Sportfördergesetz: Strukturreform ja, aber Athleten und Trainer ins Zentrum

KW 27/2026 · AK-Aktuell · Freitag, 03.07.2026

Kurz gesagt: Die AfD-Bundestagsfraktion begrüßt das Sportfördergesetz als wichtigen ersten Schritt zu besseren Strukturen im Spitzensport. Jörn König, sportpolitischer Sprecher der Fraktion, fordert zugleich zwei verbindliche Athletenvertreter im Stiftungsrat und dreimal so viele Sitze für Athleten und Trainer im Sportfachbeirat.1 Unser Maßstab: Förderung muss bei denen ankommen, die Leistung bringen.

Sportfördergesetz: Strukturreform ja, aber Athleten und Trainer gehören in die Mitte

Mit dem Sportfördergesetz soll die Förderung des Spitzensports erstmals eine eigene gesetzliche Grundlage bekommen. Kern ist eine unabhängige Spitzensport-Agentur, die die Bundesmittel vergibt.2 Wenn Du wissen willst, warum wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion dem Gesetz zustimmen und trotzdem Nachbesserungen verlangen, findest Du hier die Antworten.

Faktenlage

Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf am 13. Mai 2026 als Drucksache 21/5921 vorgelegt. Er verweist selbst darauf, dass schon 2016 ein Reformkonzept für den Leistungssport beschlossen wurde, das allein nicht zu tiefgreifenden Verbesserungen führte. Als Ziel nennt er eine Top-5-Platzierung bei Olympischen Sommerspielen und eine Top-3-Platzierung bei Winterspielen in der Nationenwertung.2

Der Ausschuss für Sport und Ehrenamt hat am 24. Juni 2026 in seiner 26. Sitzung eine öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf durchgeführt.3 Geladen waren unter anderem Athleten Deutschland, der Deutsche Behindertensportverband, der DOSB, die Konferenz der Landessportbünde und der Berufsverband der Trainer.4

Was Jörn König sagt

Zur Anhörung erklärte Jörn König in der Pressemitteilung der Fraktion wörtlich: „Die AfD-Bundestagsfraktion begrüßt das Sportfördergesetz ausdrücklich.“ Und weiter: „Bereits 2016 wurde eine umfassende Reform beschlossen, zehn Jahre später wird nun endlich eine Strukturreform umgesetzt.“1

König stellte zugleich klar: „Es darf aber nicht bei einer bloßen Umstrukturierung der Funktionärsebene bleiben. Im Mittelpunkt der Förderung müssen die Athleten und Trainer stehen.“1

Was wir fordern

  • Zwei verbindliche Athletenvertreter im Stiftungsrat der geplanten Stiftung: einen olympischen und einen paralympischen Athleten.
  • Dreimal so viele Sitze für Athleten und Trainer im Sportfachbeirat.
  • Eine Förderung, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen des Leistungssports ausrichtet.1

Im Ausschuss haben wir zusätzlich einen Trainervertreter im Stiftungsrat und verbindlichere Förderzusagen verlangt.4

Warum das wichtig ist

Medaillen gewinnen Athleten und ihre Trainer, nicht Gremien. Wenn die neue Agentur über Millionen entscheidet, müssen die Betroffenen mit am Tisch sitzen. Wie knapp viele Spitzensportler leben, haben wir bereits beschrieben.5 Eine Reform, die nur Zuständigkeiten verschiebt, bringt Deutschland nicht zurück an die Weltspitze.

Wie es weiterging

Der Sportausschuss hat am 8. Juli 2026 die Annahme in geänderter Fassung empfohlen, mit den Stimmen von CDU/CSU, AfD, SPD und Grünen gegen die Linke. Mit dem Änderungsantrag der Koalition sitzt nun auch ein Vertreter der Athletenkommission des DOSB im Stiftungsrat. Der Stiftungsrat hat zehn Mitglieder.4 Am 10. Juli 2026 hat der Bundestag das Gesetz in namentlicher Abstimmung mit 519 Ja- zu 43 Nein-Stimmen beschlossen (endgültiges Ergebnis).6 Der Bundesrat hat am 25. September 2026 auf den Vermittlungsausschuss verzichtet.7

Unsere Forderung ist damit zur Hälfte erfüllt: ein Athletenvertreter statt zwei, kein eigener paralympischer Sitz, kein Trainervertreter. Wir begleiten den Aufbau der Spitzensport-Agentur weiter eng.

Fazit

Das Sportfördergesetz ist ein überfälliger Schritt, deshalb haben wir zugestimmt. Fertig ist die Reform damit nicht. Athleten und Trainer brauchen echte Mitsprache, und die Förderung muss sich an Ergebnissen messen lassen.

Häufige Fragen

Was regelt das Sportfördergesetz?
Es stellt die Spitzensportförderung des Bundes erstmals auf eine gesetzliche Grundlage und schafft eine Spitzensport-Agentur für die Vergabe der Mittel.2

Was fordert die AfD-Fraktion?
Zwei verbindliche Athletenvertreter im Stiftungsrat, einen olympischen und einen paralympischen, und dreimal so viele Sitze für Athleten und Trainer im Sportfachbeirat.1

Ist das Gesetz beschlossen?
Ja. Der Bundestag hat es am 10. Juli 2026 beschlossen, der Bundesrat hat am 25. September 2026 keinen Vermittlungsausschuss verlangt.6, 7

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: AfD-Fraktion begrüßt Sportfördergesetz, Pressemitteilung, 03.07.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/5921: Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der Förderung des Spitzensports (Sportfördergesetz – SpoFöG), 13.05.2026. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag, Ausschuss für Sport und Ehrenamt: 26. Sitzung, Anhörung zum Sportfördergesetz (SpoFöG), 24.06.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  4. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/7006: Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Sport und Ehrenamt zum Sportfördergesetz, 08.07.2026. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  5. sportfrei.de: Top-Leistung, aber kaum Einkommen – warum deutsche Spitzensportler oft am Limit leben, 13.05.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  6. Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 21/90 der Sitzung vom 10.07.2026, Sportfördergesetz, 2. und 3. Beratung mit namentlicher Abstimmung, S. 11215 ff. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  7. Bundesrat, Plenarprotokoll 1068 der Sitzung vom 25.09.2026, Sportfördergesetz, S. 421 f. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩

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