Plenum am 09.10.2025: 40 Milliarden für marode Sportstätten statt Flickwerk

Lars Schieske, AfD
Jörn König, AfD
Thomas Korell, AfD

KW 41/2025 · Parlament · Donnerstag, 09.10.2025

Sanierung von Sportstätten: 40 Milliarden Euro statt Flickwerk

Wenn Du in einer Halle mit welligem Boden trainierst oder Dein Kind kein Schwimmbad mehr in der Nähe hat, betrifft Dich diese Debatte direkt. Am 9. Oktober 2025 hat der Bundestag in seiner 31. Sitzung unseren Antrag zur bundesweiten Sanierung von Sportstätten beraten.1, 2 Für uns sprachen Lars Schieske, Jörn König und Thomas Korell. Hier liest Du, was gefordert wurde, wie die anderen Fraktionen reagiert haben und wie es weitergeht.

Das Wichtigste in Kürze zur Sanierung von Sportstätten

  • Der Bundestag hat am 9. Oktober 2025 unter Tagesordnungspunkt 15 den Antrag 21/2032 „Bundesweite Sanierung von Sportstätten muss zeitnah durchgeführt werden“ beraten.1, 2
  • Der Antrag fordert ein Förderprogramm von 40 Milliarden Euro über fünf bis acht Jahre mit 90 Prozent Bundes- und 10 Prozent Länderanteil.2
  • Lars Schieske forderte eine einfache, schnelle und unbürokratische Förderung, Jörn König begründete die Summe mit dem 2018 ermittelten Bedarf von 31 Milliarden Euro plus Inflation.1
  • Thomas Korell verlangte, dass Sanierungen sofort starten und dauerhaft aus dem Kernhaushalt finanziert werden.1
  • Der Antrag wurde federführend an den Ausschuss für Sport und Ehrenamt überwiesen.1

Was ist passiert

Die 31. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages fand am Donnerstag, 9. Oktober 2025, statt. Unter Tagesordnungspunkt 15 stand unser Antrag auf Drucksache 21/2032, eingebracht am 7. Oktober 2025 von Jörn König, Thomas Korell, Lars Schieske und weiteren Abgeordneten der AfD-Fraktion.2 Für die Aussprache waren 30 Minuten vereinbart.

Nach Lars Schieske sprachen Fritz Güntzler (CDU/CSU), Tina Winklmann (Grüne), Bettina Lugk (SPD), Christian Görke (Linke) und Artur Auernhammer (CDU/CSU). Auf Auernhammer antwortete Jörn König mit einer Kurzintervention. Danach sprachen Thomas Korell und zum Schluss Aydan Özoğuz (SPD). Interfraktionell wurde die Überweisung an den Ausschuss für Sport und Ehrenamt (federführend), den Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen sowie den Haushaltsausschuss vorgeschlagen und so beschlossen.1 Wie es mit dem Antrag danach weiterging, haben wir im Beitrag Antrag Sanierung Sportstätten: 40 Milliarden Euro statt Flickwerk zusammengefasst.3

Die Drucksachen

  • Drucksache 21/2032 – Bundesweite Sanierung von Sportstätten muss zeitnah durchgeführt werden – Antrag der Abgeordneten Jörn König, Thomas Korell, Lars Schieske, Andreas Bleck, Edgar Naujok, Bastian Treuheit und der Fraktion der AfD2

Der Antrag stellt fest: Vier von zehn Kommunen befürchten laut einer Difu-Erhebung für die KfW, dass Sportangebote wegen maroder Hallen oder Bäder wegfallen. Fast jeder fünfte der knapp 90.000 Vereine hat große Probleme mit seiner Sportstätte, fast 4.000 Vereine sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Der Antrag verlangt außerdem, den angekündigten digitalen Sportstättenatlas endlich umzusetzen.2

