8. Sitzung Sportausschuss am 25.09.2025: Sporthaushalt 2026, Trainer unterfinanziert

8. Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt, 25.09.2025

KW 39/2025 · Ausschuss · Donnerstag, 25.09.2025

Sporthaushalt 2026 im Sportausschuss: Rekord auf dem Papier, Trainer bleiben unterfinanziert

In der 8. Sitzung am 25. September 2025 hat der Sportausschuss den Sporthaushalt 2026 angeberaten, erstmals unter dem Dach des Bundeskanzleramtes.1 Staatsministerin Christiane Schenderlein stellte 357,5 Millionen Euro für den Sport vor und sprach von einem Rekordwert.2 Für uns waren Jörn König und Thomas Korell mit Fragen dabei. Hier bekommst Du die Zahlen, die Fragen und unsere Bewertung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Regierungsentwurf 2026 stehen im Einzelplan 04 rund 357,5 Millionen Euro für den Sport und rund 13,3 Millionen Euro für Ehrenamt und Engagement.3
  • Für Trainer und Leistungssportpersonal ist nur ein Plus von knapp 2,5 Millionen Euro vorgesehen.2
  • Jörn König rechnete vor: Das sind rund 32.000 Euro pro Spitzenverband, nötig wären mindestens 14 Millionen Euro.2
  • Thomas Korell fragte nach der Wirtschaftlichkeit der Bundesmittel für die NADA.3
  • Es war eine Anberatung. Abschließend beraten wollte der Ausschuss am 8. Oktober 2025.3

Die Sitzung im Überblick

  • Datum und Uhrzeit: Donnerstag, 25. September 2025, 8:00 Uhr, Ende 8:51 Uhr.4, 3
  • Ort: Berlin, Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal E 400, hybrid.4
  • Öffentlich: ja, mit Übertragung im Parlamentsfernsehen.5
  • TOP 1: Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Haushaltsgesetz 2026, Drucksache 21/600, Anberatung Einzelplan 04 – Bundeskanzleramt zur gutachtlichen Stellungnahme an den Haushaltsausschuss.6
  • TOP 2: Verschiedenes.

Wer geladen war

Für die Bundesregierung trug Staatsministerin für Sport und Ehrenamt Dr. Christiane Schenderlein (Bundeskanzleramt) vor. Die Abteilungsleiterin im Kanzleramt, Dr. Babette Kibele, war digital zugeschaltet. Aus dem Bundesinnenministerium antwortete Dr. Patrick Spitzer. Sachverständige waren nicht geladen.3

Die Zahlen im Einzelplan 04

Die Sportmittel sind vom Innenministerium ins Kanzleramt umgezogen. Dort gibt es zwei neue Kapitel: 0416 für Ehrenamt, Engagement und Sport sowie 0417 für das Bundesinstitut für Sportwissenschaft. Zusammen stehen rund 370,8 Millionen Euro bereit. Nach Übergang weiterer Mittel aus anderen Ressorts sollen es rund 385 Millionen Euro werden.3

Für den Sportstättenbau im Spitzensport ist ein Aufwuchs von knapp 30 Millionen Euro geplant, von 18,8 auf 48,2 Millionen Euro. Ohne 100 Millionen Euro zusätzlich wäre der Sportetat nach Angaben der Staatsministerin auf 258 Millionen Euro gesunken.3, 2

Zur sogenannten Sportmilliarde aus dem Sondervermögen verwies Schenderlein auf den Maßgabebeschluss des Haushaltsausschusses. Für 2025 sind fünf Millionen Euro, für 2026 328 Millionen Euro eingestellt. Der Rest bis zu einer Milliarde soll über den Einzelplan 60 kommen.2

Trainer, Athleten und Olympia

Stephan Mayer (CDU/CSU) kritisierte, das Plus von 2,5 Millionen Euro sei nicht die angekündigte Traineroffensive. Schenderlein kündigte einen Runden Tisch an und verwies auf die Federführung des Arbeitsministeriums.2 Bettina Lugk (SPD) fragte nach den 2,45 Millionen Euro für die Olympiabewerbung und nach der Athletenförderung. Laut Staatsministerin erhalten rund 850 Athleten über die Sporthilfe 700 oder 800 Euro im Monat.3

Tina Winklmann (Grüne) forderte mehr Verlässlichkeit für das gesamte Leistungssportpersonal. Christian Görke (Linke) fragte nach einer Kürzung von 446.000 Euro beim Leistungssportpersonal und nach der Förderung des Behindertensports.3

