11. Sitzung Sportausschuss am 05.11.2025: Sportstättensanierung mit 333 Mio. statt 40 Mrd.

11. Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt, 05.11.2025

KW 45/2025 · Ausschuss · Mittwoch, 05.11.2025

Sportstättensanierung im Sportausschuss: 333 Millionen gegen 40 Milliarden Sanierungsstau

In der 11. Sitzung am 5. November 2025 ging es um die Sportstättensanierung aus dem Sondervermögen, um die letzten Sport-Einzelpläne des Haushalts 2026 und um unseren Antrag für ein bundesweites Sanierungsprogramm.1 Der Bund stellt als erste Tranche der Sportmilliarde 333 Millionen Euro bereit.2 Für uns fragten Lars Schieske, Thomas Korell und Jörn König nach. Hier bekommst Du die Zahlen und unsere Bewertung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ hat 333 Millionen Euro. Kommunen können bis zum 15. Januar 2026 Anträge stellen.2
  • Gefördert werden Projekte von 250.000 bis 8 Millionen Euro, der Bundesanteil liegt bei 45 Prozent. Vereine können nicht direkt beantragen.2
  • Der Landessportbund NRW nannte das Programm für vereinseigene Anlagen „weitgehend wertlos“.2
  • Lars Schieske fragte nach den Auswahlkriterien. Jörn König forderte die Länder auf, ihren Anteil an der Sportfinanzierung wieder zu erhöhen.3
  • Unser Antrag für 40 Milliarden Euro Sanierungsprogramm wurde mit den Stimmen aller anderen Fraktionen abgelehnt.3, 4

Die Sitzung im Überblick

  • Datum und Uhrzeit: Mittwoch, 5. November 2025, 14:30 Uhr, Ende 16:38 Uhr.5, 3
  • Ort: Berlin, Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal 4 300, hybrid.5
  • Öffentlich: ja, mit Übertragung im Parlamentsfernsehen.6
  • TOP 1: Berücksichtigung der Sportstätten in Sondervermögen und Klimatransformationsfonds, Selbstbefassung SB 21(5)10.
  • TOP 2: Haushaltsgesetz 2026, Drucksache 21/600: Abschluss der Einzelpläne 14 (Verteidigung), 25 (Bauministerium) und 60 (Allgemeine Finanzverwaltung).7
  • TOP 3: AfD-Antrag „Bundesweite Sanierung von Sportstätten muss zeitnah durchgeführt werden“, Drucksache 21/2032.4
  • TOP 4: Bericht über die Evaluation der Versorgung einsatzgeschädigter Soldaten, Drucksache 20/14481.8
  • TOP 5: Verschiedenes.

Wer geladen war

  • Stefan Klett, Präsident, und Dr. Christoph Niessen, Vorstandsvorsitzender, Landessportbund Nordrhein-Westfalen.
  • Theresa Schopper, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz.9

Für die Bundesregierung berichteten die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Poschmann (Bauministerium) und Dr. Babette Kibele (Kanzleramt). Zum Verteidigungshaushalt antworteten Andreas Hahn und Patrick Richter.3

Das Bundesprogramm für Sportstätten

Poschmann nannte das Programm ein reines Sportprogramm, offen auch für Sportplätze und Lehrschwimmbecken. Die Mittel sind überjährig nutzbar, die Energiestandards gelockert, der Baubeginn muss binnen zwei Jahren erfolgen.2 Mit Landesmitteln kombiniert, muss eine Kommune mindestens 10 Prozent selbst tragen.3 Für Sportstätten des Spitzensports will das Kanzleramt die Bundesquote von 30 auf 45 Prozent anheben.3

Ministerin Schopper forderte, die Länder bei den Kriterien einzubinden, Vereinsanlagen dauerhaft zu öffnen und ein eigenes Programm für Schwimmbäder aufzulegen.2 Stefan Klett bezifferte den Sanierungsstau bundesweit auf wenigstens 30 Milliarden Euro, in NRW auf rund 3,6 Milliarden Euro. Dort seien zwischen 2000 und 2019 rund 600 Bäder geschlossen worden.3

Bundeswehr als Sportförderer

Die Bundeswehr hält 890 Förderplätze in 14 Sportfördergruppen vor. Die Wehrübungstage für Spitzensportler wurden auf 10.000 gesteigert. Gestrichen wurde keine Baumaßnahme, der Rückgang im Haushalt folgt aus Bauabschnitten.3

Unsere Fragen und Beiträge

Lars Schieske stellte die Zahlen gegenüber: Statt einer Milliarde stehen tatsächlich 333 Millionen Euro bereit, abhängig von künftigen Haushalten. Er fragte nach den Kriterien, nach der Verteilung des Sanierungsstaus auf die Länder und nach einem Ost-West-Gefälle. Die Bundesregierung hat dazu keine Daten.3 Er fragte, ob die Auswahl politisch statt fachlich erfolge. Der Landessportbund forderte sportfachliche Kriterien. Zum Bauhaushalt erfuhr Schieske, dass der Investitionspakt Sportstätten ausläuft.3, 10

