Kurzbeschreibung
Breitensport ist die Grundlage des gesamten Sports in Deutschland – für Gesundheit, Nachwuchs, Ehrenamt und Spitzensport zugleich. Wer den Breitensport vernachlässigt, zerstört die Basis der Sportnation Deutschland.1, 2, 5
Wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion stellen fest: Die Bundesregierung lässt Vereine, Ehrenamtliche und Sportjugend mit wachsender Bürokratie, unsicheren Förderungen und maroden Strukturen allein und gefährdet damit bewusst den Breitensport als Rückgrat unserer Gesellschaft.2, 6, 7, 12
Einleitung
Breitensport ist mehr als Training am Abend und Spiele am Wochenende. Breitensport vereint Millionen Menschen in Vereinen, hält sie in Bewegung, vermittelt Werte, bindet Ehrenamt und bringt Kinder überhaupt erst mit Sport in Berührung.5, 7, 12
Ohne diese breite Basis gibt es keine Talente, keine Nationalmannschaften, keine Spitzenerfolge. Breitensport ist damit nicht irgendein Teilbereich, sondern die tragende Säule der Sportnation Deutschland – sportlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich.1, 2, 9
Problemaufriss
Die Bundesregierung behandelt den Breitensport dennoch wie eine Selbstverständlichkeit, die schon irgendwie weiterlaufen wird. Tatsächlich geraten Vereine und Ehrenamt immer stärker unter Druck: steigende Kosten, wachsende Bürokratie, unsichere Förderprogramme, marode Sportstätten und ein demografischer Wandel, der die wenigen Ehrenamtlichen zusätzlich überlastet.6, 7, 8, 12
Der 15. Sportbericht der Bundesregierung beschreibt zwar die enorme Bedeutung des Breitensports für Gesundheit, Integration und gesellschaftliche Teilhabe, bleibt aber bei den Konsequenzen vage. Statt dauerhaft verlässlicher Rahmenbedingungen setzt die Politik auf befristete Programme, Projektförderungen und komplizierte Antragsverfahren, die gerade kleinere Vereine überfordern.5, 6, 13
Hinzu kommt ein massiver Investitionsstau bei Sportstätten, der den Breitensport unmittelbar trifft. Wo Hallen gesperrt, Plätze unbespielbar und Schwimmbäder geschlossen sind, können Vereine ihren Auftrag schlicht nicht mehr erfüllen. Kinder und Jugendliche landen vor dem Bildschirm statt im Training, weil die Infrastruktur fehlt.2, 6, 7
Faktenlage: Struktur und Finanzierung des Breitensports
Der organisierte Sport ist die größte Bürgerbewegung Deutschlands. Dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gehören nach eigenen Angaben rund 90.000 Sportvereine mit knapp 27 Millionen Mitgliedschaften an. Die Deutsche Sportjugend (dsj) vertritt als eigenständige Jugendorganisation im DOSB über zehn Millionen Kinder und Jugendliche.5, 9, 12
Der 15. Sportbericht und weitere Unterlagen zeigen: Die Finanzierung des Breitensports basiert vor allem auf Mitgliedsbeiträgen, kommunaler Förderung, Länderprogrammen, Sponsoring und einem wachsenden Anteil an Projektmitteln. Bundesmittel für DOSB und Deutsche Sportjugend spielen eine wichtige, aber insgesamt begrenzte Rolle – und sind häufig von Haushaltslage und politischer Stimmung abhängig.5, 9, 10, 11
Unsere Kleine Anfrage „Förderung des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Deutschen Sportjugend durch Bundesmittel“ hat offengelegt, dass Förderstrukturen unübersichtlich, stark projektbezogen und gerade für langfristige Jugendarbeit unzureichend sind. Die Antwort der Bundesregierung dokumentiert, wie stark der Breitensport von kurzfristigen Programmen und wechselnden Fördertöpfen abhängt.9, 8, 12
Der Wissenschaftliche Dienst und Stellungnahmen im Sportausschuss zeigen zudem, wie wichtig Sponsoring für die Finanzierung von Vereinen und Verbänden geworden ist. Gleichzeitig sind viele Breitensportvereine für professionelle Sponsorengewinnung strukturell gar nicht ausgestattet, während Auflagen und Dokumentationspflichten steigen.14, 11
Faktenlage: Ehrenamt und gesellschaftliche Bedeutung
Ohne Ehrenamt läuft im Breitensport nichts. In Sportvereinen engagieren sich rund zwei Millionen Menschen ehrenamtlich – im Vorstand, als Trainer, Betreuer oder Organisatoren von Wettkämpfen und Freizeiten. Dieses Engagement schafft soziale Netze, vermittelt Werte und hält die Vereine überhaupt erst funktionsfähig.13, 5, 12
