E-Sport und Politik: Wettkämpfe ohne Ausschluss ganzer Nationen

KW 36/2023 · AK-Aktuell · Dienstag, 05.09.2023

Kurz gesagt: Im September 2023 kritisierte die AfD-Bundestagsfraktion, dass die European Esports Federation den russischen E-Sport-Verband weiter ausschloss. Unsere Forderung: Wettkämpfe frei von äußeren politischen Einflüssen.1 Heute ist E-Sport im Gemeinnützigkeitsrecht als Sport anerkannt, und auch das IOC arbeitet an olympischen E-Sport-Spielen.2, 3

E-Sport braucht fairen Wettbewerb

Sport lebt vom Vergleich der Besten. Wer ganze Verbände wegen politischer Konflikte ausschließt, nimmt dem Wettbewerb seinen Kern. Das gilt auf dem Platz und am Bildschirm.1 Du liest hier, was wir 2023 gesagt haben und wie sich der E-Sport seitdem entwickelt hat.

Faktenlage

Am 5. September 2023 äußerte sich Edgar Naujok, damals Mitglied im Digitalausschuss und Berichterstatter für E-Sport der AfD-Bundestagsfraktion. Anlass war, dass die European Esports Federation (EEF) ihren Ausschluss des russischen E-Sport-Verbands bekräftigt hatte.1 Naujok nannte den Vorgang unwürdig. Er sah darin einen Widerspruch zum Wettbewerbsgedanken und zur Idee der Völkerverständigung.1

Was wir forderten

  • Wettkämpfe im E-Sport frei von äußeren politischen Einflüssen austragen.1
  • Sportler nicht pauschal für politische Entscheidungen ihres Heimatlandes haften lassen.1
  • Den Wettbewerbsgedanken und die Völkerverständigung im Sport schützen.1

In der Pressemitteilung hieß es wörtlich: „Die AfD-Bundestagsfraktion spricht sich daher dafür aus, dass Wettkämpfe frei von äußeren politischen Einflüssen erfolgen sollen.“1

Unsere Einordnung

Sportverbände entscheiden autonom über ihre Wettbewerbe. Das respektieren wir. Aber Autonomie heißt auch Verantwortung: Ein Ausschluss trifft vor allem die Spieler, nicht die Politik. Wer Sport zum Druckmittel macht, beschädigt ihn auf Dauer.

Was daraus wurde

Auf Bundesebene hat sich die Lage des E-Sports seither verändert. Mit dem Steueränderungsgesetz 2025 gelten Schach und E-Sport im Gemeinnützigkeitsrecht als Sport.2, 4 Die AfD-Fraktion enthielt sich im Finanzausschuss, weil ohne klare Definition auch Egoshooter gemeinnützig werden könnten.2

International hatte das IOC im Juli 2024 beschlossen, Olympic Esports Games zu etablieren, und dafür einen Vertrag mit Saudi-Arabien geschlossen. Im Oktober 2025 wurde dieser Vertrag einvernehmlich beendet. Einen neuen Termin gibt es laut Bundesregierung noch nicht.3 Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sitzt im Beirat der esports player foundation und führt Gespräche mit IOC, DOSB und dem E-Sport-Bund Deutschland. Konkrete Maßnahmen der Spitzensportförderung für E-Sportler nennt die Antwort vom 12. Mai 2026 nicht.3

Weitere Rückblicke zum E-Sport auf sportfrei.de: E-Sport ist Sport: Anerkennung statt Konkurrenz zum Rasen5; E-Sport im Bundestag: Gemeinnützigkeit ja, Ideologie nein6; E-Sport fördern: betreuter Rahmen statt Vorurteile gegen Gamer7; E-Sport als Chance: Junge Leute über den Bildschirm in den Verein holen8.

Fazit

E-Sport wächst in die Strukturen des organisierten Sports hinein. Umso wichtiger sind dieselben Grundsätze wie überall im Sport: Leistung zählt, nicht Herkunft. Deutschland sollte sich in den internationalen Gremien für offene Wettbewerbe und klare Regeln einsetzen.

Häufige Fragen

Worum ging es in der Pressemitteilung vom 5. September 2023?
Um den fortdauernden Ausschluss des russischen E-Sport-Verbands durch die European Esports Federation.1

Was forderte die AfD-Fraktion?
Wettkämpfe sollen frei von äußeren politischen Einflüssen stattfinden.1

Gibt es olympische E-Sport-Spiele?
Noch nicht. Der Vertrag des IOC mit Saudi-Arabien wurde 2025 beendet, ein neuer Termin steht aus.3

Quellen

  1. AfD-Bundestagsfraktion: Edgar Naujok: Ausschluss des russischen E-Sport-Verbands auf europäischer Ebene ist unwürdig, Pressemitteilung vom 05.09.2023. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  2. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/3104, Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zum Entwurf eines Steueränderungsgesetzes 2025, 03.12.2025. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/5933, Schriftliche Fragen mit Antworten der Bundesregierung, Frage 82 zu E-Sport in der Spitzensportförderung, Antwort vom 12. Mai 2026. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩
  4. Bundesgesetzblatt Teil I 2025 Nr. 363: Steueränderungsgesetz 2025 vom 22. Dezember 2025, verkündet am 23.12.2025. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  5. sportfrei.de: E-Sport ist Sport: Anerkennung statt Konkurrenz zum Rasen, 06.03.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  6. sportfrei.de: E-Sport im Bundestag: Gemeinnützigkeit ja, Ideologie nein, 09.11.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  7. sportfrei.de: E-Sport fördern: betreuter Rahmen statt Vorurteile gegen Gamer, 26.09.2019. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  8. sportfrei.de: E-Sport als Chance: Junge Leute über den Bildschirm in den Verein holen, 09.09.2022. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩

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