KW 25/2025 · AK-Aktuell · Dienstag, 17.06.2025
Kurz gesagt: Die damalige Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein, betont die Bedeutung des Ehrenamts, bleibt aber konkrete Lösungen schuldig.1 Wir fordern Entlastung, die im Alltag ankommt: Steuervorteile für Arbeitgeber von Ehrenamtlichen, höhere Pauschalen, weniger Bürokratie und Anerkennung bis in die Rente.
Ehrenamt verdient mehr als schöne Worte
Ob Übungsleiter im Sportverein, Feuerwehrmann oder Helfer beim Vereinsfest: Ohne Ehrenamt läuft nichts. Lob gibt es reichlich. Was fehlt, ist spürbare Entlastung. Hier liest Du, was im Koalitionsvertrag steht, was aus unserer Sicht nicht reicht und was wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion konkret fordern.
Faktenlage
CDU, CSU und SPD haben im Koalitionsvertrag 2025 angekündigt, die Übungsleiterpauschale auf 3.300 Euro und die Ehrenamtspauschale auf 960 Euro anzuheben, die Freigrenze für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gemeinnütziger Vereine auf 50.000 Euro zu erhöhen und das Gemeinnützigkeitsrecht zu vereinfachen. Dazu kommen ein „Zukunftspakt Ehrenamt“, ein Bürokratierückbaugesetz für Vereine und der Ausbau der Freiwilligendienste. Ob es Möglichkeiten gibt, das Ehrenamt für junge Menschen attraktiver zu machen, will die Koalition erst „prüfen“.2
Lars Schieske, Mitglied im Ausschuss für Sport und Ehrenamt, erklärte dazu in der Pressemitteilung: „Ehrenamtlich Engagierte brauchen mehr als symbolische Anerkennung – sie benötigen echte Unterstützung im Alltag.“ Die angekündigten Maßnahmen „reichen nicht aus und sind oft zu unkonkret oder auf die Zukunft verschoben“.1
Was wir fordern
- Arbeitgeber motivieren, Ehrenamtliche einzustellen und zu fördern, etwa durch Steuervergünstigungen. Niemand darf wegen seines Ehrenamts berufliche Nachteile haben.
- Bürokratie abbauen und Pauschalen erhöhen.
- Moderne Ausrüstung beschaffen.
- Ehrenamt in der Rente besser anerkennen.
- Junge Menschen gezielt unterstützen und für das Ehrenamt gewinnen.
- Anerkennung sichtbar machen: Auszeichnungen, öffentliche Würdigungen und Vergünstigungen.1
Warum das wichtig ist
Wer abends den Trainingsbetrieb leitet oder nachts zum Einsatz fährt, braucht keine Sonntagsreden. Er braucht einen Arbeitgeber, der ihn freistellt, weniger Formulare und eine Pauschale, die seinen Aufwand deckt. Wird das Ehrenamt nicht entlastet, fehlen bald Trainer, Betreuer und Einsatzkräfte. Dann fällt erst das Training aus und später der Brandschutz. Warum das Ehrenamt das Rückgrat des Sports ist, haben wir ausführlich beschrieben.3
Wer zuständig ist / Wie es weitergeht
Zuständig ist der Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt. Schenderlein ist inzwischen ins Bundesgesundheitsministerium gewechselt, seit dem 3. September 2026 hat Ronald Rauhe das Amt.4 Unsere Forderungen haben wir im Antrag 21/6034 zusammengefasst. Er verlangt unter anderem einen Übungsleiterfreibetrag von 4.000 Euro, eine Ehrenamtspauschale von 1.200 Euro und eine Steuerermäßigung für Arbeitgeber, die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Rettungsdiensten freistellen. Der steuerpflichtige Gewinn soll je ehrenamtlicher Einsatzkraft um bis zu 1.500 Euro jährlich sinken.5 Der Bundestag hat den Antrag am 21. Mai 2026 an die Ausschüsse überwiesen, darunter den Ausschuss für Sport und Ehrenamt.6
Fazit
Anerkennung, die nichts kostet, ist keine Anerkennung. Das Ehrenamt braucht sofortige, wirkungsvolle Entlastung: im Steuerrecht, im Beruf und in der Rente. Wir legen die Vorschläge auf den Tisch. Die Regierung muss liefern.
Häufige Fragen
Was hat die Koalition beim Ehrenamt angekündigt?
Höhere Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen, eine höhere Freigrenze für Vereine, ein einfacheres Gemeinnützigkeitsrecht und einen „Zukunftspakt Ehrenamt“.2
Warum Steuervorteile für Arbeitgeber?
Damit Ehrenamtliche keine beruflichen Nachteile haben und Betriebe Einsatzkräfte freistellen können.1
Wo steht unser Vorschlag im Bundestag?
Im Antrag 21/6034, der im Ausschuss für Sport und Ehrenamt beraten wird.6
Quellen
- AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Ehrenamt verdient mehr als schöne Worte, Pressemitteilung, 17.06.2025. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩
- CDU, CSU und SPD: Verantwortung für Deutschland, Koalitionsvertrag der 21. Legislaturperiode, 2025, Zeilen 1486 bis 1490 (Ehrenamt und Gemeinnützigkeit), 1986 bis 1993 (Ehrenamt entbürokratisieren), 3326 bis 3332 (Freiwilligendienste) und 3771 bis 3784 (Ehrenamt). PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
- sportfrei.de: Ehrenamt im Sport stärken: Wie wir für die Sportnation Deutschland kämpfen, 06.03.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: Ronald Rauhe ist neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt, 24.09.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- Deutscher Bundestag, Drucksache 21/6034: Antrag der Fraktion der AfD, Sportvereine, Ehrenamt und Katastrophenschutz stärken, 20.05.2026. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 21/80, 80. Sitzung vom 21. Mai 2026, Zusatzpunkt 3a: Überweisung des Antrags 21/6034 im vereinfachten Verfahren, S. 9573. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩


