Antrag Olympiaprämien: fünffache Prämien ab Peking 2022 und Paris 2024

KW 49/2021 · AK-Aktuell · Dienstag, 07.12.2021

Kurz gesagt: Mit dem Antrag 20/194 vom Dezember 2021 haben wir gefordert, die Prämien für Olympia- und Paralympicssieger, Medaillengewinner und Platzierte auf das Fünffache zu erhöhen und steuerfrei zu stellen.1, 2 Der Sportausschuss empfahl die Ablehnung, zur Abstimmung im Plenum kam es nicht mehr.3, 4

Olympiaprämien: Deutschland zahlt zu wenig für Spitzenleistung

Nach der schwachen Bilanz von Tokio haben wir als Arbeitskreis Sport das Thema Prämien zu Beginn der neuen Wahlperiode wieder auf den Tisch gelegt. Hier erfährst Du, was im Antrag stand, wie die anderen Fraktionen reagiert haben und wo die Prämien heute stehen.

Faktenlage

Der Antrag von Jörn König, Mariana Iris Harder-Kühnel und der AfD-Fraktion trägt das Datum 7. Dezember 2021.2 Er stellt fest: Für Gold zahlte die Sporthilfe 20.000 Euro, für Silber 15.000 Euro, für Bronze 10.000 Euro. Bei Olympischen Spielen gab es für die Plätze vier bis acht 5.000 bis 1.500 Euro. Die Prämien sind steuerpflichtig und werden erst ein Jahr nach den Spielen über zwölf Monate ausgezahlt.2

Im Vergleich lag Deutschland im unteren Bereich. In Italien bekam ein Olympiasieger 150.000 Euro plus 120.000 Euro in Raten, in Litauen 115.800 Euro plus ein Auto, in Polen 50.000 Euro plus eine lebenslange, steuerfreie Rente ab dem 40. Lebensjahr. Der Antrag zitiert den früheren Schwimmer Markus Deibler aus dem Jahr 2016: „In einem Land, in dem ein Olympiasieger € 20.000,00 Siegprämie bekommt und ein Dschungelkönig € 150.000,00, sollte sich niemand über fehlende Medaillen wundern“.2

Was wir mit dem Antrag gefordert haben

  • Die Deutsche Sporthilfe auffordern, die Prämien auf das Fünffache zu erhöhen: Gold 100.000 Euro, Silber 75.000 Euro, Bronze 50.000 Euro.
  • Für die Plätze vier bis acht bei Olympischen Spielen 25.000 bis 7.500 Euro.
  • Die dafür voraussichtlich nötigen 7,5 Millionen Euro bereitstellen, berechnet nach den Medaillenspiegeln von Tokio 2021 und Pyeongchang 2018.
  • Paragraf 3 des Einkommensteuergesetzes so ergänzen, dass die Prämien steuerfrei sind.

Die Forderungen gelten ab den Winterspielen Peking 2022 und den Sommerspielen Paris 2024.2

Warum das wichtig ist

Der Antrag trennt klar zwischen laufender Förderung und Erfolgsprämie. Die Sporthilfe-Förderung deckt nur den monatlichen Bedarf. Die Nachaktivenförderung bringt nach dem Karriereende höchstens 18.000 Euro. Eine echte Prämie soll Anreiz sein, Anerkennung ausdrücken und verhindern, dass Talente zu früh aufhören. Hinzu kam die Tokio-Bilanz: die schwächste Medaillenausbeute bei Sommerspielen seit der Wiedervereinigung.2

Schon 2020 hatten wir 100.000 Euro für einen Olympiasieg beantragt und waren im Sportausschuss gescheitert.5 Nach Tokio haben wir das Abschneiden der Mannschaft kritisch bewertet.6

Was daraus wurde

Der Bundestag überwies den Antrag am 9. Dezember 2021 an den Sportausschuss, mitberatend an den Finanz- und den Haushaltsausschuss. Alle drei empfahlen am 26. Januar 2022 die Ablehnung, mit den Stimmen von SPD, CDU/CSU, Grünen, FDP und Linken gegen die AfD. Die SPD begründete das so: Eine einseitige Fokussierung auf Medaillengewinne setze Fehlanreize.3

Im Plenum wurde der Antrag nicht mehr abgestimmt. Laut DIP ist er durch Ablauf der 20. Wahlperiode erledigt.4 Die Prämien blieben, wie sie waren: Für Paris 2024 zahlte die Sporthilfe 20.000 Euro für Gold.7

Im Februar 2023 haben wir einen Schritt weiter gedacht und eine lebenslange Versorgung für Medaillengewinner ab dem 40. Lebensjahr beantragt.8

Fazit

Die anderen Fraktionen reden von Wertschätzung für Spitzensportler und lehnen jede höhere Prämie ab. Wir bleiben bei unserer Linie: Wer für Deutschland Gold holt, verdient eine Prämie, die diesen Namen trägt.

Häufige Fragen

Was fordert der Antrag 20/194?
Fünffache Prämien für Olympia- und Paralympicserfolge, die Finanzierung durch den Bund und die Steuerfreiheit der Prämien.2

Warum wurde nicht im Plenum abgestimmt?
Der Antrag blieb nach der Beschlussempfehlung liegen und ist mit dem Ende der 20. Wahlperiode erledigt.4

Wie hoch war die Goldprämie in Paris 2024?
20.000 Euro, gezahlt von der Sporthilfe.7

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Erhöhung der Prämien für Olympiasieger ab den Olympischen und Paralympischen Sommer- und Winterspielen Peking 2022 und Paris 2024, Meldung vom 07.12.2021. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/194: Antrag der Fraktion der AfD „Erhöhung der Prämien für Olympiasieger, Paralympicssieger, Medaillengewinner und Platzierte ab den Olympischen und Paralympischen Sommer- und Winterspielen Peking 2022 und Paris 2024“, 07.12.2021. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/523: Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zum Antrag Erhöhung der Olympiaprämien, 26.01.2022. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  4. Deutscher Bundestag, DIP: Vorgang 283071 „Erhöhung der Prämien für Olympiasieger, Paralympicssieger, Medaillengewinner und Platzierte ab den Olympischen und Paralympischen Sommer- und Winterspielen Peking 2022 und Paris 2024“, Beratungsstand: Erledigt durch Ablauf der Wahlperiode. Vorgang (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  5. sportfrei.de: Olympiaprämien: Sportausschuss lehnt 100.000 Euro für Olympiasieger ab, 18.06.2020. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  6. sportfrei.de: Olympiafazit Tokio 2021: Spiele für die Athleten, nicht für Auflagen, 10.08.2021. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  7. Stiftung Deutsche Sporthilfe über news aktuell: Paris 2024: Sporthilfe schüttet über 1,6 Mio. Euro Olympia-Prämien aus, 12.08.2024. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  8. sportfrei.de: Antrag Olympia-Rente: lebenslange Versorgung für Medaillengewinner ab 40, 28.02.2023. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩

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