Antrag Duale Karriere: Spitzensportler brauchen Studium und Beruf

KW 24/2026 · AK-Aktuell · Dienstag, 09.06.2026

Kurz gesagt: Mit dem Antrag 21/6358 fordern wir bundesweit einheitliche Regeln, damit Spitzensportler Training, Studium und Ausbildung verbinden können: feste Vorabquoten an Hochschulen, auch für Medizin, mehr Partnerhochschulen und Anreize für Betriebe.1, 2 Wer Weltklasse will, muss den Athleten eine berufliche Zukunft sichern.

Antrag 21/6358: Duale Karriere für Spitzensportler stärken

Zum Ende der Schulzeit steht jeder Nachwuchsathlet vor derselben Frage: Sport oder Beruf? Zu oft fällt die Entscheidung gegen den Sport.2 Damit verliert Deutschland Talente, bevor sie ihr Leistungsmaximum erreichen. Hier liest Du, was wir ändern wollen.

Faktenlage

  • Neues Sportfördergesetz: Athleten ohne Sportförderstelle sollen erstmals direkten Zugang zu staatlich unterstützten Ausbildungs- und Studienperspektiven erhalten (§ 5 Abs. 1 des Sportfördergesetzes).2
  • Flickenteppich bei der Vorabquote: 13 Länder haben eine Vorabquote für Leistungssportler im Hochschulzulassungsrecht geregelt. Fächer mit bundesweitem Numerus Clausus wie Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin sind davon teilweise ausgenommen.2
  • Zu wenige Partnerhochschulen: Im Wintersemester 2024/2025 zählten von 422 Hochschulen bundesweit nur 119 zu den Partnerhochschulen des Spitzensports.2
  • Schwierige Ausbildungssuche: Betriebe, die Arbeitszeiten an den Trainingsplan anpassen und vor Wettkämpfen freistellen, sind rar. Wer nicht zu Zoll, Bundeswehr oder Bundespolizei geht, steht oft allein da.2

Was wir mit dem Antrag fordern

Die Bundesregierung soll sich im Rahmen der vorhandenen Haushaltsmittel gemeinsam mit den Ländern dafür einsetzen, dass2

  • landesspezifisch Vorabquoten Leistungssport für die Vergabe von Studienplätzen festgeschrieben werden,
  • über die Stiftung für Hochschulzulassung eine Vorabquote Leistungssport für Medizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin vorgehalten wird,
  • der Wechsel von Studiengang oder Studienort einfacher wird,
  • flächendeckend Hochschulen als Partnerhochschulen des Spitzensports gewonnen werden,
  • zusammen mit dem DOSB ein Gesamtkonzept mit klaren Regeln und standardisierten Abläufen entsteht,
  • Anreize für Firmen geschaffen werden, Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Leistungssportler anzubieten,
  • Firmen beim Recruiting von Spitzensportlern unterstützt werden.

Warum das wichtig ist

Spitzensport und Beruf sind kein Widerspruch. Athleten bringen Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen und Teamgeist mit, genau das, was Betriebe suchen.2 Viele Sportler leben trotz Top-Leistung am finanziellen Limit.3 Wer keine Perspektive nach der Karriere sieht, hört früher auf. Eine verlässliche duale Karriere hält Talente im System. Das ist Grundlage für Medaillen und für Vorbilder, die den Breitensport tragen.

Wer zuständig ist und wie es weitergeht

Der Bundestag hat den Antrag am 11. Juni 2026 an den Ausschuss für Sport und Ehrenamt überwiesen.4 Der Ausschuss hat ihn bei der Anhörung zum Sportfördergesetz am 24. Juni 2026 und in seiner Sitzung am 8. Juli 2026 beraten. Seine Beschlussempfehlung 21/7011 lautet Ablehnung, mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken gegen unsere Stimmen.5

Die Union verweist auf die Zuständigkeit der Länder für die Hochschulen. Die SPD hält bestehende Programme für ausreichend.5 Genau deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Ländern zu handeln. Zuständigkeiten hin- und herzuschieben hilft keinem Athleten.

Fazit

Deutschland braucht klare Regeln statt Einzelfalllösungen: Studienplatz trotz Training, Ausbildung trotz Wettkampfkalender, Betriebe als Partner. Wir bleiben dran, bis die duale Karriere bundesweit funktioniert.

Häufige Fragen

Was ist eine Vorabquote Leistungssport?
Ein reservierter Anteil an Studienplätzen für Leistungssportler. 13 Länder haben eine solche Quote, Fächer wie Medizin sind davon aber teilweise ausgenommen.2

Warum soll der Bund handeln, wenn Hochschulen Ländersache sind?
Der Antrag fordert die Bundesregierung auf, sich im Verbund mit den Ländern für einheitliche Regeln einzusetzen. Nur so entsteht ein bundesweit verlässlicher Rahmen.2

Wie ist der Stand im Bundestag?
Der Sportausschuss empfiehlt mit der Beschlussempfehlung 21/7011 die Ablehnung. Die abschließende Abstimmung im Plenum steht noch aus.5

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Spitzensportförderung – Duale Karriere für Spitzensportler stärken, 09.06.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/6358: Antrag der Fraktion der AfD „Spitzensportförderung – Duale Karriere für Spitzensportler stärken“, 09.06.2026. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. sportfrei.de: Top-Leistung, aber kaum Einkommen – warum deutsche Spitzensportler oft am Limit leben, 13.05.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  4. Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 21/83 vom 11.06.2026, S. 9999 (Überweisung von Drucksache 21/6358 an den Ausschuss für Sport und Ehrenamt). PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  5. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/7011: Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Sport und Ehrenamt zu dem Antrag auf Drucksache 21/6358, 08.07.2026. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩

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