Was unsere Redner gesagt haben

Lars Schieske eröffnete die Debatte mit Beispielen aus dem ganzen Land: vier heruntergekommene Hallen im Berliner Märkischen Viertel, abgebrochene Deutsche Meisterschaften im Wasserspringen in Dresden, Ballverbot wegen Schadstoffen in Regensburg, Splitter im Fuß von Schülern in Nordhausen und das sanierungsbedürftige Lausitz Velodrom in Cottbus. Er forderte über 40 Milliarden Euro in acht Jahren, 90 Prozent davon vom Bund. Zur Förderpraxis sagte er: „Es kann doch nicht sein, dass ein Bürgermeister mehr Zeit im Formulardschungel verbringt als ein Jugendtrainer in der Turnhalle“ (Plenarprotokoll 21/31, S. 3319 C).1, 4

Jörn König widersprach in seiner Kurzintervention dem Vorwurf von Artur Auernhammer, die AfD spalte, und hielt dagegen, dass der DOSB die AfD von Zusammenkünften mit den Sportlern ausgrenze. Zur Summe stellte er klar: DOSB, Städte- und Gemeindebund und Städtetag hatten 2018 einen Sanierungsbedarf von 31 Milliarden Euro festgestellt, seitdem kam die Inflation hinzu. „Die 40 Milliarden Euro sind absolut angemessen“ (Plenarprotokoll 21/31, S. 3324 D). Nach dem Bundesprogramm sollen die Kommunen die Sportstätten übernehmen und warten. Zur Gegenfinanzierung verwies er auf 1000 Haushaltsanträge der Fraktion.1, 5

Thomas Korell sprach vom Zerfall der Daseinsvorsorge. Aus Sachsen-Anhalt nannte er einen Sanierungsstau bei Bädern, der von 148 auf 280 Millionen Euro gestiegen sei, und 37 geförderte Vereine bei über 100 Anträgen. Er forderte einen sofortigen Start der Sanierungen, mindestens 1 Milliarde Euro jährlich dauerhaft im Kernhaushalt statt Sondervermögen, Mittel nach Bedarf sowie Pauschalen und feste Bewilligungsfristen.1, 6

So haben die anderen Fraktionen argumentiert

CDU/CSU: Fritz Güntzler verwies auf Umfragen des Deutschen Städtetages, wonach ungefähr 40 Prozent der Sportstätten sanierungsbedürftig sind. Die Bedarfsschätzungen reichten von unter 10 Milliarden Euro (KfW-Kommunalpanel) bis 31 Milliarden Euro (DOSB). Zuständig seien vor allem Länder und Kommunen, der Bund ergänze mit der Sportmilliarde. Unsere Forderung nannte er unsolide, weil eine Gegenfinanzierung fehle. Artur Auernhammer lehnte den Antrag ab und verwies auf die Zuständigkeit der Länder und die Olympiabewerbung.1

SPD: Bettina Lugk sah den Bund als falschen Adressaten und verwies auf 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für die Länder und die Sportmilliarde. Sie vermisste Barrierefreiheit und Energieeffizienz im Antrag. Aydan Özoğuz betonte, das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ stelle in dieser Wahlperiode 1 Milliarde Euro für die Kommunen bereit.1

Grüne und Linke: Tina Winklmann bejahte den Investitionsbedarf, hielt 90 Prozent Bundesanteil aber für zu hoch und vermisste eine Gegenfinanzierung. Christian Görke verwies auf den „Goldenen Plan Sport“ seiner Fraktion mit 10 Milliarden Euro über zehn Jahre und kritisierte fehlende Finanzierungsnachweise und Zeitpläne.1

Warum das wichtig ist

Alle Fraktionen haben den Sanierungsbedarf anerkannt. Gestritten wurde über Höhe, Zuständigkeit und Tempo. Genau das ist das Problem: Während Bund, Länder und Kommunen sich die Verantwortung zuschieben, schließen Hallen und Bäder. Für Vereine heißt das weniger Trainingszeiten, für Ehrenamtliche mehr Ärger mit Formularen, für Kinder weniger Schwimmunterricht.

