Antrag Corona ins Abseits stellen: Rettungsschirm auch für den Sport

KW 17/2020 · AK-Aktuell · Mittwoch, 22.04.2020

Kurz gesagt: Mit dem Antrag 19/18726 „Corona ins Abseits stellen – Sport vor den Auswirkungen der Krise bewahren“ forderte die AfD-Fraktion im April 2020 schnelle und unbürokratische Hilfe für Vereine, Verbände und Athleten.1, 2 Der Bundestag lehnte den Antrag im Mai 2021 ab.3

Corona-Krise im Sport: Was der Antrag 19/18726 verlangte

Im Frühjahr 2020 stand der Sport in Deutschland still. Training, Wettkämpfe, Vereinsleben: alles abgesagt. Wir zeigen Dir, was die AfD-Fraktion damals konkret beantragt hat, wie die anderen Fraktionen reagiert haben und was aus dem Antrag wurde.

Faktenlage

Der Antrag wurde am 22. April 2020 als Drucksache 19/18726 veröffentlicht. Antragsteller waren unter anderem Jörn König, Andreas Mrosek und Andreas Bleck. Die Fraktion stellte fest, dass der Sportbetrieb innerhalb weniger Tage nach Beginn der Corona-Krise komplett zusammengebrochen war. Vereine, die von Wettkampfeinnahmen leben, brauchten Liquidität. Breitensportvereinen drohte die Insolvenz, weil Geldgeber sich zurückzogen und Betriebskosten weiterliefen.2

Der Kern der Begründung: Der Staat konnte sich immer auf Vereine und Verbände verlassen. Jetzt sollte die Solidarität in die andere Richtung gehen, ohne komplizierte Förderanträge.2

Was wir mit dem Antrag gefordert haben

  • Sportverbände und gemeinnützige Sportvereine unter den Rettungsschirm des Bundes nehmen, so unbürokratisch wie bei Unternehmen.
  • Beschäftigte in Vereinen und Verbänden für das Förderpaket für Soloselbstständige und Kleinstunternehmer antragsberechtigt machen.
  • Vereine auf Antrag von Betriebskosten befreien oder diese Kosten während der Unterbrechung übernehmen.
  • Die Förderung der Spitzenverbände im bisherigen Umfang fortsetzen und den POTAS-Prozess aussetzen.
  • Kadersportler außerhalb von Bundeswehr, Bundespolizei und Zoll sozial absichern, Athleten des Behindertensports gezielt unterstützen.
  • Verträge der Olympia-Trainer und des Leistungssportpersonals um mindestens ein Jahr verlängern.
  • Den Betrieb des Trainingszentrums Kienbaum sowie bei Bedarf der Olympia- und Bundesstützpunkte absichern.
  • Einen Notfonds von 50 Mio. Euro für Härtefälle im Spitzensport einrichten.
  • Mittel für die abgebrochene Olympiavorbereitung aus dem Haushalt 2020 nach 2021 übertragen.
  • Sportanlagen zuerst für den Leistungssport, dann schnell für den Breitensport mit leicht einzuhaltendem Abstand öffnen.2

Warum das wichtig war

Ohne Vereine gibt es keinen Breitensport, und ohne Breitensport keinen Nachwuchs für die Spitze. Ein Verein, der im Lockdown pleitegeht, kommt nach der Krise nicht automatisch zurück. Genau deshalb haben wir damals schnelle Hilfe ohne Papierkrieg verlangt. Am selben Tag forderte der sportpolitische Sprecher Jörn König per Pressemitteilung die Öffnung der Sportvereine.4 Unseren Rückblick dazu findest Du hier.5

Wie es im Bundestag weiterging

Der Bundestag beriet den Antrag am 23. April 2020 in seiner 156. Sitzung und überwies ihn federführend an den Sportausschuss.6, 7 Der Sportausschuss befasste sich in seiner 47. Sitzung am 6. Mai 2020 damit. Die CDU/CSU verwies auf die Zuständigkeit der Länder für den Breitensport und auf bereits laufende Hilfen wie Kurzarbeitergeld, Soforthilfen und KfW-Kredite. Ihr Urteil: Die Initiative bleibe hinter dem zurück, was die Bundesregierung bereits unternommen habe.7

Der Ausschuss empfahl die Ablehnung mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, FDP, Linken und Grünen gegen die Stimmen der AfD. Als Kosten nannte die Beschlussempfehlung den Notfonds von 50 Mio. Euro.7

Was daraus wurde

Erst mehr als ein Jahr später, am 20. Mai 2021, stimmte der Bundestag in seiner 230. Sitzung ab. Er folgte der Beschlussempfehlung 19/20236 und lehnte den Antrag gegen die Stimmen der AfD-Fraktion ab.3 Die Forderung, Vereine bei laufenden Kosten zu entlasten, bleibt aktuell. Heute geht es um Steuern, Bürokratie und Sanierungsstau statt um Lockdowns.8

Fazit

Der Antrag lag früh auf dem Tisch und war konkret. Die Mehrheit verwies auf bestehende Programme und ließ die Abstimmung über ein Jahr liegen. Wir bleiben dabei: In der Krise braucht der Sport schnelle, einfache Hilfe, nicht ein Formularwesen.

Häufige Fragen

Wann wurde der Antrag 19/18726 eingebracht?
Die Drucksache ist auf den 22. April 2020 datiert, die erste Beratung war am 23. April 2020.6

Wie hoch sollte der Notfonds sein?
50 Mio. Euro für Härtefälle im Spitzensport.2

Wie hat der Bundestag entschieden?
Er lehnte den Antrag am 20. Mai 2021 ab, alle anderen Fraktionen stimmten dagegen.3

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Corona ins Abseits stellen – Sport vor den Auswirkungen der Krise bewahren, 22.04.2020. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 19/18726: Antrag der Fraktion der AfD, Corona ins Abseits stellen – Sport vor den Auswirkungen der Krise bewahren, 22.04.2020. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 19/230, 230. Sitzung am 20.05.2021, Abstimmung zu den Drucksachen 19/18726 und 19/20236, S. 29474 C. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  4. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Pressemitteilung: König: Sportvereine öffnen!, 22.04.2020. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  5. sportfrei.de: Sportvereine öffnen: Individualsport war nie das Problem, 22.04.2020. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  6. Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 19/156, 156. Sitzung am 23.04.2020, Überweisung des Antrags 19/18726, S. 19349 B. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  7. Deutscher Bundestag, Drucksache 19/20236: Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zum Antrag 19/18726, 19.06.2020. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  8. sportfrei.de: Sportvereine am Limit – warum das Ehrenamt in Deutschland immer stärker unter Druck gerät, 03.05.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩

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