Antrag Winterspiele 2030: München sollte Olympia zurückholen

KW 27/2022 · AK-Aktuell · Dienstag, 05.07.2022

Kurz gesagt: Mit dem Antrag 20/2591 vom Juli 2022 haben wir gefordert, eine deutsche Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2030 mit München vorzubereiten.1, 2 Alle anderen Fraktionen lehnten ab, der Bundestag am 30. November 2022 endgültig.3, 4

Olympische Winterspiele 2030: München hatte die Vorarbeit schon geleistet

Deutschland hatte 2022 seit 50 Jahren keine Olympischen Spiele mehr ausgerichtet. Das wollten wir ändern, und zwar mit der Stadt, die für Winterspiele am besten vorbereitet war. Hier liest Du, was im Antrag stand, warum er scheiterte und wie es heute steht.

Faktenlage

Der Antrag stellt fest: Seit den Sommerspielen 1972 in München hat Deutschland keine Olympischen Spiele mehr ausgerichtet. Alle anderen G7-Staaten waren seitdem Gastgeber oder hatten Spiele zugesprochen bekommen, die USA gleich fünfmal. Deutschland bewarb sich seit 1972 sechsmal ohne Erfolg.2

München unterlag 2011 im Rennen um die Winterspiele 2018 gegen Pyeongchang. Eine zweite Münchner Bewerbung scheiterte an Bürgerentscheiden mit Mehrheiten zwischen 51 und knapp 60 Prozent. Hamburgs Bewerbung für 2024 scheiterte mit 51,6 Prozent. Als Gründe nennt der Antrag offene organisatorische Fragen, die zu späte Einbindung der Bevölkerung und das angeschlagene Image des IOC.2

Nach den Winterspielen 2022 in Peking verteidigte sich das IOC mit dem Hinweis, nur Peking und Almaty hätten sich beworben, München, Oslo und Stockholm hätten sich zurückgezogen. Daraus leitet der Antrag eine Aufforderung an demokratische Staaten ab, sich wieder zu bewerben.2

Was wir mit dem Antrag gefordert haben

  • Die Bundesregierung weist das für Sport zuständige Bundesinnenministerium an, gemeinsam mit dem DOSB und der Bewerberstadt München die finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Bewerbung um die Winterspiele 2030 vorzubereiten.
  • Dabei werden die Vorarbeiten aus den Bewerbungen für 2018 und 2022 genutzt.
  • Die Bewerbung wird angestrebt und die Future Host Winter Commission des IOC unverzüglich informiert.

So steht es in Teil II des Antrags.2

Warum das wichtig ist

Die Begründung ist praktisch: München ist die einzige deutsche Stadt, die für Winterspiele in Frage kommt. Ein großer Teil der Anlagen ist vorhanden, die Bewerbungsunterlagen liegen vor. Die Bevölkerung soll vor einem Bürgerentscheid besser eingebunden werden als 2013. Sollte eine Region erneut ablehnen, nennt der Antrag Ausweichorte wie Oberhof in Thüringen oder Seefeld in Österreich. Scheitert 2030, soll sich München kontinuierlich für 2034 und folgende Spiele bewerben.2

Den Gedanken, Großereignisse als Sprungbrett für Olympia zu nutzen, hatten wir schon 2018 nach der Vergabe der Fußball-EM 2024 formuliert.5

Was daraus wurde

Der Bundestag überwies den Antrag am 7. Juli 2022 an den Sportausschuss. Dieser empfahl am 28. September 2022 die Ablehnung, mit den Stimmen von SPD, CDU/CSU, Grünen, FDP und Linken gegen die AfD. Die SPD nannte vorschnelle Bewerbungen kontraproduktiv und verwies auf den DOSB, der an einer eigenen Strategie arbeite. Für 2030 sei es ohnehin zu spät.3

Am 30. November 2022 folgte das Plenum der Beschlussempfehlung und lehnte den Antrag ab.4

Parallel hatten wir eine Bewerbung um Sommerspiele zum nächstmöglichen Termin beantragt.6 Wie wir das Abstimmungsverhalten der anderen Fraktionen bewertet haben, liest Du hier.7

Heute steht München wieder im Mittelpunkt. Mit dem Antrag 21/2041 fordern wir Winterspiele 2038 in München.8 Der DOSB hat München am 26. September 2026 zum deutschen Olympia-Bewerber bestimmt.9

Fazit

Wir lagen 2022 richtig: München kann Winterspiele. Die anderen Fraktionen wollten warten. Vier Jahre später setzt auch der DOSB auf München. Die verlorene Zeit holt niemand zurück.

Häufige Fragen

Was wollte der Antrag 20/2591?
Eine deutsche Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2030 mit München als Bewerberstadt.2

Wer hat den Antrag abgelehnt?
Im Sportausschuss SPD, CDU/CSU, Grüne, FDP und Linke gegen die AfD.3

Gibt es heute einen neuen Antrag?
Ja, den Antrag 21/2041 für Winterspiele 2038 in München.8

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Deutsche Bewerbung für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2030 auf den Weg bringen, Meldung vom 05.07.2022. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/2591: Antrag der Fraktion der AfD „Deutsche Bewerbung für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2030 auf den Weg bringen“, 05.07.2022. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/3917: Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zum Antrag Olympische Winterspiele 2030, 11.10.2022. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  4. Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll der 72. Sitzung der 20. Wahlperiode am 30.11.2022, Beratung ab S. 8427, Abstimmung S. 8435 f. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  5. sportfrei.de: Fußball-EM 2024 und Olympia 2032: Heimturnier als Sprungbrett nutzen, 28.09.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  6. sportfrei.de: Antrag Olympische Sommerspiele: Deutschland muss beim IOC endlich antreten, 24.10.2022. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  7. sportfrei.de: Olympiabewerbung: Bundestag lehnt beide AfD-Anträge ab, 01.12.2022. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  8. sportfrei.de: Antrag Olympia 2038: Winterspiele in München sind die bessere Chance, 09.10.2025. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  9. sportfrei.de: München wird deutscher Olympia-Bewerber: richtige Wahl, teurer Umweg, 29.09.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩

Teile es mit