Olympia 2036: Südafrika steigt ein, München fehlt weiter der Kostenplan

KW 44/2026 · AK-Aktuell · Sonntag, 01.11.2026

Kurz gesagt: Südafrika schickt Durban ins Rennen um die Sommerspiele 2036 und 2040 und ist damit einer von sechs Konkurrenten für München. Bis Ende Oktober mussten alle Interessenten beim IOC gemeldet sein, im März 2027 fällt die Vorauswahl. Wir unterstützen eine deutsche Bewerbung, aber nur mit offener Kostenrechnung, die der Bundestag kennt, bevor der Bund etwas zusagt.

Olympia 2036: Das Rennen wird enger, Münchens Kostenplan fehlt weiter

Du hast es vielleicht gelesen: Nach Katar, Indien, Südkorea, Ungarn und der Türkei will jetzt auch Südafrika die Spiele holen, mit der Hafenstadt Durban. Für München heißt das: Die Konkurrenz ist groß, und der Zeitplan des IOC läuft. Gerade deshalb muss jetzt auf den Tisch, was die deutsche Bewerbung den Steuerzahler kostet.

Faktenlage

Das Nationale Olympische Komitee Südafrikas hat sich für Durban als Ausrichter der Sommerspiele 2036 oder 2040 entschieden. Die Stadt will möglichst viele bestehende Anlagen nutzen, als Olympiastadion ist die Arena der Fußball-WM 2010 vorgesehen. Kritiker warnen vor finanziellen Risiken: Die Commonwealth Games 2022 wurden Durban 2017 wieder entzogen, weil die Finanzierung scheiterte.1

Der DOSB hat sich Ende September auf München als deutsche Bewerberstadt für 2036, 2040 und 2044 festgelegt.1 Neben München und Südafrika nennt das IOC Katar, Indien, Südkorea, Ungarn und die Türkei als Interessenten. Im November stellen alle Bewerber der IOC-Kommission ihre Pläne vor, im März 2027 entscheidet das IOC, wer in den „Strategischen Dialog“ kommt, Mitte 2029 werden die Spiele 2036 vergeben.2

Die Münchner Macher bezifferten die Kosten zuletzt auf rund zehn Milliarden Euro. Etwa fünf Milliarden entfallen auf die Organisation und sollen vor allem über Tickets gedeckt werden, der Rest geht in Infrastruktur. München und der DOSB müssen dem IOC Detailpläne und finanzielle Garantien vorlegen.2

Warum das wichtig ist

Olympische Spiele im eigenen Land können den Sport in Deutschland nach vorn bringen: neue Begeisterung, sanierte Sportstätten, mehr Nachwuchs in den Vereinen. Unser Ziel bleibt eine Sportnation von Weltrang. Aber Durban zeigt, wie schnell eine Bewerbung an ungeklärter Finanzierung scheitern kann. Wer im Wettbewerb mit sechs Konkurrenten bestehen will, braucht belastbare Zahlen, nicht nur Bekenntnisse.

Widersprüche und offene Fragen

Lars Schieske hat die Antworten der Bundesregierung zur Münchner Bewerbung ausgewertet: viele Bekenntnisse, aber keine verbindlichen Zahlen. Allein für die Regattaanlage in Oberschleißheim nennt die Stadt 100 bis 110 Millionen Euro, wer zahlt, ist offen.3 Schon in der Sitzung des Sportausschusses am 7. Oktober gab es viel Einigkeit, aber keine Kostenzahl.4 Wenn das IOC Garantien verlangt, stellt sich die Frage: Welchen Anteil soll der Bund tragen, und wann erfährt der Bundestag davon?

Was wir fordern

  • Eine vollständige Kostenaufstellung für die Münchner Bewerbung, getrennt nach Organisation und Infrastruktur, mit dem geplanten Anteil des Bundes.
  • Transparenz gegenüber dem Bundestag: Bevor der Bund dem IOC Garantien in Aussicht stellt, muss das Parlament die Zahlen kennen.
  • Messbare Ziele: Jeder Euro für Olympia muss sich im Medaillenspiegel und in sanierten Sportstätten für Vereine zeigen.
  • Bestehende Anlagen zuerst sanieren und nutzen, statt neue Großbauten ohne Folgenutzung zu planen.

Fazit

Die Konkurrenz aus Durban ist ein Weckruf. München hat Chancen, wenn die Bewerbung solide finanziert ist. Wir bleiben dran und fragen nach, bis die Zahlen offen auf dem Tisch liegen.

Häufige Fragen

Wer bewirbt sich um Olympia 2036?
Neben München nennt das IOC Katar, Indien, Südkorea, Ungarn, die Türkei und Südafrika.2

Wann entscheidet das IOC?
Die Vorauswahl soll im März 2027 stehen, vergeben werden die Spiele 2036 Mitte 2029.2

Was kostet die Münchner Bewerbung?
Die Macher nennen rund zehn Milliarden Euro, davon etwa die Hälfte für die Organisation. Eine verbindliche Aufteilung auf Stadt, Freistaat und Bund gibt es nicht.2, 3

Quellen

  1. tagesschau.de: Südafrika bewirbt sich mit der Stadt Durban um Olympia, 29.10.2026. https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/suedafrika-olympia-bewerbung-durban-100.html (abgerufen am 30.10.2026) ↩ ↩
  2. Stuttgarter Zeitung (dpa): Olympia 2036 – München muss gegen sechs Konkurrenten antreten, 06.10.2026. https://www.stuttgarter-zeitung.de/sport/sport-mix/olympia-2036-muenchen-muss-gegen-sechs-konkurrenten-antreten-79538299.html (abgerufen am 30.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. sportfrei.de: Olympia München: Feste Worte, aber keine festen Zahlen, 15.10.2026. https://sportfrei.de/ak-aktuell/olympia-muenchen-schieske-kosten-garantien/ (abgerufen am 30.10.2026) ↩ ↩
  4. sportfrei.de: 31. Sitzung Sportausschuss am 07.10.2026: Olympia-Bewerbung ohne Kostenplan, 07.10.2026. https://sportfrei.de/ausschuss/31-sitzung-sportausschuss-olympia-bewerbung-em-bilanz/ (abgerufen am 30.10.2026) ↩

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