Antrag Olympia-Rente: lebenslange Versorgung für Medaillengewinner ab 40

KW 9/2023 · AK-Aktuell · Dienstag, 28.02.2023

Kurz gesagt: Mit dem Antrag 20/5816 vom Februar 2023 haben wir eine lebenslange Versorgung ab dem 40. Lebensjahr für Olympiasieger, Paralympicssieger und Medaillengewinner gefordert, erstmals für die Spiele in Paris 2024.1, 2 Der Sportausschuss empfahl die Ablehnung, der Antrag ist mit dem Ende der Wahlperiode erledigt.3, 4

Olympia-Rente: Wer für Deutschland Medaillen holt, darf im Alter nicht leer ausgehen

Spitzensport kostet Jahre, die im Berufsleben und bei der Rente fehlen. Unsere Prämien-Anträge waren zuvor gescheitert. Deshalb haben wir als Arbeitskreis Sport einen anderen Weg vorgeschlagen. Hier erfährst Du, was im Antrag stand und was daraus geworden ist.

Faktenlage

Der Antrag stellt fest: Leistungssportler absolvieren bis zu 15 Trainingseinheiten pro Woche, 20 Stunden Training sind fast Mindeststandard. Für eine Goldmedaille gab es 20.000 Euro, für Silber 15.000 Euro, für Bronze 10.000 Euro. Die Prämie war seit 2014 nicht erhöht worden. Die Nachaktivenförderung der Sporthilfe beträgt bis zu 500 Euro im Monat für höchstens drei Jahre, der Zuschuss zur Altersvorsorge fließt nur während der Kaderzeit.2

Laut einer im Antrag zitierten Studie von Prof. Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln verlieren Spitzensportler zwischen 18 und 30 Jahren im Schnitt 58.000 Euro Bruttoeinkommen, mit spätem Berufseinstieg und fehlender Altersvorsorge eher 80.000 Euro. Als Vorbild nennt der Antrag Polen: Dort erhält jeder Medaillengewinner ab dem 40. Lebensjahr eine lebenslange, steuerfreie Rente.2

Was wir mit dem Antrag gefordert haben

  • Die Deutsche Sporthilfe wird aufgefordert, Olympiasiegern, Paralympicssiegern und Medaillengewinnern ab den Spielen in Paris 2024 eine lebenslange Versorgung ab dem 40. Lebensjahr auszuzahlen.
  • Die Höhe richtet sich nach Paragraf 31 des Bundesversorgungsgesetzes.
  • Der Bund stellt jährlich die nötigen Mittel bereit, berechnet nach dem Medaillenspiegel der jeweils letzten Spiele.

Nach der Begründung hätte die Versorgung zum 1. Juli 2022 bei 854 Euro im Monat gelegen und wäre vollständig aus Steuern zu finanzieren.2

Warum das wichtig ist

Weniger als die Hälfte der deutschen Athleten in Tokio kam aus den Sportfördergruppen von Bundeswehr und Bundespolizei. Alle anderen stehen nach der Karriere oft ohne Absicherung da. Viele Talente hören deshalb nach der Schule auf. Eine lebenslange Versorgung setzt nach unserer Überzeugung keinen Fehlanreiz, sondern einen Anreiz zum Weitermachen.2

Die Vorgeschichte: Unsere Anträge für höhere Olympiaprämien wurden 2020 im Sportausschuss5 und 2022 erneut abgelehnt.6

Was daraus wurde

Der Bundestag überwies den Antrag am 2. März 2023 an den Sportausschuss, mitberatend an den Haushaltsausschuss und den Ausschuss für Arbeit und Soziales. Der Sportausschuss empfahl die Ablehnung mit den Stimmen von SPD, CDU/CSU, Grünen, FDP und Linken gegen die AfD.3 Im Plenum wurde nicht mehr abgestimmt. Laut DIP ist der Antrag durch Ablauf der 20. Wahlperiode erledigt.4

Das Problem bleibt. Wie viele Spitzensportler finanziell am Limit leben, haben wir hier zusammengefasst.7 Mit dem Antrag zur Dualen Karriere setzen wir heute bei Studium und Beruf an.8

Fazit

Wer für Deutschland Medaillen gewinnt, opfert dafür seine besten Berufsjahre. Eine lebenslange Versorgung ab 40 ist der faire Ausgleich. Die anderen Fraktionen haben abgelehnt. Wir halten an der Idee fest.

Häufige Fragen

Was ist mit Olympia-Rente gemeint?
Eine lebenslange monatliche Versorgung ab dem 40. Lebensjahr für Olympiasieger, Paralympicssieger und Medaillengewinner.2

Wie hoch sollte sie sein?
Sie sollte sich nach Paragraf 31 des Bundesversorgungsgesetzes richten, zum 1. Juli 2022 wären das 854 Euro im Monat gewesen.2

Was hat der Sportausschuss entschieden?
Er hat die Ablehnung empfohlen, gegen die Stimmen der AfD.3

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Auszahlung einer lebenslangen Versorgung ab dem 40. Lebensjahr für Olympiasieger, Paralympicssieger und Medaillengewinner, Meldung vom 28.02.2023. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/5816: Antrag der Fraktion der AfD „Auszahlung einer lebenslangen Versorgung ab dem 40. Lebensjahr für Olympiasieger, Paralympicssieger und Medaillengewinner für Olympische und Paralympische Sommer- und Winterspiele anlässlich der Olympischen Spiele in Paris 2024“, 28.02.2023. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/6392: Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zum Antrag lebenslange Versorgung für Medaillengewinner, 13.04.2023. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  4. Deutscher Bundestag, DIP: Vorgang 296947 „Auszahlung einer lebenslangen Versorgung ab dem 40. Lebensjahr für Olympiasieger, Paralympicssieger und Medaillengewinner“, Beratungsstand: Erledigt durch Ablauf der Wahlperiode. Vorgang (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  5. sportfrei.de: Olympiaprämien: Sportausschuss lehnt 100.000 Euro für Olympiasieger ab, 18.06.2020. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  6. sportfrei.de: Antrag Olympiaprämien: fünffache Prämien ab Peking 2022 und Paris 2024, 07.12.2021. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  7. sportfrei.de: Top-Leistung, aber kaum Einkommen – warum deutsche Spitzensportler oft am Limit leben, 13.05.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  8. sportfrei.de: Antrag Duale Karriere: Spitzensportler brauchen Studium und Beruf, 09.06.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩

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