Plenum am 24.09.2025: Sporthaushalt 2026 wächst, doch die Länder lassen den Sport hängen

Jörn König, AfD
Thomas Korell, AfD

KW 39/2025 · Parlament · Mittwoch, 24.09.2025

Sporthaushalt 2026: Mehr Geld vom Bund, aber die Länder lassen den Sport hängen

Du willst wissen, was der Bund 2026 für Sport und Ehrenamt ausgeben will? Am 24.09.2025 hat der Bundestag in seiner 27. Sitzung den Sporthaushalt 2026 in erster Lesung beraten, als Teil des Einzelplans 04 (Bundeskanzler und Bundeskanzleramt).1 Für unseren Arbeitskreis sprachen Jörn König und Thomas Korell. Ihre Botschaft: Ein Plus im Bundesetat reicht nicht, solange Länder sparen und Sportstätten verfallen.

Das Wichtigste zum Sporthaushalt 2026 in Kürze

  • Beraten wurde der Regierungsentwurf zum Haushaltsgesetz 2026 (Drucksache 21/600) mit dem Finanzplan des Bundes 2025 bis 2029 (Drucksache 21/601).2, 3
  • Im Entwurf stehen für das Kapitel Sport und Ehrenamt rund 359,5 Millionen Euro, davon rund 345,9 Millionen Euro für den Sport und rund 13,3 Millionen Euro für Ehrenamt und Engagement.2
  • Jörn König forderte, die Länder bei der Sportfinanzierung in die Pflicht zu nehmen, und kündigte rund zehn Änderungsanträge unserer Fraktion an.1
  • Thomas Korell nannte die Sportmilliarde angesichts von mehr als 40 Milliarden Euro Sanierungsstau unzureichend.1
  • Laut Tagesordnung war die Überweisung beider Vorlagen an den Haushaltsausschuss vorgeschlagen.1

Was ist passiert

Am Mittwoch, 24.09.2025, setzte der Bundestag die erste Beratung des Bundeshaushalts 2026 unter Tagesordnungspunkt 1 fort. Den Auftakt bildete der Einzelplan 04, der Geschäftsbereich des Bundeskanzlers und des Bundeskanzleramts.1 Dort ist das Kapitel 0416 der neu eingerichteten Staatsministerin für Sport und Ehrenamt veranschlagt.2

Die Aussprache begann als Generaldebatte und ging dann in die Fachteile Kultur, Sport und Ehrenamt über. Für die Vorlagen lautete der Überweisungsvorschlag laut Tagesordnung jeweils: Haushaltsausschuss. Eine Abstimmung fand in dieser Aussprache nicht statt.1

Die Drucksachen

  • Drucksache 21/600 – Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2026 (Haushaltsgesetz 2026 – HG 2026) – Bundesregierung, 15.08.20252
  • Drucksache 21/601 – Unterrichtung: Finanzplan des Bundes 2025 bis 2029 – Bundesregierung, 01.09.20253

Was unsere Redner gesagt haben

Jörn König ordnete die Zahlen ein: Das Budget für den Spitzensport steige laut Regierungsentwurf um 3,6 Prozent auf rund 346 Millionen Euro. Das sei relativ erfreulich, aber nicht der große Wurf, den die Koalition darin sehe.1 Er kündigte rund zehn Haushaltsanträge an, darunter einen Sonderfonds für Mütter im Spitzensport und einen Liquiditätsfonds, damit Verbände Reisen und Trainingslager früher buchen können.4

Den Kern seiner Rede bildete die Finanzierung durch die Länder. 2005 trugen sie laut König 22,5 Prozent zur Gesamtfinanzierung des Sports bei, die Kommunen 75 Prozent. 2015 lag der Länderanteil nur noch bei 15 Prozent, die Kommunen schulterten über 80 Prozent.1 Von der Staatsministerin verlangte er, die Länder auf der Sportministerkonferenz am 16. Oktober in die Pflicht zu nehmen: „Bringen Sie Ergebnisse mit und keine Fotos!“ (Plenarprotokoll 21/27, S. 2842 A).1

Als Lösung nannte König die Erfahrung aktiver und ehemaliger Weltklassesportler: „Lasst die Sportler ran! Lasst die Fachleute ran! Lasst die Politiker draußen!“ (Plenarprotokoll 21/27, S. 2842 B).1

Thomas Korell stellte den Sanierungsstau in den Mittelpunkt: gesperrte Turnhallen, Schwimmbäder im Notbetrieb, abgenutzte Sportplätze. Allein Nordrhein-Westfalen komme auf 3,5 Milliarden Euro, bundesweit sprächen kommunale Spitzenverbände und organisierter Sport von mehr als 40 Milliarden Euro.1

Zur Sportmilliarde sagte Korell: „Sie klingt nach einem großen Wurf, ist es aber nicht.“ (Plenarprotokoll 21/27, S. 2845 D). Nach seiner Darstellung werde sie auf vier Jahre aufgeteilt, am Ende bleibe nicht viel übrig. Als Maßstab verwies er auf die Bäderallianz Deutschland, die 1 Milliarde Euro pro Jahr über zwölf Jahre gefordert hat. Sein Ziel: Leistung und Medaillen statt Symbolpolitik.5

