Leichtathletik-EM 2018: Wertschätzung zeigt sich durch Anwesenheit

KW 33/2018 · AK-Aktuell · Montag, 13.08.2018

Kurz gesagt: Bei der Leichtathletik-EM 2018 in Berlin fehlte die Bundeskanzlerin. Deutsche Medaillengewinner beklagten das öffentlich.1, 2 Siegbert Droese, damals stellvertretendes Mitglied im Sportausschuss, nannte das Fernbleiben einen Affront gegenüber den sportlichen Repräsentanten unseres Landes.1

Leichtathletik-EM 2018: Wertschätzung zeigt sich durch Anwesenheit

Eine Europameisterschaft im eigenen Land ist selten. Sie ist die Bühne für Athleten, die jahrelang für diesen Moment trainieren. Wer als Regierungschef fehlt, sendet ein Signal. Hier liest Du, worum es 2018 ging und wie es weiterging.

Faktenlage

  • Die Kritik der Athleten: Zehnkampf-Europameister Arthur Abele und Kugelstoßerin Christina Schwanitz beklagten, dass Angela Merkel keinen Abstecher zur EM in Berlin gemacht hat.2
  • Der Vergleich mit dem Fußball: Schwanitz verwies im ZDF-Sportstudio auf die Reise der Kanzlerin zur Fußball-WM 2014 und sagte: „Da sieht man auch die Wertschätzung.“3
  • Die Antwort der Regierung: Regierungssprecher Steffen Seibert wies den Vorwurf der Ungleichbehandlung zurück. Die Kanzlerin begeistere sich für ganz verschiedene Sportarten, auch wenn sie nicht im Stadion sei.3

Was wir kritisierten

Droese warf der Kanzlerin in der Pressemitteilung mangelnde Wertschätzung für die Leichtathletik vor. Sie habe die Fußball-Nationalmannschaft in Russland besuchen können, einen Besuch in Berlin aber nicht geschafft, und das in der Sommerpause.1 Sein Urteil, wörtlich: „Diese Entscheidung ist unverständlich und in keinem anderen Land vorstellbar.“1

Warum das wichtig ist

Spitzensport motiviert den Breitensport. Athleten in Sportarten jenseits des Profifußballs leben selten vom Sport, sie leben für ihn. Wenn die Politik nur beim Fußball auf der Tribüne sitzt, lernen Kinder: Nur eine Sportart zählt. Das ist das falsche Signal für eine Sportnation.

Was daraus wurde

Eine eigene Drucksache folgte auf die Pressemitteilung nicht. Das Thema blieb aber auf unserer Agenda. 2024 fragten wir mit der Kleinen Anfrage 20/12514 nach, welche Mitglieder der Bundesregierung die Olympischen Spiele in Paris besuchten.4 Laut Antwort der Bundesregierung 20/12832 besuchte der Bundeskanzler am 9. August 2024 unter anderem die Leichtathletik-Wettbewerbe.5

Heute geht es um mehr als Tribünenbesuche: 2031 richtet München die Leichtathletik-WM aus. Wir begrüßen das und fordern Kostenkontrolle, Vorrang für die Vereine und ein klares Leistungsziel.6

Fazit

Wertschätzung für den Sport beginnt in der Politik. Wer große Meisterschaften nach Deutschland holen will, muss sich auch zeigen, wenn sie stattfinden, und zwar nicht nur beim Fußball.

Häufige Fragen

Wer hat die Kanzlerin 2018 kritisiert?
Unter anderem Arthur Abele und Christina Schwanitz.2

Wie hat die Bundesregierung reagiert?
Regierungssprecher Seibert wies den Vorwurf der Ungleichbehandlung zurück.3

Wann ist die nächste große Leichtathletik-Meisterschaft in Deutschland?
Die Leichtathletik-WM 2031 in München.6

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Droese: Wo war Frau Merkel bei der Leichtathletik-EM?, 13.08.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩
  2. t-online (dpa): Leichtathleten klagen: „Warum war Merkel nicht da?“, 12.08.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  3. SPORT1: Merkel reagiert auf Sportler-Kritik, 13.08.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
  4. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/12514: Kleine Anfrage der Fraktion der AfD „Teilnahme von Mitgliedern der Bundesregierung an den Olympischen Spielen in Paris 2024“, 12.08.2024. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  5. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/12832: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage 20/12514, 05.09.2024. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  6. sportfrei.de: Leichtathletik-WM 2031 in München: Gastgeber ja, aber mit Plan, 05.10.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩

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