Bundesliga-Rechte: Breite des Sports statt Millionen für den Profifußball

KW 23/2020 · AK-Aktuell · Mittwoch, 03.06.2020

Kurz gesagt: Im Juni 2020 vergab die Deutsche Fußball Liga die Medienrechte für die Spielzeiten ab 2021. Die AfD-Fraktion forderte ARD und ZDF auf, ihre Gebote für Übertragungsrechte zurückzuziehen und stattdessen die Breite des Sports zu zeigen.1 Am Ende sicherten sich beide Sender erneut die Zusammenfassungen in „Sportschau“ und „Aktuellem Sportstudio“.2

Bundesliga-Rechte und Rundfunkbeitrag: Breite des Sports statt Millionen für den Profifußball

Du zahlst den Rundfunkbeitrag, ob Du Fußball schaust oder nicht. Deshalb ist die Frage berechtigt, wofür ARD und ZDF das Geld im Sport ausgeben. 2020 stand die Vergabe der Bundesliga-Rechte an. Hier liest Du, was wir damals gefordert haben und was aus der Vergabe wurde.

Faktenlage

Ende der ersten Juniwoche 2020 sollte das Bieterverfahren für die TV-Rechte der Bundesligen für die Spielzeiten 2021 bis 2025 abgeschlossen werden. Die AfD-Fraktion forderte die öffentlich-rechtlichen Anstalten auf, ihre Gebote zurückzuziehen und höchstens noch für Nachverwertungsrechte zu bieten.1

Jörn König, damals Obmann der AfD-Fraktion im Sportausschuss, erklärte in der Pressemitteilung: „Die ohnehin schnellstens abzuschaffenden Zwangsbeiträge der Bürger dürfen nicht zur Finanzierung von Fußball-Millionären verwendet werden.“ Andreas Mrosek, damals ebenfalls Mitglied im Sportausschuss, ergänzte, die Öffentlich-Rechtlichen sollten „verstärkt die Breite und Vielfalt des Sports in Deutschland in ihren Programmen präsentieren“.1

Was wir fordern

  • Kein Wettbieten mit Beitragsgeld um Profifußball, den private Sender und Bezahlanbieter ebenso zeigen können.1
  • Mehr Sendezeit für Sportarten, die sonst kaum stattfinden: Leichtathletik, Turnen, Rudern, Behindertensport, Vereinssport.
  • Offenlegung, wie viel Beitragsgeld in Sportrechte fließt.

Warum das wichtig ist

Spitzensport motiviert den Breitensport, aber nur, wenn man ihn sieht. Viele olympische Sportarten tauchen im Fernsehen nur alle vier Jahre auf. Für Vereine, die Nachwuchs suchen, ist Sichtbarkeit entscheidend. Der öffentlich-rechtliche Auftrag sollte genau dort ansetzen, wo der Markt nicht hinschaut. Starke Vereine und ein breites Angebot sind die Basis des Sportstandorts Deutschland.3

Was daraus wurde

Die DFL gab die Ergebnisse am 22. Juni 2020 bekannt. Live-Spiele liefen ab 2021 vor allem bei Sky (200 Spiele) und DAZN (106 Spiele). Sat.1 kaufte ein kleines Free-TV-Paket mit neun Spielen pro Saison. ARD und ZDF sicherten sich Rechtepakete für die Zusammenfassungen in „Sportschau“ und „Aktuellem Sportstudio“ bis 2025.2 Die Ausgaben für Sportrechte blieben in der Debatte. Im Februar 2025 erklärte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky, der Gesamtetat für den Sportrechte-Erwerb sei für die kommenden vier Jahre noch einmal um über fünf Prozent reduziert worden.4

Fazit

Die Sender haben 2020 nicht auf Bundesliga-Rechte verzichtet. Der Druck, sparsamer mit Beitragsgeld umzugehen, ist seitdem gewachsen. Unser Maßstab bleibt: Beitragsgeld gehört in die Breite des Sports, nicht in Bieterschlachten um den Profifußball.

Häufige Fragen

Welche Sender zeigen die Bundesliga ab 2021?
Live vor allem Sky und DAZN, dazu neun Free-TV-Spiele bei Sat.1. Zusammenfassungen laufen in „Sportschau“ und „Aktuellem Sportstudio“.2

Was forderte die AfD-Fraktion 2020?
Den Rückzug der Gebote von ARD und ZDF für Übertragungsrechte und mehr Programm für die Breite des Sports.1

Sparen ARD und ZDF bei Sportrechten?
Nach Angaben der ARD wurde der Etat für Sportrechte für die kommenden vier Jahre um über fünf Prozent reduziert.4

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: König/Mrosek: Keine Zwangsgebühren für Fußball-Millionäre – Öffentlich-Rechtliche sollen Gebote für Bundesliga-Rechte zurückziehen, Pressemitteilung, 03.06.2020. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  2. HORIZONT (dpa): Bundesliga-Rechte: Sat.1 kauft Live-Rechte für Bundesliga-Spiele, 22.06.2020. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  3. sportfrei.de: Breitensport stärken: Ohne starke Vereine kein starker Sportstandort Deutschland, 13.07.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  4. Börse Online (dpa-AFX): ARD/ZDF: Weiterverkauf von Sport-Rechten an Pay-TV möglich, Interview mit ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky und ZDF-Sportchef Yorck Polus, 19.02.2025. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩

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