KW 42/2026 · AK-Aktuell · Donnerstag, 15.10.2026
Kurz gesagt: Mit unserem Antrag auf Drucksache 21/8558 wollen wir Rettungshundestaffeln bundesweit als eigene Einheit im Bevölkerungsschutz anerkennen, einheitliche Standards schaffen und sie mit zunächst 10 bis 20 Millionen Euro im Jahr fördern.1 Heute überweist der Bundestag den Antrag ohne Aussprache; strittig ist, ob der Sportausschuss oder der Innenausschuss federführend berät.2
Antrag Rettungshundestaffeln: Ehrenamt im Bevölkerungsschutz absichern
Wenn ein Kind im Wald verschwindet oder ein älterer Mensch nicht nach Hause findet, rücken oft Rettungshundestaffeln aus. Hinter jedem Team stehen ein Hundeführer und ein Hund, die jahrelang trainiert haben, fast immer in der Freizeit und auf eigene Kosten. Der Staat verlässt sich auf diese Leute, bezahlt sie aber kaum. Das wollen wir ändern. Hier liest Du, was in unserem Antrag steht und warum er in den Ausschuss für Sport und Ehrenamt gehört.
Faktenlage
Den Antrag haben Thomas Korell, Jörn König, Lars Schieske, Andreas Bleck, Edgar Naujok und Bastian Treuheit gemeinsam mit weiteren Abgeordneten der AfD-Fraktion eingebracht; er trägt das Datum 13. Oktober 2026.1 Die Begründung nennt die Zahlen, die den Handlungsbedarf zeigen: Ein Team investiert während der zwei- bis dreijährigen Ausbildung im Schnitt 9.500 bis 18.000 Euro. Dazu kommen laufende Kosten von etwa 3.600 bis 8.300 Euro im Jahr. Über mehrere Jahre summiert sich das auf 50.000 bis 100.000 Euro je Team.1
Gleichzeitig steigt die Zahl der Einsätze. Nach Verbandsangaben wurden im Jahr 2000 bundesweit 234 Alarmierungen gezählt, 2024 verzeichnete der Bundesverband Rettungshunde 1.376 Alarmierungen und 1.278 Einsätze.1 Bundeseinheitliche gesetzliche Mindeststandards gibt es nicht; Prüfungsordnungen gelten bisher nur innerhalb einzelner Organisationen oder Länder.1
Warum das wichtig ist
Rettungshundestaffeln sind Ehrenamt in Reinform. Wer Tausende Euro und jedes Wochenende in die Ausbildung steckt, hält das nicht ewig durch. Der Antrag beschreibt genau dieses Problem: Immer weniger Menschen können die Kosten und die Zeit dauerhaft tragen, der Nachwuchs fehlt.1 Fällt eine Staffel weg, lässt sie sich nicht in ein paar Wochen ersetzen. Das ist eine Lücke im Bevölkerungsschutz, die jeden treffen kann.
Wer zuständig ist
Katastrophenschutz ist Ländersache, Zivilschutz Bundessache. Rettungshundestaffeln arbeiten in beiden Bereichen.1 Im Bundestag ist deshalb strittig, wer den Antrag federführend berät: Wir sehen den Ausschuss für Sport und Ehrenamt in der Pflicht, die Koalitionsfraktionen den Innenausschuss.2 Das Plenum entscheidet heute ab 13:40 Uhr. Den Termin haben wir Dir in einem eigenen Beitrag zusammengestellt.3
Widersprüche und offene Fragen
Die Bundesregierung redet viel über Ehrenamt. Erst am Mittwoch nannte Staatsminister Ronald Rauhe das Engagement im Sportausschuss „eine tragende Säule unserer Gesellschaft“ und erwähnte ausdrücklich den Katastrophenschutz.4 Wenn das ernst gemeint ist, gehört ein Antrag zum Ehrenamt in den Ausschuss für Ehrenamt. Wer ihn in den Innenausschuss schiebt, macht aus einer Ehrenamtsfrage eine reine Verwaltungsfrage.
Was wir fordern
- Rettungshundestaffeln bundesweit als eigene Spezialkomponente „Personensuche im Bevölkerungsschutz“ anerkennen und eine Einbindung in das THW prüfen.1
- Bundeseinheitliche Mindeststandards und ein einheitliches Anerkennungsverfahren für Rettungshundeteams.1
- Einen eigenen Haushaltstitel im Bevölkerungsschutz mit zunächst 10 bis 20 Millionen Euro im Jahr für Ausbildung, Fahrzeuge, Schutzausrüstung, Funktechnik und Nachwuchs.1
- Freistellung und Lohnfortzahlung für Hundeführer im Einsatz, Verdienstausfall auch für Selbständige, bezahlt von der anfordernden Behörde.1
Das passt zu unserer Grundlinie: Ehrenamt entlasten statt belasten. Schon mit unserem Antrag zu Sportvereinen, Ehrenamt und Katastrophenschutz haben wir weniger Bürokratie und mehr Anerkennung für Freiwillige gefordert.5
Fazit
Wer im Ernstfall auf Rettungshunde zählt, muss sie auch im Alltag tragen. Wir wollen, dass der Sportausschuss den Antrag federführend berät, und werden dort für eine feste Förderung kämpfen.
Aktualisiert am 15.10.2026: Der Bundestag hat den Antrag ohne Aussprache überwiesen. Federführend berät ihn der Innenausschuss.2 Wir bleiben dabei: Rettungshundestaffeln sind Ehrenamt und gehören auch in den Ausschuss für Sport und Ehrenamt. Dort bringen wir das Thema weiter ein.
Häufige Fragen
Wurde über den Antrag debattiert?
Nein. Der Bundestag hat ihn am 15.10.2026 ohne Aussprache überwiesen, federführend an den Innenausschuss.2
Wie viel Geld fordern wir?
Zunächst 10 bis 20 Millionen Euro im Jahr in einem eigenen Haushaltstitel für den Bevölkerungsschutz.1
Was haben Hundeführer davon?
Einen bundesweiten Anspruch auf Freistellung und Lohnfortzahlung im Einsatz, dazu Ersatz für Verdienstausfall bei Selbständigen.1
Quellen
- Deutscher Bundestag: Drucksache 21/8558, Antrag der Fraktion der AfD „Rettungshundestaffeln – Ehrenamtliche Leistung als tragende Säule des Bevölkerungsschutzes stärken und strukturell absichern“, 13.10.2026, PDF. PDF (abgerufen am 15.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
- Deutscher Bundestag, Textarchiv 2026: Überweisungen im vereinfachten Verfahren am 15. Oktober 2026, Abschnitt Bevölkerungsschutz (Antrag Rettungshundestaffeln, Federführung strittig). Link (abgerufen am 15.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩
- sportfrei.de: Termin am 15.10.2026: Bundestag überweist AfD-Antrag zu Rettungshundestaffeln, 12.10.2026. Link (abgerufen am 15.10.2026) ↩
- Deutscher Bundestag, heute im bundestag 832/2026: Staatsminister Rauhe fordert Bürokratieabbau im Ehrenamt, 14.10.2026. Link (abgerufen am 15.10.2026) ↩
- sportfrei.de: Antrag Sportvereine, Ehrenamt und Katastrophenschutz: Entlasten statt Sonntagsreden, 20.05.2026. Link (abgerufen am 15.10.2026) ↩
