Feuerwehrwettkämpfe 2026 abgesagt: Blamage für die Politik

KW 25/2025 · AK-Aktuell · Donnerstag, 19.06.2025

Kurz gesagt: Die Internationalen Feuerwehrwettkämpfe 2026 in Berlin sind wegen fehlender Finanzierung abgesagt worden, obwohl es nach Angaben der Berliner Feuerwehr frühe mündliche Zusagen aus der Bundespolitik gab.1, 2 Für uns ist das ein falsches Signal an alle, die im Ehrenamt und im Beruf für unsere Sicherheit einstehen.

Absage der Feuerwehrwettkämpfe 2026: eine Blamage für die Politik

Feuerwehrsport ist Leistungssport, Nachwuchsarbeit und Werbung für das Ehrenamt in einem. 2026 sollte Berlin Gastgeber der internationalen Wettkämpfe des Weltfeuerwehrverbands CTIF sein. Daraus wird nichts. Hier liest Du, was passiert ist, wer verantwortlich ist und was wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion daraus ableiten.

Faktenlage

Die Gremien des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) haben die für 2026 in Berlin geplanten Wettkämpfe wegen Geldmangels abgesagt. Erwartet wurden rund 3.500 Feuerwehrleute aus 30 Ländern. Die Berliner Feuerwehr bedauerte die Absage und verwies auf „mündliche Unterstützungszusagen, die es frühzeitig aus der Bundespolitik gegeben hatte“. Die Veranstaltung sollte in das Jahr fallen, in dem die Berliner Feuerwehr 175 Jahre alt wird.2

Veranstalter war der DFV, die Berliner Feuerwehr sollte organisatorisch unterstützen. Der DFV rechnete 2024 in einer ersten groben Schätzung mit einem Budget von 1,75 Millionen Euro, das über Sponsoren und Teilnahmegebühren möglichst kostenneutral gedeckt werden sollte.3 Nach Auskunft des Berliner Senats wurde dem DFV eine finanzielle Unterstützung des Bundes in Aussicht gestellt. Im Landeshaushalt standen keine Mittel für die Wettkämpfe zur Verfügung.4

Lars Schieske, Mitglied im Ausschuss für Sport und Ehrenamt, erklärte in der Pressemitteilung: „Die Absage der Feuerwehrwettkämpfe ist ein fatales Signal an all jene, die sich tagtäglich für unser Land einsetzen.“ Und: „Besonders enttäuschend ist, dass trotz mündlicher Zusagen aus der Bundespolitik die nötige Finanzierung nicht gesichert wurde.“1

Was wir fordern

  • Verlässliche Zusagen: Was die Bundespolitik in Aussicht stellt, muss im Haushalt stehen.
  • Feuerwehrsport als Teil der Sport- und Ehrenamtsförderung des Bundes anerkennen.
  • Großereignisse des Feuerwehrsports gezielt für Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung nutzen.
  • Echte Wertschätzung für Einsatzkräfte: steuerliche Entlastung für Arbeitgeber, die ehrenamtliche Einsatzkräfte freistellen, und Investitionen in Ausrüstung und Jugendarbeit.5

Warum das wichtig ist

Ein solches Großereignis macht sichtbar, was Feuerwehrleute leisten. Es motiviert die Aktiven, bringt Jugendfeuerwehren auf die Bühne und wirbt für den Dienst. Schieske nannte die Absage einen Verlust für die „Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung“.1 Der Betrag, um den es ging, ist im Vergleich zu anderen Sportgroßveranstaltungen gering. Gescheitert ist das Projekt nicht am Geld, sondern an fehlender Verbindlichkeit.

Wer zuständig ist / Wie es weitergeht

Ausrichter war der DFV. Über konkrete Zusagen des Bundes und deren Höhe konnte der Berliner Senat auf Anfrage keine Angaben machen.4 Die AfD-Fraktion hat angekündigt, das Thema im Ausschuss für Sport und Ehrenamt anzusprechen und die Verantwortlichen zur Rede zu stellen.1 Im Bundestag haben wir unsere Forderungen für Feuerwehr und Ehrenamt mit dem Antrag 21/6034 eingebracht. Er verlangt unter anderem Investitionen in Gerätehäuser, Fahrzeuge und Schutzkleidung sowie bessere Freistellungsmodelle.5 Der Bundestag hat ihn am 21. Mai 2026 im vereinfachten Verfahren an die Ausschüsse überwiesen, darunter den Ausschuss für Sport und Ehrenamt.6 Wie Anerkennung vor Ort scheitern kann, zeigt der Fall Cottbus.7

Fazit

Wer Feuerwehrleute lobt, muss auch zahlen, wenn es darauf ankommt. Mündliche Zusagen ohne Haushaltstitel sind nichts wert. Wir brauchen Verlässlichkeit, klare Prioritäten und echte Wertschätzung für unsere Einsatzkräfte.

Häufige Fragen

Wer hat die Wettkämpfe abgesagt?
Die Gremien des Deutschen Feuerwehrverbandes, wegen fehlender Finanzierung.2

Wie teuer sollte die Veranstaltung werden?
Der DFV schätzte 2024 ein Budget von 1,75 Millionen Euro, das weitgehend über Einnahmen gedeckt werden sollte.3

Was fordern wir für die Feuerwehr?
Mit Antrag 21/6034 unter anderem Steuerentlastung für Arbeitgeber ehrenamtlicher Einsatzkräfte, Investitionen in Ausrüstung und Förderung der Jugendarbeit.5

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Absage der internationalen Feuerwehrwettkämpfe 2026 ist eine Blamage für die Politik, Pressemitteilung, 19.06.2025. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩
  2. news.de (dpa): Internationale Feuerwehr-Wettbewerbe 2026 in Berlin abgesagt, 18.06.2025. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  3. Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/19554: Schriftliche Anfrage Planungsstand und Kosten für die CTIF-Feuerwehrolympiade, Antwort vom 08.07.2024. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  4. Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/22996: Schriftliche Anfrage Keine Ausrichtung der CTIF-Wettkämpfe durch die Berliner Feuerwehr, Antwort vom 04.07.2025. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  5. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/6034: Antrag der Fraktion der AfD, Sportvereine, Ehrenamt und Katastrophenschutz stärken, 20.05.2026. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  6. Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 21/80, 80. Sitzung vom 21. Mai 2026, Zusatzpunkt 3a: Überweisung des Antrags 21/6034 im vereinfachten Verfahren, S. 9573. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  7. sportfrei.de: Anerkennung für die Feuerwehr: Cottbus scheitert am Prüfauftrag, 02.10.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩

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