Unterrichtsfach Sport stärken: Vier Stunden Pflicht, Schwimmen sichern, Wettkämpfe zurück in die Schule

Kurzbeschreibung

Mit ihrem Antrag in Drucksache 20/5366 fordert die AfD-Bundestagsfraktion eine klare Aufwertung des Unterrichtsfaches Sport: mehr Pflichtstunden, gesicherter Schwimmunterricht und regelmäßige Schulwettkämpfe statt weiterer Abwertung dieses Faches.1, 4

Der Arbeitskreis Sport und Ehrenamt macht damit deutlich, dass Schulsport nicht länger als Lückenfüller und Ausfallreserve behandelt werden darf, sondern als zentrales Fach für Gesundheit, Leistungsbereitschaft und Persönlichkeitsentwicklung.1, 6

Einleitung

Die AfD-Bundestagsfraktion stellt in ihrem Antrag „Wertschätzung und Förderung des Unterrichtsfaches Sport“ fest, dass Bewegung, Spiel und Sport elementare und unverzichtbare Bestandteile ganzheitlicher Bildung sind, die die körperliche, emotionale, intellektuelle und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen positiv beeinflussen.1, 6

Trotz dieser Erkenntnis wird der Sportunterricht an Schulen seit Jahren systematisch an den Rand gedrängt, fachfremd erteilt, bei Personalmangel zuerst gestrichen und durch theoretische oder „projektorientierte“ Ersatzangebote ausgehöhlt.1, 2

Der Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion zieht daraus eine klare Konsequenz: Wer es mit Gesundheit, Leistungsbereitschaft und Persönlichkeitsbildung ernst meint, muss das Unterrichtsfach Sport verbindlich stärken und darf dessen Abwertung nicht weiter hinnehmen.5, 6

Problemaufriss

Im Antrag 20/5366 stellt die AfD-Bundestagsfraktion fest, dass Sportunterricht und Schulsport zentrale und unverzichtbare Elemente für die Bewegungs- und Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen sind, in der Schulpraxis aber überproportional vom Unterrichtsausfall betroffen sind und zu wenig Beachtung in den Stundentafeln finden.1, 4

Gleichzeitig nehmen Bewegungsmangel, Übergewicht und motorische Defizite zu, während die Politik zwar Prävention predigt, aber ausgerechnet beim Sportunterricht spart, ihn kürzt oder durch fachfremde Vertretungen qualitativ entwertet.1, 2, 7

Hinzu kommt, dass Schwimmunterricht – obwohl er laut Kultusministerkonferenz und Ländererlassen als wesentlicher Bestandteil der Grundbildung gilt – in vielen Regionen wegen maroder Bäder, fehlender Wasserflächen und organisatorischer Probleme ausfällt oder nur in Reststunden stattfindet.1, 3, 7

Schulwettkämpfe und leistungsorientierte Sportvergleiche werden zurückgefahren oder „entemotionalisiert“, obwohl sie Kindern Leistungsbereitschaft, Fairness, Umgang mit Sieg und Niederlage und Identifikation mit ihrer Schule vermitteln könnten.1, 6, 7

Faktenlage

In der Drucksache 20/5366 beantragt die AfD-Bundestagsfraktion, vier Sportstunden pro Woche in allen Schulformen der Klassenstufen 4 bis 10 als durchgängiges Pflichtfach in die Stundentafeln aufzunehmen und zusätzlich vier Sportstunden pro Semester in den Jahrgangsstufen 11 bis 13 sicherzustellen.1, 4

Die Fraktion fordert außerdem, dass das Unterrichtsfach Sport nicht länger überdurchschnittlich vom Unterrichtsausfall betroffen sein darf und der tatsächliche Sportunterricht in seiner vorgesehenen Stundenzahl verbindlich abgesichert wird.1, 2

Ein weiterer zentraler Punkt des Antrags ist ein durchgängiger Schwimmunterricht in den Klassenstufen 1 bis 4, damit alle Kinder spätestens am Ende der Grundschule sicher schwimmen können – ein Anspruch, der in den aktuellen Realitäten vieler Bundesländer klar verfehlt wird.1, 3

Die AfD-Bundestagsfraktion verlangt zudem die Wiedereinführung und verbindliche Verankerung regelmäßiger Schulwettkämpfe im Sport, bis hin zu deutschen Schulmeisterschaften, um Wettbewerb, Leistung und Gemeinschaft im Schulalltag sichtbar und erfahrbar zu machen.1, 6

Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung empfahl in seiner Beschlussempfehlung 20/6997 die Ablehnung des Antrags, und die Koalitionsfraktionen sowie die übrigen Oppositionsfraktionen folgten dieser Empfehlung, obwohl im Ausschuss anerkannt wurde, dass Bewegungsmangel und die Bedeutung des Schulsports reale Probleme sind.2, 4

Der Bundestagsdienst fasst im Kurzbericht zusammen, dass die AfD mit der Forderung nach vier Sportstunden, durchgehendem Schwimmunterricht und verpflichtenden Schulwettkämpfen gescheitert ist – nicht weil der Problembefund widerlegt worden wäre, sondern weil die anderen Fraktionen diese Konsequenz politisch nicht ziehen wollen.2, 8

Politische Einordnung

Der Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion sieht im Antrag 20/5366 einen Kernbaustein einer ernst gemeinten Sport- und Bildungspolitik: Sport ist kein nettes Zusatzfach, sondern ein zentrales Unterrichtsfach für Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Disziplin und sozialen Zusammenhalt.5, 6

