KW 39/2026 · AK-Aktuell · Stand: 24. September 2026
Kurz gesagt
Ronald „Ronny“ Rauhe ist seit dem 3. September 2026 Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.1 Er folgt auf Christiane Schenderlein, die als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesgesundheitsministerium gewechselt ist. Das Amt war seit Ende Juli 2026 unbesetzt.2 Seit seinem Amtsantritt beantwortet Rauhe für die Bundesregierung bereits schriftliche Fragen von Abgeordneten zur Sportpolitik.3
Wer ist Ronald Rauhe?
Rauhe wurde am 3. Oktober 1981 in Berlin geboren und gehört zu den erfolgreichsten deutschen Kanurennsportlern. Er startete bei sechs Olympischen Spielen und gewann zweimal Gold (Athen 2004, Tokio 2021), zweimal Silber und einmal Bronze. Dazu kommen 16 Weltmeister- und 15 Europameistertitel. In Tokio 2021 war er Fahnenträger der deutschen Mannschaft.1
Von 2002 bis 2021 war Rauhe Sportsoldat bei der Bundeswehr. Er studierte Sportmanagement an der Universität Potsdam, gründete nach der Karriere ein eigenes Unternehmen, arbeitete als Entwicklungsberater beim Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) und war von 2022 bis 2026 TV-Experte beim ZDF.1
Was der Wechsel bedeutet
Mit Rauhe übernimmt ein Mann das Amt, der das Fördersystem aus der Sicht der Athleten kennt: als Sportsoldat, als Kaderathlet und als Berater beim FES, einem der beiden vom Bund geförderten Institute für Sportgeräteentwicklung und Trainingswissenschaft. Er tritt sein Amt mitten in den Haushaltsberatungen für 2027 an. Diese Beratungen entscheiden darüber, wie das neue Sportfördergesetz finanziell unterlegt wird.4
Was wir vom neuen Staatsminister erwarten
Die Personalie ist für uns kein Selbstzweck. Entscheidend ist, ob sich die Lage für Athleten, Trainer, Vereine und Ehrenamtliche verbessert. Als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Fraktion messen wir den Staatsminister an konkreten Punkten, die wir in unseren Änderungsanträgen zum Haushalt 2027 beziffert haben:4
- Athleten, die von ihrem Sport leben können: Die unmittelbare Athletenförderung muss auf mindestens 1.800 Euro im Monat steigen. Der Regierungsentwurf sieht 850 bzw. 1.050 Euro vor.
- Kein Abbau bei den Stützpunkten: Die Zahl der Olympia- und Bundesstützpunkte darf gegenüber 2026 nicht sinken.
- Trainingswissenschaft sichern: Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) und FES brauchen einen Aufwuchs, damit Fachleute nicht ins Ausland abwandern. Gerade Rauhe kennt die Arbeit des FES aus eigener Anschauung.
- Sportstätten statt Verwaltung: Mehr Geld für die Sanierung von Sportstätten – vom Hochleistungssport bis zur Vereinsturnhalle – und weniger neue Behördenstrukturen.
Wir werden den neuen Staatsminister im Ausschuss für Sport und Ehrenamt beim Wort nehmen – sachlich, kritisch und im Interesse der Sportler und Ehrenamtlichen.
Quellen
- Die Bundesregierung: Staatsminister Ronald Rauhe (Lebenslauf). Link (abgerufen am 24.09.2026) ↩
- DOSB: Ronny Rauhe ist neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt, 03.09.2026. Link (abgerufen am 24.09.2026) ↩
- Deutscher Bundestag: Drucksache 21/7980, Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 7. September 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung. PDF (abgerufen am 24.09.2026) ↩
- Deutscher Bundestag, Ausschuss für Sport und Ehrenamt: Änderungsanträge der Fraktion der AfD zu Einzelplan 04, Ausschussdrucksachen 21(5)143–158. PDF (abgerufen am 24.09.2026) ↩


