Olympiafazit Tokio 2021: Spiele für die Athleten, nicht für Auflagen

KW 32/2021 · AK-Aktuell · Dienstag, 10.08.2021

Kurz gesagt: Nach den Spielen in Tokio haben Jörn König und Andreas Mrosek im August 2021 ein zwiespältiges Fazit gezogen: gut für die Athleten, aber mit Auflagen und Freiheitseinschränkungen, die nicht akzeptabel waren.1 Sportlich kehrte die deutsche Mannschaft mit der schwächsten Medaillenbilanz bei Sommerspielen seit der Wiedervereinigung zurück.2

Olympia in Tokio: Athleten im Mittelpunkt, Auflagen am Limit

Olympische Spiele sind der Höhepunkt einer Sportlerkarriere. In Tokio fanden sie unter Bedingungen statt, die viele Beteiligte als schwer erträglich erlebt haben. Hier liest Du, wie unsere Sportpolitiker die Spiele damals bewertet haben und welche Lehren wir daraus gezogen haben.

Faktenlage

Am 10. August 2021 veröffentlichte die AfD-Bundestagsfraktion das Fazit ihrer damaligen Mitglieder im Sportausschuss, Jörn König und Andreas Mrosek.1 Darin heißt es: „Olympische Spiele sind zuerst für die Athleten da – sollten es zumindest sein.“ Die meisten Sportler seien froh gewesen, dass die Spiele stattfanden und sie sich ihren Traum von Olympia erfüllen konnten.1

Zugleich kritisierten beide die Auflagen der Gastgeber und die Einschränkungen für alle Beteiligten. Die Pressemitteilung zitiert den DHB-Vizepräsidenten Bob Hanning, der die Lage „wie in einem großen Gefängnis“ beschrieb. Das Fazit von König und Mrosek laut Pressemitteilung: „Mit solchen Auflagen und Freiheitseinschränkungen dürfen olympische Spiele nie wieder stattfinden.“ Die Corona-Lage sei bei niedrigsten Inzidenzwerten in Tokio als Begründung missbraucht worden.1

Auch das IOC kam schlecht weg. Es habe es versäumt, dem Gastgeber klare Mindestbedingungen zu setzen, damit die Spiele stattfinden können.1

Sportlich war Tokio ein Rückschlag. Die Olympiamannschaft holte die schwächste Medaillenbilanz bei Sommerspielen seit der Wiedervereinigung. Seit 1992 hatte Deutschland stets zu den sechs stärksten Nationen im Medaillenspiegel gehört. Die Paralympics-Mannschaft fiel von Platz sechs in Rio auf Platz zwölf.2

Was wir gefordert haben

  • Olympische Spiele zuerst für die Athleten: keine überzogenen Auflagen und Freiheitseinschränkungen.
  • Klare Mindestbedingungen des IOC an jeden Gastgeber.
  • Eine gesonderte, detaillierte Analyse des deutschen Abschneidens.
  • Die Vorschläge umsetzen, die wir im Bundestag bereits beantragt hatten, statt sie abzulehnen.

König und Mrosek wiesen darauf hin, dass nach Tokio Forderungen erhoben wurden, die die AfD-Fraktion schon in der laufenden Wahlperiode beantragt hatte. Diese Anträge seien allesamt abgelehnt worden.1

Ein Beispiel ist unser Antrag für höhere Olympiaprämien, den der Sportausschuss im Juni 2020 abgelehnt hatte.3

Warum das wichtig ist

Ohne Analyse keine Besserung. Wer nach einem schwachen Abschneiden zur Tagesordnung übergeht, verliert den Anschluss. Und wer Großereignisse unter Auflagen stellt, die den Sport erdrücken, beschädigt die Idee der Spiele.

Was daraus wurde

Wir haben nach Tokio nachgelegt. Im Dezember 2021 forderten wir mit einem neuen Antrag die fünffache Olympiaprämie ab Peking 2022 und Paris 2024 und begründeten das ausdrücklich mit der Tokio-Bilanz.4, 2

Die Abwärtsbewegung hielt an. Bei den Winterspielen 2026 landete Deutschland auf Platz fünf statt unter den angestrebten ersten drei. Unsere Einordnung dazu findest Du hier.5

Fazit

Tokio hat zwei Dinge gezeigt: Spiele müssen den Athleten dienen, und der deutsche Spitzensport braucht eine ehrliche Analyse statt Schönfärberei. Beides gilt bis heute.

Häufige Fragen

Wer hat das Olympiafazit 2021 abgegeben?
Jörn König und Andreas Mrosek, damals Mitglieder der AfD-Bundestagsfraktion im Sportausschuss.1

Wie hat Deutschland in Tokio abgeschnitten?
Mit der schwächsten Medaillenbilanz bei Sommerspielen seit der Wiedervereinigung.2

Was haben wir nach Tokio beantragt?
Unter anderem die fünffache Olympiaprämie ab Peking 2022 und Paris 2024.2

Quellen

  1. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: König/Mrosek: Kritisches Olympiafazit, Pressemitteilung vom 10.08.2021. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  2. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/194: Antrag der Fraktion der AfD „Erhöhung der Prämien für Olympiasieger, Paralympicssieger, Medaillengewinner und Platzierte ab den Olympischen und Paralympischen Sommer- und Winterspielen Peking 2022 und Paris 2024“, 07.12.2021. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. sportfrei.de: Olympiaprämien: Sportausschuss lehnt 100.000 Euro für Olympiasieger ab, 18.06.2020. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  4. sportfrei.de: Antrag Olympiaprämien: fünffache Prämien ab Peking 2022 und Paris 2024, 07.12.2021. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
  5. sportfrei.de: Platz 5 ist kein Ausrutscher, sondern das Ergebnis falscher Sportpolitik, 09.03.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩

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