KW 39/2019 · AK-Aktuell · Donnerstag, 26.09.2019
Kurz gesagt: Im September 2019 bekräftigte die AfD-Bundestagsfraktion ihre Forderung, E-Sport rechtlich als Sportart anzuerkennen und ehrenamtliche Jugendarbeit zu fördern.1 Seit 2025 gilt E-Sport im Gemeinnützigkeitsrecht als Sport. Eine bundesweit einheitliche Verwaltungspraxis fehlt aber noch.2, 3
E-Sport: Konzepte statt Kampfbegriffe
Im Herbst 2019 wurde über E-Sport heftig gestritten. Ein hessischer CDU-Landesminister wollte den Begriff „ausradieren“, so gab es die Pressemitteilung wieder. Wir hielten dagegen: Wer junge Leute erreichen will, braucht Vereine, Trainer und Regeln, keine Kampfbegriffe.1 Du liest hier, was wir gefordert haben und wo das Thema heute steht.
Faktenlage
Am 26. September 2019 äußerte sich Joana Cotar, damals digitalpolitische Sprecherin der AfD-Bundestagsfraktion. Sie bekräftigte die Forderung nach rechtlicher Anerkennung des E-Sports als Sportart.1 Die Pressemitteilung kritisierte zudem den E-Sport-Bund Deutschland, er befasse sich zu oft mit politischen Projekten statt mit der Förderung des E-Sports. Zur Veranstaltung „Politik trifft eSport“ der Electronic Sports League wurde Cotar nach Angaben der Pressemitteilung wieder ausgeladen.1
Als Vorbild nannte die Pressemitteilung den Antrag der AfD-Fraktion im Hessischen Landtag „Hessen zu einem attraktiven Zukunftsstandort für eSports machen“ auf Drucksache 20/1100.1 Der Antrag vom 27. August 2019 stellt fest, dass E-Sport einen immer größeren gesellschaftlichen Stellenwert hat und in Hessen viele E-Sport-Vereine entstanden sind. Er nimmt die Autonomie des organisierten Sports ausdrücklich zur Kenntnis.4
Was wir forderten
- Rechtliche Anerkennung des E-Sports als Sportart.1
- Professionalisierung des E-Sports und verantwortlicher Umgang mit digitalen Medien.1
- Förderung der ehrenamtlichen Jugendarbeit in Vereinen.1
- Eine Wirtschaftspolitik, die Deutschland als E-Sport-Standort attraktiv macht.1
In der Pressemitteilung hieß es wörtlich: „Wir würden damit einen betreuten Rahmen für junge Menschen schaffen, anstatt sie den egoistischen Interessen der Spieleindustrie zu überlassen.“1
Warum das wichtig ist
Ein Verein ist mehr als ein Ort zum Spielen. Hier gibt es Trainer, Regeln, Ehrenamt und Verantwortung. Genau das fehlt, wenn Jugendliche allein vor dem Bildschirm sitzen. Wer E-Sport pauschal verteufelt, treibt sie aus den Strukturen heraus, die sie schützen. Wie wichtig das Ehrenamt für den ganzen Sport ist, haben wir auf sportfrei.de beschrieben.5
Was daraus wurde
Mit dem Steueränderungsgesetz 2025 wurde § 52 der Abgabenordnung geändert: Schach und E-Sport gelten im Gemeinnützigkeitsrecht als Sport.6, 2 Die AfD-Fraktion enthielt sich im Finanzausschuss, weil ohne klare Definition auch Egoshooter gemeinnützig werden könnten.2
In der Praxis ist noch nicht alles geregelt. Auf eine Schriftliche Frage antwortete das Bundesfinanzministerium am 6. August 2026: Über die Verwaltungspraxis der Finanzämter seit Jahresbeginn liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. Der Anwendungserlass zu § 52 soll ergänzt werden, ein Zeitplan steht noch nicht fest.3
Weitere Rückblicke zum E-Sport auf sportfrei.de: E-Sport ist Sport: Anerkennung statt Konkurrenz zum Rasen7; E-Sport im Bundestag: Gemeinnützigkeit ja, Ideologie nein8; E-Sport als Chance: Junge Leute über den Bildschirm in den Verein holen9; E-Sport und Politik: Wettkämpfe ohne Ausschluss ganzer Nationen10.
Fazit
Die Forderung von 2019 ist im Steuerrecht teilweise umgesetzt. Jetzt braucht es klare Regeln: Was ist E-Sport, was nicht, und wie wird der Jugendschutz gesichert? Vereine brauchen Rechtssicherheit, keine Auslegung von Finanzamt zu Finanzamt.
Häufige Fragen
Was forderte die AfD-Fraktion im September 2019?
Die rechtliche Anerkennung des E-Sports als Sportart und die Förderung ehrenamtlicher Jugendarbeit.1
Was steht im hessischen AfD-Antrag 20/1100?
Er will Hessen zu einem attraktiven Standort für E-Sport machen und verweist auf die vielen neuen E-Sport-Vereine im Land.4
Gibt es bundesweit einheitliche Regeln für E-Sport-Vereine?
Noch nicht. Der Anwendungserlass zu § 52 der Abgabenordnung soll ergänzt werden.3
Quellen
- AfD-Bundestagsfraktion: Cotar: E-Sport sollte nicht ‚ausradiert‘, sondern konstruktiv gefördert werden, Pressemitteilung vom 26.09.2019. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
- Deutscher Bundestag: Drucksache 21/3104, Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zum Entwurf eines Steueränderungsgesetzes 2025, 03.12.2025. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
- Deutscher Bundestag: Drucksache 21/7509, Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 3. August 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung, Frage 8 zur Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen, Antwort vom 6. August 2026. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
- Hessischer Landtag: Drucksache 20/1100, Antrag der Fraktion der AfD „Hessen zu einem attraktiven Zukunftsstandort für eSports machen“, 27.08.2019. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
- sportfrei.de: Ehrenamt im Sport stärken: Wie wir für die Sportnation Deutschland kämpfen, 06.03.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- Deutscher Bundestag: Drucksache 21/1974, Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Steueränderungsgesetzes 2025, 06.10.2025. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: E-Sport ist Sport: Anerkennung statt Konkurrenz zum Rasen, 06.03.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: E-Sport im Bundestag: Gemeinnützigkeit ja, Ideologie nein, 09.11.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: E-Sport als Chance: Junge Leute über den Bildschirm in den Verein holen, 09.09.2022. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: E-Sport und Politik: Wettkämpfe ohne Ausschluss ganzer Nationen, 05.09.2023. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩


