall, Partnerhochschulen überall, Laufbahnberater an jedem Stützpunkt.

Häufige Fragen

Was ist die Duale Karriere?
Die Verbindung von Leistungssport mit Studium oder Ausbildung, damit Athleten nach dem Sport eine gesicherte berufliche Existenz haben.2

Was ist eine Vorabquote?
Ein Anteil an Studienplätzen, der vorab für bestimmte Gruppen reserviert wird, hier für Leistungssportler. Medizin und verwandte Fächer waren davon ausgenommen.2

Warum wurde der Antrag nicht beschlossen?
Der Sportausschuss empfahl die Ablehnung. Eine Schlussabstimmung im Plenum gab es bis zum Ende der Wahlperiode nicht.3, 4

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Duale Karriere im Spitzensport weiterentwickeln, 14.05.2024. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/11394: Antrag der Fraktion der AfD „Duale Karriere im Spitzensport weiterentwickeln“, 14.05.2024. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/12012: Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zu dem Antrag auf Drucksache 20/11394, 27.06.2024. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  4. Deutscher Bundestag, DIP: Vorgang „Duale Karriere im Spitzensport weiterentwickeln“, Vorgangsnummer 311912, Stand: Erledigt durch Ablauf der Wahlperiode. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  5. Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 20/169 vom 16.05.2024, S. 21761 (Überweisung der Drucksache 20/11394). PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  6. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Duale Karriere im Spitzensport weiterentwickeln (erneute Veröffentlichung), 05.06.2024. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  7. sportfrei.de: Antrag Duale Karriere: Spitzensportler brauchen Studium und Beruf, 09.06.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩

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