Thomas Korell wies auf den Eigenanteil von 55 Prozent hin, der finanzschwache Kommunen im Osten und im ländlichen Raum benachteilige, und fragte nach einer Staffelung für strukturschwache Regionen. Der Landessportbund verwies auf die Sonderregeln für Kommunen im Nothaushalt.3

Jörn König nannte die Sportmilliarde „ein reines Marketing“ (Wortprotokoll 21/11, S. 19).3 Er erinnerte daran, dass die Länder 2005 noch 22,5 Prozent der Sportfinanzierung trugen, 2015 nur noch 15 Prozent. Er forderte sie auf, ihren Anteil zu erhöhen. Unseren Antrag begründete er mit 40 Milliarden Euro über fünf bis acht Jahre, bei zehn Prozent Beteiligung der Länder.3, 4

Beschlüsse und Ergebnisse

  • Einzelplan 14 und 25 wurden mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD gegen Grüne und Linke angenommen, wir enthielten uns.3
  • Einzelplan 60 wurde mit den Stimmen der Koalition gegen alle Oppositionsfraktionen angenommen.3
  • Der Antrag auf Drucksache 21/2032 wurde mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken gegen die AfD abgelehnt.3
  • Den Bericht auf Drucksache 20/14481 nahm der Ausschuss ohne Debatte zur Kenntnis.3

Unsere Einordnung

333 Millionen Euro sind ein Anfang, keine Lösung. Bei mindestens 30 Milliarden Euro Sanierungsstau dauert das Jahrzehnte. Wer Vereinen den direkten Antrag verweigert, lässt ein Drittel der Sportstätten außen vor. Bund und Länder schieben sich die Verantwortung zu. Die Vereine warten.

Was wir fordern

  • Sanierungsprogramm: 40 Milliarden Euro über fünf bis acht Jahre, mit Beteiligung der Länder.
  • Direkter Antrag: Sportvereine müssen für eigene Anlagen selbst Fördermittel beantragen können.
  • Klare Kriterien: Vergabe nach sportfachlichem Bedarf, offen nachvollziehbar.
  • Länder in die Pflicht: Der Länderanteil an der Sportfinanzierung muss wieder steigen.
  • Schwimmbäder retten: eigenes Programm für Bäder und Lehrschwimmbecken.

Fazit

Die Sportmilliarde kommt in Raten, der Sanierungsstau wächst schneller. Unser Antrag hätte das Problem gelöst, die anderen Fraktionen haben ihn abgelehnt.

Wir bleiben dran, bei jeder Haushaltsrunde. Frag in Deiner Kommune nach, welche Sportstätte saniert werden soll. Sport frei!

Quellen

  1. Deutscher Bundestag: 11. Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt, Sitzungsseite, 05.11.2025. https://www.bundestag.de/ausschuesse/sport_und_ehrenamt/anhoerungen/1115580-1115580 (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  2. Deutscher Bundestag, heute im bundestag (hib 584/2025): Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“, 05.11.2025. https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1121638 (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Deutscher Bundestag, Ausschuss für Sport und Ehrenamt: Wortprotokoll der 11. Sitzung, Protokoll-Nr. 21/11, 05.11.2025. https://www.bundestag.de/resource/blob/1136398/251105_wortprotokoll_11.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  4. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/2032, Antrag der Fraktion der AfD, Bundesweite Sanierung von Sportstätten muss zeitnah durchgeführt werden, 07.10.2025. https://dserver.bundestag.de/btd/21/020/2102032.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩ ↩
  5. Deutscher Bundestag, Ausschuss für Sport und Ehrenamt: Tagesordnung der 11. Sitzung, Mitteilung vom 30.10.2025. https://www.bundestag.de/resource/blob/1121382/to11.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩ ↩
  6. Deutscher Bundestag, Mediathek: 11. Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt, 05.11.2025. https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7643512 (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  7. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/600, Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2026 (Haushaltsgesetz 2026 – HG 2026), 15.08.2025. https://dserver.bundestag.de/btd/21/006/2100600.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  8. Deutscher Bundestag: Drucksache 20/14481, Unterrichtung durch die Bundesregierung, Bericht über die Evaluation zur Behandlung, Rehabilitationsleistungen und Präventionsmaßnahmen für einsatzgeschädigte Soldatinnen und Soldaten sowie ihrer Angehörigen, 03.01.2025. https://dserver.bundestag.de/btd/20/144/2014481.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  9. Deutscher Bundestag, Ausschuss für Sport und Ehrenamt: Sachverständigenliste zur Sitzung am 05.11.2025, Stand 29.10.2025. https://www.bundestag.de/resource/blob/1115762/251105_sv_liste.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩
  10. Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: Bericht zur BMWSB-Sportförderung an den Ausschuss für Sport und Ehrenamt, Ausschussdrucksache 21(5)64, 04.11.2025. https://www.bundestag.de/resource/blob/1121394/251105_bmwsb.pdf (abgerufen am 13.10.2026) ↩

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