So haben die anderen Fraktionen argumentiert

CDU/CSU: Stephan Mayer sprach von einem Rekordsporthaushalt von rund 346 Millionen Euro. Die Mittel für das Leistungssportpersonal stiegen von 55,3 auf 57,5 Millionen Euro. Die Sportmilliarde sei ein wichtiges Signal für marode Hallen und Bäder, zudem unterstützte er die Olympiabewerbung.1 Kerstin Radomski betonte die vorrangige Verantwortung der Länder und verwies auf den Ehrenamtspakt der Bundesregierung.1

SPD: Dr. Philipp Rottwilm nannte Investitionen in Sportstätten als Teil des Investitionsprogramms der Koalition.1

Grüne: Leon Eckert begrüßte 2,8 Millionen Euro für das Zentrum Safe Sport, forderte aber Durchgriffsrechte und notfalls Auflagen bei Fördermitteln. Beim Ehrenamt warnte er vor einem Zwangsdienst und setzte auf freiwilliges Engagement.1

Die Linke: Christian Görke kritisierte, dass die Hälfte der Kaderathleten nur 800 Euro im Monat von der Sporthilfe erhalte, und forderte eine Mindestförderung von 1.800 Euro. Für die Sportmilliarde stünden bis 2028 insgesamt nur 330 Millionen Euro im Haushalt.1

Warum das wichtig ist

Die Sportmittel des Bundes zielen vor allem auf den Spitzensport.2 Hallen, Plätze und Bäder bezahlen vor allem Kommunen und Länder. Wenn die Länder ihren Anteil zurückfahren, trifft das direkt Deinen Verein: Hallenzeiten fallen weg, Beiträge steigen, Ehrenamtliche verwalten den Mangel.

Für Athleten und Trainer zählt Planbarkeit. Ein Verband, der Trainingslager nicht früh buchen kann, zahlt mehr und trainiert schlechter. Eine Sportlerin, die Mutter wird, darf nicht aus der Förderung fallen. Spitzensport braucht verlässliche Rahmenbedingungen, sonst bleibt Deutschland bei Olympia im Mittelfeld.

Was wir fordern

  • Länder in die Pflicht: Der Länderanteil an der Sportfinanzierung muss mindestens wieder auf das Niveau von 2005 steigen, also 22,5 Prozent.
  • Sportministerkonferenz mit Ergebnis: Bund und Länder legen eine verbindliche Aufgaben- und Finanzierungsverteilung vor, mit Zahlen und Fristen.
  • Sonderfonds für Mütter im Spitzensport: Förderung läuft während Schwangerschaft und Rückkehr weiter.
  • Liquiditätsfonds für Verbände: Reisen und Trainingslager früh buchen, Kosten senken.
  • Sanierung mit echtem Volumen: Sportstättenmittel im Haushalt klar ausweisen und am Bedarf messen, den Bäderallianz und Sport mit mehr als 40 Milliarden Euro beziffern.
  • Fachleute an die Spitze: Erfahrene Weltklassesportler und Trainer in die Steuerung der Spitzensportförderung, weniger Verwaltung.
  • Förderung mit Kontrolle: Jeder Förderposten bekommt ein messbares Ziel, jährlich überprüft.

Fazit

Der Sporthaushalt 2026 bringt mehr Geld vom Bund. Das ist gut, löst aber das Grundproblem nicht: Die Länder haben ihren Anteil am Sport gekürzt, die Kommunen tragen die Last, die Sportstätten verfallen. Unsere Redner haben das im Plenum klar benannt.

Wir bringen unsere Änderungsanträge in die Haushaltsberatungen ein und messen die Regierung an Ergebnissen, nicht an Ankündigungen. Mehr zu unseren Haushaltsforderungen findest Du in unserem Beitrag zum Sporthaushalt 20276, zum Zustand der Anlagen in unserem Beitrag über verfallende Sportstätten.7 Sprich Deine Abgeordneten im Land an. Sport frei!

Quellen

  1. Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 21/27, Stenografischer Bericht der 27. Sitzung, 24.09.2025. https://dserver.bundestag.de/btp/21/21027.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  2. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/600, Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2026 (Haushaltsgesetz 2026 – HG 2026), 15.08.2025. https://dserver.bundestag.de/btd/21/006/2100600.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/601, Unterrichtung durch die Bundesregierung, Finanzplan des Bundes 2025 bis 2029, 01.09.2025. https://dserver.bundestag.de/btd/21/006/2100601.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩
  4. Deutscher Bundestag, Mediathek: Rede von Jörn König (AfD), 27. Sitzung, 24.09.2025. https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7636179 (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  5. Deutscher Bundestag, Mediathek: Rede von Thomas Korell (AfD), 27. Sitzung, 24.09.2025. https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7636185 (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  6. sportfrei.de: 30. Sitzung Sportausschuss am 23.09.2026: Sporthaushalt 2027 – mehr Geld für Athleten, 24.09.2026. https://sportfrei.de/ausschuss/sporthaushalt-2027-afd-aenderungsantraege-einzelplan-04/ (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  7. sportfrei.de: Deutschlands Sportstätten verfallen – und mit ihnen die Zukunft unseres Sports, 24.03.2026. https://sportfrei.de/ak-aktuell/deutschlands-sportstaetten-verfallen-und-mit-ihnen-die-zukunft-unseres-sports/ (abgerufen am 13.10.2026) ↩

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