Unsere Fragen und Beiträge

Jörn König schloss sich dem Befund an, dass es einen Aufwuchs gibt, stellte aber den Abstand zur Kultur heraus: Dort seien zwei Milliarden Euro erreicht, beim Sport „hühnern wir jetzt immer noch bei 350 Mio. Euro herum“ (Wortprotokoll 21/8, S. 9).3 Die 2,5 Millionen Euro für Trainer seien gerade einmal 32.000 Euro pro Spitzenverband. Für Gehälter auf dem Niveau des TVöD bräuchte es allein bei den 28 traditionellen olympischen Sommersportarten mindestens 14 Millionen Euro mehr.2

König schlug zudem einen Liquiditätsfonds vor, aus dem Reisekosten für Olympia vorgeschossen werden. Verbände könnten so früh und günstiger buchen und bessere Unterkünfte nahe den Wettkampforten sichern. Außerdem bat er die Staatsministerin, in der Sportministerkonferenz den Rückzug der Länder aus der Sportfinanzierung anzusprechen: „Denn Sport ist originär erst einmal Ländersache“ (Wortprotokoll 21/8, S. 10).3

Thomas Korell fragte zum Titel 686 23, dem Zuschuss für die Dopingbekämpfung, wie die Wirtschaftlichkeit der Bundesmittel bei der NADA gesichert wird: „Wird neben der jährlichen Prüfung des Jahresabschlusses auch inhaltlich geprüft, ob die Ausgaben in einem angemessenen Nutzen stehen?“ (Wortprotokoll 21/8, S. 9).3

Die Antworten: Die NADA-Mittel prüfe das Bundesverwaltungsamt. Reisekosten lägen in der Verantwortung der Verbände. Bei Trainern gelte zuerst das Konzept, dann die Förderung.3

Beschlüsse und Ergebnisse

Abgestimmt wurde nicht. Die Sitzung war die Anberatung des Einzelplans 04. Die abschließende Beratung mit gutachtlicher Stellungnahme an den Haushaltsausschuss setzte die Vorsitzende für die nächste Sitzung am 8. Oktober 2025 an. Zu TOP 2 gab es keine Wortmeldungen.3

Unsere Einordnung

Ein Rekord, der zum großen Teil aus Umbuchungen und Nachholeffekten besteht, ist kein Aufbruch. Wenn der Etat ohne Zusatzmittel auf 258 Millionen Euro gefallen wäre, zeigt das, wie lange der Sport im Innenministerium mitgelaufen ist. Die Trainerfrage bleibt ungelöst. Ein Runder Tisch ersetzt keine Gehälter. Wer Medaillen will, muss Trainer halten.

Was wir fordern

  • Traineroffensive mit Geld: mindestens 14 Millionen Euro mehr für Trainergehälter in den Spitzenverbänden, orientiert am TVöD.
  • Liquiditätsfonds: Vorschüsse für Reisekosten zu Großereignissen, damit Verbände früh und günstig buchen können.
  • Länder in die Pflicht: Die Sportministerkonferenz muss den Rückzug der Länder aus der Sportfinanzierung beenden.
  • Kontrolle der Mittel: Ausgaben der NADA nicht nur formal, sondern auch auf ihren Nutzen prüfen.
  • Sportmilliarde verbindlich: die Mittel bis zu einer Milliarde Euro im Einzelplan 60 fest einplanen und zügig für Sportstätten ausgeben.

Fazit

Der Sporthaushalt 2026 wächst, aber die Lücke bei den Trainern bleibt. 2,5 Millionen Euro für alle Spitzenverbände sind ein Signal, keine Lösung.

Wir bleiben dran: in den Haushaltsberatungen, bei der Sportmilliarde und bei den Ländern. Behalte die nächsten Sitzungen im Blick. Sport frei!

Quellen

  1. Deutscher Bundestag: 8. Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt, Sitzungsseite, 25.09.2025. https://www.bundestag.de/ausschuesse/sport_und_ehrenamt/anhoerungen/1107316-1107316 (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  2. Deutscher Bundestag, heute im bundestag (hib 447/2025): 357,5 Millionen Euro sind 2026 für den Sport eingeplant, 25.09.2025. https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1111704 (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag, Ausschuss für Sport und Ehrenamt: Wortprotokoll der 8. Sitzung, Protokoll-Nr. 21/8, 25.09.2025. https://www.bundestag.de/resource/blob/1127050/250925_wortprotokoll_8.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  4. Deutscher Bundestag, Ausschuss für Sport und Ehrenamt: Tagesordnung der 8. Sitzung, Mitteilung vom 19.09.2025. https://www.bundestag.de/resource/blob/1110110/to08.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩
  5. Deutscher Bundestag, Mediathek: 8. Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt, 25.09.2025. https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7636057 (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  6. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/600, Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2026 (Haushaltsgesetz 2026 – HG 2026), 15.08.2025. https://dserver.bundestag.de/btd/21/006/2100600.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩

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