KW 36/2022 · AK-Aktuell · Freitag, 09.09.2022
Kurz gesagt: Im September 2022 begrüßte die AfD-Bundestagsfraktion die Aufstockung der Virtual Bundesliga und forderte die Gemeinnützigkeit des E-Sports sowie die Förderung von Schach in digitaler Form.1 Die Bundesregierung bestätigte kurz darauf: Online-Schach kann gemeinnützig sein.2 Mit dem Steueränderungsgesetz 2025 gilt auch E-Sport im Gemeinnützigkeitsrecht als Sport.3, 4
E-Sport als Chance für Vereine
Junge Leute spielen am Bildschirm. Die Frage ist, ob sie dabei allein bleiben oder in einen Verein finden. Wir haben 2022 klar gesagt: E-Sport kann ein Weg in die Vereinsstrukturen sein.1 Du liest hier, was wir gefordert haben und was daraus geworden ist.
Faktenlage
Am 9. September 2022 äußerte sich Joana Cotar, damals digitalpolitische Sprecherin der AfD-Bundestagsfraktion. Anlass war die Vergrößerung der Virtual Bundesliga von 26 auf 29 Vereine.1 Die Pressemitteilung verwies darauf, dass die Fraktion sich seit Langem für die Förderung von Schach in digitaler Form und für die Gemeinnützigkeit des E-Sports einsetzt.1
Drei Tage später folgte die Kleine Anfrage „Zur Möglichkeit der Förderung des Schachs in seiner digitalen Form“ von Joana Cotar, Barbara Lenk, Beatrix von Storch und der Fraktion der AfD.5 Darin wird festgehalten, dass Online-Schach seit 2020 einen großen Aufschwung nahm und gerade junge Spieler anzog. Inzwischen gibt es eine eigene Schach-Online-Liga.5
Was wir forderten
- Die Gemeinnützigkeit des E-Sports anerkennen.1
- Schach in seiner digitalen Form staatlich fördern.1
- Junge Leute über den E-Sport an Vereinsstrukturen heranführen.1
- E-Sport und die Digitalisierung des Landes angemessen fördern.1
In der Pressemitteilung hieß es wörtlich: „Außerdem können so junge Leute an Vereinsstrukturen herangeführt werden.“1
Warum das wichtig ist
Der Verein ist der Ort, an dem aus Spielen Sport wird: mit Training, Regeln, Ehrenamt und Verantwortung. Wenn Vereine E-Sport anbieten, erreichen sie Jugendliche, die sonst nie ein Vereinsheim betreten würden. Das stärkt den Breitensport und die Gemeinschaft. Was starke Vereine für den Sportstandort bedeuten, haben wir auf sportfrei.de zusammengefasst.6
Was daraus wurde
Die Bundesregierung antwortete am 27. September 2022 auf unsere Anfrage. Das Spielen von Online-Schach fällt unter den Begriff des Schachs nach § 52 Absatz 2 Nummer 21 der Abgabenordnung. Die Förderung kann damit gemeinnützig sein.2 Den Begriff E-Sport hatte die Bundesregierung dagegen nicht allgemeingültig definiert. Sie verwies auf den Koalitionsvertrag, E-Sport gemeinnützig zu machen.2
Umgesetzt wurde das erst unter der folgenden Regierung. Mit dem Steueränderungsgesetz 2025 gelten Schach und E-Sport im Gemeinnützigkeitsrecht als Sport.3, 4 Die AfD-Fraktion enthielt sich im Finanzausschuss, weil ohne klare Definition auch Egoshooter gemeinnützig werden könnten.3 Für die Finanzämter fehlt bis heute ein ergänzter Anwendungserlass, einen Zeitplan nennt das Bundesfinanzministerium nicht.7
Weitere Rückblicke zum E-Sport auf sportfrei.de: E-Sport ist Sport: Anerkennung statt Konkurrenz zum Rasen8; E-Sport im Bundestag: Gemeinnützigkeit ja, Ideologie nein9; E-Sport fördern: betreuter Rahmen statt Vorurteile gegen Gamer10; E-Sport und Politik: Wettkämpfe ohne Ausschluss ganzer Nationen11.
Fazit
Die Richtung von 2022 stimmt: E-Sport und digitales Schach gehören in den Verein. Jetzt braucht es eine klare Abgrenzung und einheitliche Regeln für die Finanzämter. Sonst bleibt die Gemeinnützigkeit für viele Vereine ein Risiko statt einer Chance.
Häufige Fragen
Was forderte die AfD-Fraktion im September 2022?
Die Gemeinnützigkeit des E-Sports und die Förderung von Schach in digitaler Form.1
Ist Online-Schach gemeinnützig?
Ja, es fällt unter Schach nach § 52 der Abgabenordnung, so die Bundesregierung 2022.2
Seit wann gilt E-Sport als gemeinnütziger Sport?
Seit dem Steueränderungsgesetz 2025.4
Quellen
- AfD-Bundestagsfraktion: Joana Cotar: E-Sport als vielfältige Chance verstehen, Pressemitteilung vom 09.09.2022. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
- Deutscher Bundestag: Drucksache 20/3681, Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage 20/3379 „Zur Möglichkeit der Förderung des Schachs in seiner digitalen Form“, 27.09.2022. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩
- Deutscher Bundestag: Drucksache 21/3104, Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zum Entwurf eines Steueränderungsgesetzes 2025, 03.12.2025. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
- Bundesgesetzblatt Teil I 2025 Nr. 363: Steueränderungsgesetz 2025 vom 22. Dezember 2025, verkündet am 23.12.2025. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
- Deutscher Bundestag: Drucksache 20/3379, Kleine Anfrage der Fraktion der AfD „Zur Möglichkeit der Förderung des Schachs in seiner digitalen Form“, 12.09.2022. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
- sportfrei.de: Breitensport stärken: Ohne starke Vereine kein starker Sportstandort Deutschland, 13.07.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- Deutscher Bundestag: Drucksache 21/7509, Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 3. August 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung, Frage 8 zur Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen, Antwort vom 6. August 2026. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: E-Sport ist Sport: Anerkennung statt Konkurrenz zum Rasen, 06.03.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: E-Sport im Bundestag: Gemeinnützigkeit ja, Ideologie nein, 09.11.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: E-Sport fördern: betreuter Rahmen statt Vorurteile gegen Gamer, 26.09.2019. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: E-Sport und Politik: Wettkämpfe ohne Ausschluss ganzer Nationen, 05.09.2023. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩


