Antrag Mütter im Spitzensport: Kind und Karriere dürfen sich nicht ausschließen

KW 41/2025 · AK-Aktuell · Donnerstag, 09.10.2025

Kurz gesagt: Mit unserem Antrag auf Drucksache 21/2040 fordern wir verbindliche Unterstützung für schwangere Athletinnen und Mütter im Spitzensport: einen Leitfaden des DOSB, geschulte Trainer, Mutterschutz für selbständige Athletinnen, 15 Monate unveränderte Förderung nach der Geburt und einen Sonderfonds von 3 Millionen Euro.1, 2 Wer Leistung will, darf Frauen nicht vor die Wahl zwischen Kind und Karriere stellen.

Antrag Mütter im Spitzensport: Kind und Karriere dürfen sich nicht ausschließen

Junge Leistungssportlerinnen stehen unter enormem Druck. Wer an die Weltspitze will, verschiebt die Familiengründung oft bis zum Karriereende. Wenn Du Dich fragst, warum so wenige Mütter bei Olympia starten, liegt die Antwort in fehlenden Strukturen. Wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion wollen das ändern und haben im Oktober 2025 einen eigenen Antrag eingebracht.1

Faktenlage

Der Antrag vom 7. Oktober 2025 stammt von Jörn König, Thomas Korell, Lars Schieske, Andreas Bleck, Edgar Naujok, Bastian Treuheit und der AfD-Fraktion. Er stellt fest: In den Verbänden gibt es keine Informationen und keine festen Ansprechpartner für Athletinnen vor, während und nach der Schwangerschaft. Trainer sind nicht dafür geschult. Je nach Sportart gehen Kaderpunkte verloren, und manche Sponsorenverträge enthalten Ausschluss- oder Aussetzungsklauseln für den Fall einer Schwangerschaft.2

Das Mutterschutzgesetz gilt nur für abhängig beschäftigte Frauen. Selbständige Athletinnen haben keinen gesetzlichen Anspruch. Regelungen zu Mutterschutz und Elternzeit gibt es nur in einzelnen Sportarten wie Basketball, Fußball, Reitsport, Tennis und Triathlon.2

Die Zahlen sind deutlich: Von den 211 Athletinnen, die laut Antrag in Paris 2024 an den Start gingen, waren nur dreizehn bereits Mutter. In einer Umfrage des SWR unter mehr als 700 Spitzensportlerinnen fühlte sich nur jede zehnte von ihrem Verband dabei unterstützt, ein Kind zu bekommen und weiter Wettkämpfe zu bestreiten. Die Para-Kanutin Edina Müller musste allein 2021 rund 10.000 Euro für Kinderbetreuung bei Trainings- und Wettkampfreisen aufbringen.2

Was wir mit dem Antrag fordern

  • Die Bundesregierung wirkt darauf hin, dass der DOSB einen verbindlichen Leitfaden „Schwangerschaft und Mutterschaft im Spitzensport“ erstellt.
  • An den Olympiastützpunkten entstehen Stellen für Ansprech- und Begleitpersonen.
  • Trainer werden geschult, Athletinnen während und nach der Schwangerschaft trainingsmethodisch zu begleiten.
  • Vereine und Verbände bekommen Unterstützung beim Aufbau familienfreundlicher Strukturen.
  • Selbständige Athletinnen erhalten einen gesetzlich geregelten Mutterschutz, analog zu abhängig Beschäftigten.
  • Die Sportförderung läuft 15 Monate nach der Geburt unverändert weiter.
  • Ein Sonderfonds „Mütter im Leistungssport“ über 3 Millionen Euro deckt Betreuungs- und Organisationskosten.
  • Sponsorenverträge erhalten eine Schutzklausel, damit Leistungen bei Schwangerschaft einige Monate nicht gekürzt werden.2

Alles geschieht unter Wahrung der Autonomie des Sports. Der Staat setzt den Rahmen, die Verbände setzen um.2

Warum das wichtig ist

Deutschland verliert Talente, die ihre Karriere früh beenden, weil Familie und Leistungssport nicht zusammenpassen. Das kostet Medaillen und Vorbilder. Wer Spitzensport fördert, muss auch die Athletinnen absichern, die Mutter werden. Förderung heißt messbare Ergebnisse, und die gibt es nur, wenn die Besten im System bleiben. Wie knapp viele Spitzensportler ohnehin leben, haben wir an anderer Stelle beschrieben.3

Wer zuständig ist und wie es weitergeht

Der Bundestag hat den Antrag am 9. Oktober 2025 in seiner 31. Sitzung federführend an den Ausschuss für Sport und Ehrenamt überwiesen, mitberatend an die Ausschüsse für Arbeit und Soziales sowie für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.4, 5 Alle drei Ausschüsse haben am 12. November 2025 die Ablehnung empfohlen, mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken gegen die AfD. Die Union berief sich auf die Autonomie des Sports, die SPD nannte den Antrag überregulierend.5 Die Beschlussempfehlung auf Drucksache 21/3366 liegt seit dem 18. Dezember 2025 vor. Eine Abstimmung im Plenum steht laut DIP noch aus.4

Fazit

Ein Leitfaden, geschulte Trainer, Mutterschutz und verlässliche Förderung kosten wenig und halten Athletinnen im Sport. Die anderen Fraktionen haben im Ausschuss abgelehnt, eine Lösung haben sie nicht vorgelegt. Wir bleiben dran, bis Mutterschaft im Spitzensport kein Karriereende mehr bedeutet.

Häufige Fragen

Was fordert der Antrag 21/2040?
Verbindliche Strukturen für schwangere Athletinnen und Mütter: Leitfaden, Ansprechpartner, Trainerschulung, Mutterschutz für Selbständige, 15 Monate Förderung nach der Geburt und einen Sonderfonds von 3 Millionen Euro.2

Gilt der Mutterschutz nicht schon für alle Sportlerinnen?
Nein. Das Mutterschutzgesetz gilt nur für abhängig Beschäftigte. Selbständige Athletinnen sind nicht erfasst.2

Wie ist der Stand im Bundestag?
Der Sportausschuss empfiehlt die Ablehnung auf Drucksache 21/3366. Die Abstimmung im Plenum steht noch aus.4

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Schwangere Athletinnen und Mütter im deutschen Spitzensport besser unterstützen, 09.10.2025. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/2040: Antrag der Fraktion der AfD, Schwangere Athletinnen und Mütter im deutschen Spitzensport besser unterstützen, 07.10.2025. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. sportfrei.de: Top-Leistung, aber kaum Einkommen – warum deutsche Spitzensportler oft am Limit leben, 13.05.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  4. Deutscher Bundestag, DIP: Vorgang 326595, Schwangere Athletinnen und Mütter im deutschen Spitzensport besser unterstützen, Beratungsstand Beschlussempfehlung liegt vor. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  5. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/3366: Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Sport und Ehrenamt zum Antrag 21/2040, Schwangere Athletinnen und Mütter im Spitzensport, 18.12.2025. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩

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