Koalitionsvertrag und Sport: Lippenbekenntnisse statt echter Entlastung

KW 15/2025 · AK-Aktuell · Freitag, 11.04.2025

Kurz gesagt: Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD bekennt sich zum Breiten- und Spitzensport und zum Ehrenamt, bleibt aber bei Geld und Entlastung zu klein.1 Für Sportstätten sind mindestens eine Milliarde Euro vorgesehen, einschließlich mobiler Schwimmcontainer.2 Wir halten dagegen: Goldener Plan mit 40 Milliarden Euro und ein Sportvereinsentlastungsgesetz.

Koalitionsvertrag und Sport: Lippenbekenntnisse statt echter Entlastung

Ein Koalitionsvertrag zeigt, was eine Regierung wirklich will. Beim Sport klingt vieles gut. Wenn Du genauer hinschaust, fehlen Summen, Fristen und Entlastung für die Vereine. Hier liest Du, was im Vertrag steht und was wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion dagegensetzen.

Faktenlage

Im Abschnitt Sport verspricht die Koalition, den Sport „in der Spitze und in der Breite“ zu stärken. Für die Modernisierung und Sanierung von Sportstätten stellt sie „mindestens eine Milliarde Euro“ zur Verfügung. Gefördert werden sollen vor allem Schwimmbäder, „einschließlich mobiler Schwimmcontainer“. Beim Ehrenamt kündigt sie einen „Zukunftspakt Ehrenamt“ mit höheren Pauschalen und einfacherem Gemeinnützigkeitsrecht an.2

Den Bedarf hatten wir bereits in der 20. Wahlperiode beziffert. Unser Antrag 20/6438 ging von einem Investitionsbedarf von über 31 Milliarden Euro bei Sportstätten aus und forderte ein Sondervermögen von 40 Milliarden Euro für die nächsten fünf bis acht Jahre.3 Der Sportausschuss empfahl die Ablehnung mit den Stimmen von SPD, CDU/CSU, Grünen, FDP und der Gruppe Die Linke gegen die AfD.4 Unser Gesetzentwurf 20/8412 für ein Sportvereinsentlastungsgesetz sah unter anderem höhere Freigrenzen und eine Umsatzsteuerbefreiung für den Zweckbetrieb vor.5 Auch hier empfahl der Finanzausschuss mit Drucksache 20/9226 die Ablehnung, gegen die Stimmen der AfD.6

Jörn König, sportpolitischer Sprecher der Fraktion, erklärte in der Pressemitteilung: „Wer den Sport retten will, muss ihn befreien – von Bürokratie, Ideologie und Gängelung und wer den Spitzensport retten will, muss ihn endlich auskömmlich finanzieren.“ Statt funktionierender Frei- und Hallenbäder gebe es nun „Schwimm-Container“. Und: „Sport sollte verbinden, nicht ideologisch spalten.“1

Was wir fordern

  • Ein Sportvereinsentlastungsgesetz mit steuerlichen Entlastungen für Ehrenamtliche und Vereine und einem deutlich einfacheren Gemeinnützigkeitsrecht.
  • Einen Goldenen Plan Sportstätten mit 40 Milliarden Euro.
  • Eine ideologiefreie Förderung des Breiten- und Spitzensports ohne staatlich gelenkte politische Programme.1

Warum das wichtig ist

Eine Milliarde Euro klingt viel. Gemessen an einem Bedarf von über 31 Milliarden Euro ist es ein Bruchteil.3 Wer Kindern das Schwimmen beibringen will, braucht Bäder, die offen sind, nicht Container als Notlösung. Und wer mehr Ehrenamt verlangt, muss Vereine von Steuerbürokratie befreien. Ohne Hallen, Plätze und Bäder gibt es keinen Sport. Ohne Ehrenamt läuft nichts.

Wer zuständig ist / Wie es weitergeht

Antrag 20/6438 und Gesetzentwurf 20/8412 sind mit dem Ende der 20. Wahlperiode erledigt.7, 8 In der 21. Wahlperiode haben wir beides neu eingebracht. Antrag 21/2032 fordert wieder 40 Milliarden Euro für Sportstätten, verteilt auf fünf bis acht Jahre, mit 90 Prozent Bundesanteil.9 Antrag 21/6034 verlangt erneut ein Sportvereinsentlastungsgesetz, dazu höhere Pauschalen für Übungsleiter und Ehrenamtliche.10 Zum Abstimmungsverhalten der anderen Fraktionen bei der Sportstättensanierung haben wir hier berichtet.11

Fazit

Die Koalition bekennt sich zum Sport und bleibt unter dem Bedarf. Wir messen sie an Summen, nicht an Überschriften. 40 Milliarden für Sportstätten und ein echtes Entlastungsgesetz für Vereine: Das sind unsere Maßstäbe.

Häufige Fragen

Wie viel Geld sieht der Koalitionsvertrag für Sportstätten vor?
Mindestens eine Milliarde Euro für Modernisierung und Sanierung.2

Was ist der Goldene Plan Sportstätten?
Unser Vorschlag für ein Bundesprogramm von 40 Milliarden Euro über fünf bis acht Jahre, zuletzt beantragt mit Drucksache 21/2032.9

Was steht im Sportvereinsentlastungsgesetz?
Unter anderem keine generelle Steuererklärungspflicht unterhalb der Freigrenzen, höhere Freigrenzen und Freibeträge und eine Umsatzsteuerbefreiung für den Zweckbetrieb.10

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Koalitionsvertrag bietet in der Sportpolitik nur Lippenbekenntnisse statt echter Anerkennung, Pressemitteilung, 11.04.2025. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  2. CDU, CSU und SPD: Verantwortung für Deutschland, Koalitionsvertrag der 21. Legislaturperiode, 2025, Abschnitt Sport und Ehrenamt, Zeilen 3694 bis 3784, insbesondere Modernisierung von Sportstätten, Zeilen 3731 bis 3738. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/6438: Antrag der Fraktion der AfD, Den Beitrag des Sports zum Gemeinwohl anerkennen – Investitionsstau bei der Sportstättensanierung auflösen, 19.04.2023. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  4. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/13327: Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zum Antrag 20/6438, 11.10.2024. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  5. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/8412: Gesetzentwurf der Fraktion der AfD, Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Entlastung von Sportvereinen (SportVereinsEntLG), 19.09.2023. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  6. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/9226: Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zum Gesetzentwurf 20/8412, 09.11.2023. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  7. Deutscher Bundestag, DIP: Vorgang 298694, Den Beitrag des Sports zum Gemeinwohl anerkennen – Investitionsstau bei der Sportstättensanierung auflösen, Beratungsstand: Erledigt durch Ablauf der Wahlperiode. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  8. Deutscher Bundestag, DIP: Vorgang 303745, Gesetz zur steuerlichen Entlastung von Sportvereinen (SportVereinsEntLG), Beratungsstand: Erledigt durch Ablauf der Wahlperiode. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  9. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/2032: Antrag der Fraktion der AfD, Bundesweite Sanierung von Sportstätten muss zeitnah durchgeführt werden, 07.10.2025. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  10. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/6034: Antrag der Fraktion der AfD, Sportvereine, Ehrenamt und Katastrophenschutz stärken, 20.05.2026. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  11. sportfrei.de: Sachpolitik statt Ideologie, auch im Sport., 11.02.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩

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