Eine Milliarde Euro für eine ganze Wahlperiode steht einem Bedarf gegenüber, den schon 2018 eine Expertise von DOSB, Städtetag und Städte- und Gemeindebund auf über 31 Milliarden Euro bezifferte.2 Der Druck wächst weiter: Im September 2026 meldeten die Kommunen im Sportausschuss einen Investitionsrückstand bei Sportstätten und Bädern von 21,6 Milliarden Euro laut KfW-Kommunalpanel 2026, wie wir im Beitrag 30. Sitzung Sportausschuss: 21,6 Mrd. Euro Sanierungsstau bei Sportstätten berichtet haben.7 Ohne Hallen keine Talente, ohne Talente keine Medaillen.

Was wir fordern

  • Bundesprogramm: 40 Milliarden Euro über fünf bis acht Jahre für Sanierung und Modernisierung von Sportstätten.
  • Klare Lastenteilung: 90 Prozent Bund, 10 Prozent Länder, damit auch finanzschwache Kommunen sanieren können.
  • Weniger Bürokratie: Pauschalen, einfache Anträge und feste Bewilligungsfristen statt Aktenbergen.
  • Bedarf zuerst: Förderprogramme gezielt für strukturschwache Regionen öffnen, Mittel niederschwellig vergeben.
  • Sportstättenatlas: den digitalen Atlas umsetzen, damit jeder Euro nach belegtem Bedarf fließt.
  • Verlässliche Finanzierung: Sportstättenförderung dauerhaft im Kernhaushalt, nicht im Sondervermögen.
  • Erhalt sichern: Nach der Sanierung übernehmen die Kommunen Betrieb und Wartung, damit kein neuer Stau entsteht.

Fazit

Der Bedarf ist unbestritten, die Antwort der Koalition bleibt zu klein. Eine Milliarde für die ganze Wahlperiode ist kein Plan gegen einen Milliardenstau. Wer Sportnation sein will, muss Hallen, Plätze und Bäder in Ordnung bringen.

Wir bleiben im Ausschuss für Sport und Ehrenamt dran. Sprich Deinen Bürgermeister und Deinen Kreissportbund an: Welche Halle in Deinem Ort ist marode, welcher Antrag hängt fest? Jeder konkrete Fall zählt.

Quellen

  1. Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 21/31, Stenografischer Bericht der 31. Sitzung, 09.10.2025. https://dserver.bundestag.de/btp/21/21031.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  2. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/2032, Antrag der Fraktion der AfD „Bundesweite Sanierung von Sportstätten muss zeitnah durchgeführt werden“, 07.10.2025. https://dserver.bundestag.de/btd/21/020/2102032.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. sportfrei.de: Antrag Sanierung Sportstätten: 40 Milliarden Euro statt Flickwerk, 07.10.2025. https://sportfrei.de/ak-aktuell/antrag-sanierung-sportstaetten-40-milliarden/ (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  4. Deutscher Bundestag, Mediathek: Rede von Lars Schieske (AfD), 31. Sitzung, 09.10.2025. https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7637040 (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  5. Deutscher Bundestag, Mediathek: Rede von Jörn König (AfD), 31. Sitzung, 09.10.2025. https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7637052 (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  6. Deutscher Bundestag, Mediathek: Rede von Thomas Korell (AfD), 31. Sitzung, 09.10.2025. https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7637054 (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  7. sportfrei.de: 30. Sitzung Sportausschuss am 23.09.2026: 21,6 Mrd. Euro Sanierungsstau bei Sportstätten, 26.09.2026. https://sportfrei.de/ausschuss/sanierungsstau-sportstaetten-kommunen-sportausschuss-30-sitzung/ (abgerufen am 13.10.2026) ↩

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