Dopingkontrollen: Athleten dürfen nicht für ihre eigene Kontrolle zahlen

KW 29/2018 · AK-Aktuell · Donnerstag, 19.07.2018

Kurz gesagt: Im Juli 2018 erfuhren die Spitzenkanuten des Deutschen Kanu-Verbandes, dass sie ihre Dopingkontrollen künftig zum Teil selbst bezahlen sollen. Jörn König, damals sportpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, sah den Fehler im System und forderte eine klare Finanzierung der NADA.1 Seit 2020 fördert der Bund die NADA institutionell. Die Finanzierung durch Bund, Länder und Sport ist geblieben.2

Dopingkontrollen: Der Athlet darf nicht für seine eigene Kontrolle zahlen

Saubere Wettkämpfe sind eine Aufgabe für alle. Wer aber soll die Kontrollen bezahlen? Ausgerechnet die Athleten, die für Deutschland Medaillen holen? Hier liest Du, was 2018 passiert ist und wie die NADA heute finanziert wird.

Faktenlage

  • Der Anlass: Der dreimalige Olympiasieger Sebastian Brendel machte beim Medientag des Verbandes in Kienbaum öffentlich, dass die Athleten des DKV ihre Dopingkontrollen künftig teilweise selbst zahlen sollen.1
  • Die Struktur: Die Nationale Anti Doping Agentur ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts, gegründet 2002. Der Bund brachte rund 85 Prozent des Stiftungsvermögens ein. Die laufenden Kosten tragen Bund, Länder und Sport, der Bund zu rund 70 Prozent.3
  • Das Problem der Verbände: Nach Königs Darstellung dürfen die Verbände ihren NADA-Beitrag nicht aus den Bundeszuschüssen zahlen, sondern müssen ihn aus Eigenmitteln aufbringen.1

Was wir forderten

König nahm den Verband ausdrücklich in Schutz: „Der Fehler liegt hier im System.“1 In der Pressemitteilung nannte er zwei Wege:

  • Der Bund übernimmt die komplette Finanzierung der NADA und kürzt die Zuschüsse an die Verbände entsprechend. Das lehnte das Innenministerium ab, und es wäre nur „linke Tasche, rechte Tasche“.
  • Konsequenter wäre es anzuerkennen, dass die NADA eigentlich eine Behörde ist. Dann darf sie nicht von denen finanziert werden, die sie kontrollieren soll.1

Dahinter stand eine Grundhaltung, die wir bis heute vertreten: Der Spitzensport muss finanziell deutlich besser gestellt werden. Den Sportlern, die Leistung bringen, darf nicht das Geld aus der Tasche gezogen werden.1

Warum das wichtig ist

Viele deutsche Spitzensportler leben finanziell am Limit.4 Wer von ihnen zusätzlich Geld für Kontrollen verlangt, schwächt genau die, die sauber gewinnen wollen. Dopingbekämpfung ist eine öffentliche Aufgabe. Sie gehört klar finanziert und kontrolliert.

Was daraus wurde

Seit dem 1. Januar 2020 unterstützt der Bund die NADA im Rahmen einer institutionellen Förderung. Für 2024 lag diese Zuwendung bei 7.302.845 Euro. Die laufenden Gesamtkosten werden aber weiterhin von Bund, Ländern und Sport finanziert.2

Wir sind an dem Thema drangeblieben. Mit der Kleinen Anfrage 21/2886 fragten Thomas Korell, Jörn König, Lars Schieske und weitere Abgeordnete unserer Fraktion im November 2025 nach Transparenz und Wirtschaftlichkeit der Bundesmittel. Nach dem Jahresbericht 2024 der NADA stammen rund 78 Prozent ihrer Gesamteinnahmen aus dem Bundeshaushalt.5 Die Antwort der Bundesregierung 21/3161 nennt keine Pläne für eine andere Lastenverteilung, sondern verweist auf den regelmäßigen Austausch mit der NADA.2

Fazit

Der Bund zahlt heute den größten Teil, die Verbände bleiben in der Pflicht. Unsere Linie ist klar: Förderung mit Kontrolle. Steuergeld für die NADA muss nachvollziehbar eingesetzt werden, und kein Athlet darf für seine eigene Kontrolle zur Kasse gebeten werden.

Häufige Fragen

Wer finanziert die NADA?
Bund, Länder und Sport. Der Bund fördert die NADA seit 2020 institutionell.2

Wie hoch war die Bundeszuwendung 2024?
Für die institutionelle Förderung 7.302.845 Euro, dazu Projektmittel und Mittel für die Labore in Köln und Kreischa.2

Wann wurde die NADA gegründet?
2002, als gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts.3

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: König: Olympiasieger soll seine Dopingkontrolle selbst bezahlen – Ein schlechter Witz, wenn es nicht ernst wäre, 19.07.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/3161: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage 21/2886 „Verwendung von Bundesmitteln durch die Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland“, 05.12.2025. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Die Bundesregierung, Staatsminister für Sport und Ehrenamt: Dopingbekämpfung auf nationaler Ebene. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  4. sportfrei.de: Top-Leistung, aber kaum Einkommen – warum deutsche Spitzensportler oft am Limit leben, 13.05.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  5. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/2886: Kleine Anfrage der Fraktion der AfD „Verwendung von Bundesmitteln durch die Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland“, 24.11.2025. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩

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