Indem die anderen Fraktionen die AfD-Forderungen ablehnen, zeigen sie, dass sie zwar über Bewegungsmangel, Inaktivität, Prävention und Inklusion reden, aber die einfachste und wirksamste Stellschraube – mehr und verbindlicher Sportunterricht – nicht entschlossen anpacken wollen.2, 8

Die AfD stellt dem eine klare Linie entgegen: Statt weichgespülter Projekte braucht es harte Stundenkontingente, echte Verbindlichkeit, qualitativ abgesicherten Fachunterricht und flächendeckende Angebote, die über bloße Symbolpolitik hinausgehen.1, 5

Insbesondere die Forderung nach durchgehendem Schwimmunterricht und regelmäßigen Schulwettkämpfen zeigt, dass es der AfD nicht um beliebige Bewegungsförderung geht, sondern um konkrete Fertigkeiten, Leistungsbereitschaft und eine Rückkehr zu einem anspruchsvollen, fachlich orientierten Schulsport.1, 3, 6

Damit wird der politische Konflikt klar: Entweder wird das Unterrichtsfach Sport verbindlich gestärkt, oder es bleibt Alibifach und Ausfallpuffer – mit absehbar fatalen Folgen für die körperliche und charakterliche Entwicklung der nächsten Generation.1, 2, 7

Forderungen

Die AfD-Bundestagsfraktion fordert, vier Stunden Sportunterricht pro Woche in allen Schulformen der Klassenstufen 4 bis 10 als Pflichtumfang verbindlich festzuschreiben und diese Stunden gegen Ausfall und fachfremde Erteilung abzusichern.1, 4

Darüber hinaus verlangt sie vier zusätzliche Sportstunden pro Semester in der gymnasialen Oberstufe, damit Sport auch in den Jahrgängen 11 bis 13 als ernstzunehmendes Unterrichtsfach präsent bleibt und nicht in Projektwochen oder freiwillige Angebote abgeschoben wird.1, 2

Der Antrag sieht einen durchgängigen Schwimmunterricht in den Klassenstufen 1 bis 4 vor, der von qualifizierten Kräften erteilt und infrastrukturell ermöglicht werden muss, damit kein Kind die Grundschule ohne sichere Schwimmfähigkeit verlässt.1, 3

Regelmäßige Schulwettkämpfe und schulübergreifende Meisterschaften sind wieder flächendeckend zu etablieren, um den Wettkampfcharakter des Sports, Leistungsbereitschaft, Fairness und Identifikation mit der eigenen Schule zu fördern, statt Sport auf unverbindliche Bewegungsangebote zu reduzieren.1, 6

Schließlich fordert die AfD, den Stellenwert des Unterrichtsfaches Sport in der Lehrerbildung, in den Stundentafeln, in der Schulaufsicht und in der öffentlichen Debatte sichtbar anzuheben, damit der Schulsport nicht länger als Restgröße des Stundenplans behandelt wird, sondern als tragende Säule einer gesunden Sportnation.1, 5, 7

Was auf dem Spiel steht: Schulsport als Fundament der Sportnation

Mit dem Antrag 20/5366 macht die AfD-Bundestagsfraktion deutlich, dass sich an der Behandlung des Unterrichtsfaches Sport entscheidet, ob Deutschland den Anspruch auf eine leistungsfähige Sportnation noch ernst nimmt oder weiter in Richtung Bewegungsmangel, Leistungsverweigerung und gesundheitlichem Verfall abgleitet.1, 5, 7

Der Arbeitskreis Sport und Ehrenamt fordert deshalb einen Bruch mit der bisherigen Linie der Altparteien: Vier Stunden Sport, gesicherter Schwimmunterricht und echte Schulwettkämpfe sind keine radikale Forderung, sondern das Minimum, wenn Sport mehr sein soll als Dekoration im Stundenplan – ohne diese Korrektur bleibt die „Wertschätzung“ des Unterrichtsfaches Sport reine Phrase.1, 2, 6

Quellen

  1. Deutscher Bundestag: BT-Drs. 20/5366 – Antrag der AfD-Fraktion „Wertschätzung und Förderung des Unterrichtsfaches Sport“
  2. Deutscher Bundestag: BT-Drs. 20/6997 – Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung zu 20/5366
  3. Deutscher Bundestag: hib 281/2023 – AfD-Fraktion scheitert mit Anträgen zum Schulsport (u.a. 20/5366)
  4. DIP: Vorgang 20/5366 – Wertschätzung und Förderung des Unterrichtsfaches Sport
  5. AfD-Bundestagsfraktion: Sportpolitische Leitlinien 2025
  6. AfD-Bundestagsfraktion: Wertschätzung und Förderung des Unterrichtsfaches Sport (Pressemitteilung)
  7. Fachzeitschrift „sportunterricht“: Analyse des AfD-Antrags 20/5366 und der Forderung nach vier Sportstunden
  8. Deutscher Bundestag: Protokoll 27. Sitzung Bildungsausschuss – Ablehnung des Antrags 20/5366

Soll der Sportunterricht an Schulen verbindlich auf vier Wochenstunden erhöht werden?

Nein, nicht nötig Leichte Erhöhung reicht Ja, vier Stunden Pflicht

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