Antrag Vergütung Bundestrainer: Ohne gute Trainer keine Medaillen

KW 27/2022 · AK-Aktuell · Dienstag, 05.07.2022

Kurz gesagt: Mit dem Antrag 20/2596 forderte die AfD-Fraktion 2022 höhere Förderhöchstgrenzen für Bundestrainer, eine jährliche Anpassung an die Inflation und eine Gehaltsuntergrenze als Bedingung für Bundesgeld.1, 2 Der Sportausschuss empfahl die Ablehnung.3 2026 kündigte die Bundesregierung an, die Höchstgrenzen um 35 Prozent anzuheben.4

Antrag Bundestrainer: Ohne gute Trainer keine Medaillen

Bundestrainer sind das Herz des Hochleistungssports. Sie betreuen die Athleten im Training und im Wettkampf, führen Trainerteams und müssen ständig auf dem neuesten Stand sein. Bezahlt werden sie dafür oft schlecht.1 Hier liest Du, was die Fraktion beantragt hat und was daraus wurde.

Faktenlage

  • Hohe Anforderungen: Für eine Stelle am Olympiastützpunkt werden unter anderem ein Studium der Sportwissenschaft oder ein Diplomtrainer-Abschluss, die A-Lizenz und mehrjährige Trainertätigkeit verlangt.1
  • Feste Obergrenzen: Die Förderrichtlinien des Bundes erlaubten damals höchstens 104.000 Euro für Leistungssportdirektoren und Cheftrainer, 94.000 Euro für Disziplin- und Funktionstrainer, 85.000 Euro für Nachwuchstrainer und 74.000 Euro für Stützpunkttrainer. Eine Untergrenze gab es nicht.2
  • Wenig Geld, viel Arbeit: Im Schnitt verdienten Bundestrainer laut Antrag rund 47.000 Euro brutto im Jahr. Jeder dritte Trainer überschreitet die Arbeitszeit in der Regel um mehr als 25 Prozent, knapp zwei Drittel bekommen das nicht bezahlt.2
  • Konzept ohne Umsetzung: Der DOSB beschloss 2019 ein Konzept für bessere Arbeitsverträge mit Vergütungstabelle. Laut einer Umfrage des Trainerverbands wurden nur 23 Prozent der Befragten nach einer öffentlich zugänglichen Vergütungstabelle bezahlt.2

Was die Fraktion mit dem Antrag forderte

  • höhere Höchstbeträge: Chef-Bundestrainer bis 125.000 Euro, Bundestrainer und Chef-Bundestrainer Nachwuchs bis 110.000 Euro, Bundestrainer Nachwuchs und Bundesstützpunkttrainer bis 95.000 Euro, Assistenz-, Spezial- und OSP-Trainer bis 85.000 Euro,
  • ab 2023 eine jährliche Anpassung der Höchstbeträge an die Inflationsrate,
  • die Übernahme des Vergütungsmodells des DOSB von 2019 in die Förderrichtlinien,
  • eine Gehaltsuntergrenze und die namentliche Benennung beantragter Trainerstellen als Voraussetzung für Bundesgeld.2

Warum das wichtig ist

Gut ausgebildete Trainer wandern ins Ausland ab oder wechseln den Beruf. Dort stärken sie dann die Konkurrenz.2 Wer im Medaillenspiegel wieder vorn stehen will, braucht die besten Trainer im eigenen Land. Die Untergrenze war uns dabei besonders wichtig: Mehr Fördergeld darf nicht nur zu mehr schlecht bezahlten Stellen führen.

Was daraus wurde

Der Bundestag überwies den Antrag am 7. Juli 2022 an den Sportausschuss und den Haushaltsausschuss.5 Der Sportausschuss empfahl am 12. Oktober 2022 mit der Beschlussempfehlung 20/3975 die Ablehnung, mit den Stimmen von SPD, CDU/CSU und Grünen gegen die AfD, FDP und Linke waren abwesend. SPD und Union argumentierten, höhere Obergrenzen allein lösten weder Kettenverträge noch Befristungen.3 Eine Schlussabstimmung im Plenum gab es nicht, der Vorgang ist im DIP als „Erledigt durch Ablauf der Wahlperiode“ geführt.6

Die Richtung hat sich trotzdem durchgesetzt. 2026 kündigte die Bundesregierung an, die Förderhöchstgrenzen für das Leistungssportpersonal um 35 Prozent anzuheben, rückwirkend zum 1. Januar 2026.4 Auch der Sportausschuss befasste sich im März 2026 erneut mit der Finanzierung der Trainer.7

Fazit

2022 abgelehnt, 2026 in Teilen aufgegriffen: Die Forderung nach besserer Bezahlung war richtig. Offen bleiben die Untergrenze und die jährliche Anpassung. Daran messen wir die Regierung.

Häufige Fragen

Wer bezahlt die Bundestrainer?
Arbeitgeber sind die Spitzenverbände. Der Bund fördert die Stellen über die Förderrichtlinien Verbände bis zu festen Höchstbeträgen.2

Was ist eine Gehaltsuntergrenze?
Ein Mindestgehalt je Funktionsstelle. Der Antrag wollte es zur Bedingung für Bundesgeld machen.2

Was hat sich seitdem geändert?
Die Bundesregierung kündigte 2026 an, die Förderhöchstgrenzen rückwirkend zum 1. Januar 2026 um 35 Prozent anzuheben.4

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Sportnation Deutschland – Erhöhung der Vergütung für Bundestrainer, 05.07.2022. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/2596: Antrag der Fraktion der AfD „Sportnation Deutschland – Erhöhung der Vergütung für Bundestrainer“, 05.07.2022. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/3975: Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zu dem Antrag auf Drucksache 20/2596, 12.10.2022. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  4. sportfrei.de: 35 Prozent mehr Geld für Trainer – echter Fortschritt oder teure Kosmetik?, 24.05.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  5. Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 20/47 vom 07.07.2022, S. 4905 f. (Überweisung der Drucksache 20/2596). PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  6. Deutscher Bundestag, DIP: Vorgang „Sportnation Deutschland – Erhöhung der Vergütung für Bundestrainer“, Vorgangsnummer 289316, Stand: Erledigt durch Ablauf der Wahlperiode. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  7. sportfrei.de: Trainerfinanzierung: Ohne gute Trainer kein Spitzensport, 18.03.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩

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