Leistungssportreform 2018: Ohne Geld scheitert die Spitzensportreform

KW 19/2018 · AK-Aktuell · Mittwoch, 09.05.2018

Kurz gesagt: Im Mai 2018 forderte Jörn König, damals sportpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, so viel Geld für den Leistungssport, wie DOSB und Verbände für die Spitzensportreform angemeldet hatten. Die Politik müsse liefern, sonst scheitere die Reform.1 Die Förderung stieg 2019 deutlich.2 Dass die Reform von 2016 allein nicht reichte, räumt inzwischen auch die Bundesregierung ein.3

Leistungssportreform 2018: Ohne Geld scheitert die Reform

Der organisierte Sport hatte sich 2016 auf eine Reform des Leistungssports eingelassen. Die Umsetzung kostete Geld, das der Bund 2018 noch nicht bereitgestellt hatte. Hier liest Du, was die Fraktion damals forderte und was daraus wurde.

Faktenlage

  • Die Reform: Das Konzept von Bundesinnenministerium und DOSB zur Neustrukturierung des Leistungssports wurde am 3. Dezember 2016 von der DOSB-Mitgliederversammlung verabschiedet. Als erste Maßnahme entstand am 8. Mai 2017 die PotAS-Kommission, die die Erfolgspotenziale der Verbände bewertet.4
  • Einschnitte beim Sport: Laut Pressemitteilung reduzierte der DOSB die Zahl der Kaderathleten um 550 und die Zahl der Stützpunkte um 30 Prozent.1
  • Kritik des Rechnungshofs: Ein Bericht des Bundesrechnungshofes hatte laut Pressemitteilung den Eindruck erweckt, der DOSB sei mit der Umsetzung in Verzug, und eine Erhöhung der Mittel nicht befürwortet.1
  • Die Leistung stimmte: In Pyeongchang 2018 holte Deutschland 14 Goldmedaillen bei Olympia und 7 bei den Paralympics.1

Was die Fraktion forderte

Nach einem Austausch mit dem damaligen DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann sagte König laut Pressemitteilung: „Die Politik, genauer gesagt, das Heimatministerium von Horst Seehofer muss liefern.“ Die Regierungszusagen für eine höhere Sportförderung seien einzuhalten. Im Bundeshaushalt bis 2021 solle so viel Geld eingeplant werden, wie DOSB und Spitzenverbände als Bedarf angemeldet hatten.1

Die Fraktion kritisierte außerdem, dass am Austausch mit dem DOSB nur zwei Mitglieder des Sportausschusses teilgenommen hatten. Auf die Schließung von Stützpunkten hätte sie verzichtet.1

Warum das wichtig ist

Politik erwartet Medaillen, spart aber bei der Finanzierung. König brachte das laut Pressemitteilung so auf den Punkt: „Einerseits werden von der Politik konkrete Medaillenergebnisse bei Olympia erwartet, aber bei der Finanzierung einer gemeinsam erarbeiteten Reform wird sich weggeduckt.“1 Für uns gilt bis heute: Förderung mit Kontrolle, aber erst muss die Förderung da sein.

Was daraus wurde

Im Haushaltsjahr 2019 stieg die Spitzensportförderung um 50 Millionen auf 235 Millionen Euro.2 Die Reform selbst brachte aber nicht den gewünschten Durchbruch. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Sportfördergesetz von 2026 verweist darauf, dass das Reformkonzept von 2016 allein nicht zu tiefgreifenden Verbesserungen geführt hat. Wir unterstützen die neue Struktur, verlangen aber, dass Athleten und Trainer im Zentrum stehen.3

Fazit

2018 war klar: Eine Reform ohne Geld bleibt Papier. Das Geld kam später und in kleineren Schritten als nötig. Heute steht mit dem Sportfördergesetz der nächste Anlauf an. Wir achten darauf, dass er bei den Sportlern ankommt.

Häufige Fragen

Wann wurde die Leistungssportreform beschlossen?
Die DOSB-Mitgliederversammlung verabschiedete das Konzept am 3. Dezember 2016.4

Was ist PotAS?
Das Potenzialanalysesystem. Eine unabhängige Kommission bewertet damit die Erfolgsaussichten der Verbände als Grundlage der Bundesförderung.4

Was forderte die AfD-Fraktion 2018?
So viel Geld im Bundeshaushalt bis 2021, wie DOSB und Verbände als Bedarf angemeldet hatten.1

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: König: Der Leistungssport braucht mehr Geld, damit Spitzensport-Reform nicht scheitert, Pressemitteilung, 09.05.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  2. Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 19/112 vom 12.09.2019, S. 13737 (Rede Jörn König zum Haushaltsgesetz 2020). PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  3. sportfrei.de: Sportfördergesetz: Strukturreform ja, aber Athleten und Trainer ins Zentrum, 03.07.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
  4. Deutscher Bundestag, Drucksache 19/9150: Unterrichtung durch die Bundesregierung, 14. Sportbericht der Bundesregierung, 04.04.2019, S. 16 f. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩

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