Der Bundestag hat sich in einer Anhörung ausdrücklich mit der „aktuellen Situation des Ehrenamtes im Breitensport“ befasst. Dort wurde deutlich: Ehrenamtliche leiden unter wachsender Bürokratie, unklaren Zuständigkeiten, steigender Verantwortung bei gleichzeitig sinkender rechtlicher und finanzieller Absicherung. Junge Menschen lassen sich unter diesen Bedingungen immer schwerer für langfristige Ehrenämter gewinnen.13, 7
Es ist politisch verantwortungslos, diese Entwicklung tatenlos hinzunehmen. Breitensportvereine übernehmen Aufgaben, die der Staat längst nicht mehr leisten kann oder will: Integration, Prävention, Jugendarbeit, Vermittlung von Regeln und Leistungsbereitschaft. Wer ihnen das Leben immer schwerer macht, sägt an einer tragenden Säule unseres Gemeinwesens.2, 7, 12
Unsere politische Einordnung
In unserem Antrag „Sportnation Deutschland – Stärkung des gesellschaftlichen Stellenwerts des Sports“ haben wir klar formuliert, dass Breitensport und Vereinswesen das Rückgrat der Sportnation bilden. Ohne volle Trainingsplätze am Abend gibt es keine Erfolge im Rampenlicht. Ohne Übungsleiter im Verein gibt es keine Medaillen im Fernsehen.1, 15, 12
Die AfD-Bundestagsfraktion fordert daher, den Breitensport nicht länger als billigen Lückenbüßer für staatliches Versagen zu missbrauchen, sondern ihn als das zu behandeln, was er ist: eine tragende Struktur unserer Gesellschaft und ein zentraler Standortfaktor Deutschlands. Dazu gehören verlässliche Finanzierungen, weniger Bürokratie und politische Wertschätzung statt bloßer Sonntagsreden.1, 2, 5
Die Bundesregierung ignoriert diese Zusammenhänge. Sie lässt die Vereine mit einem Investitionsstau im zweistelligen Milliardenbereich, mit unsicheren Förderprogrammen und immer neuen Auflagen zurück. Die Folge ist absehbar: weniger Angebote, weniger Ehrenamtliche, weniger Kinder im Verein – und damit ein schleichender Substanzverlust des Standortfaktors Sport.2, 6, 7, 13
Forderungen
Wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion fordern einen grundlegenden Kurswechsel in der Breitensportpolitik. Unsere zentralen Punkte sind:
- Verlässliche Grundfinanzierung statt Förderlotterie: Bundesmittel für DOSB, Deutsche Sportjugend und zentrale Breitensportstrukturen müssen langfristig planbar, transparent und weniger projektgetrieben ausgestaltet werden. Daueraufgaben dürfen nicht über befristete Programme abgewickelt werden.9, 5, 12
- Kommunale Sportförderung stärken: Bund und Länder müssen Kommunen in die Lage versetzen, Sportvereine dauerhaft zu unterstützen, statt sie auf symbolische Zuschüsse und befristete Pakte zu verweisen. Sportstätten sind Teil der kommunalen Daseinsvorsorge.2, 7, 8
- Bürokratieabbau für Vereine: Wir wollen eine spürbare Entlastung bei Nachweispflichten, Berichtswesen und Dokumentation. Ehrenamtliche sind keine Verwaltungsangestellten. Wer ihre Zeit mit Formularen verschwendet, zerstört Motivation und Strukturen.13, 7
- Ehrenamt rechtlich und finanziell stärken: Ehrenamtliche brauchen mehr Rechtssicherheit, bessere Absicherung und spürbare Anerkennung – etwa durch höhere Übungsleiterfreibeträge, gezielte Qualifizierungsprogramme und unbürokratische Unterstützung durch Kommunen.5, 13, 12
- Breitensport als Nachwuchsbasis ernst nehmen: Ohne breite Basis kein Spitzensport. Talentförderung beginnt im Verein vor Ort. Das muss sich in Förderlogik, Infrastrukturplanung und der Prioritätensetzung der Sportpolitik widerspiegeln.1, 5, 16
Fazit
Breitensport ist das Fundament der Sportnation Deutschland – sportlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Vereine und Ehrenamtliche leisten täglich, was der Staat allein niemals bewältigen könnte. Wer dieses Fundament schwächt, handelt gegen die Interessen unseres Landes.1, 2, 5, 13
Die Bundesregierung weiß um die Bedeutung des Breitensports, zieht daraus aber keine konsequenten Konsequenzen. Wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion halten dagegen: Breitensport braucht starke Vereine, entlastetes Ehrenamt, verlässliche Finanzierung und eine leistungsfähige Infrastruktur. Nur dann bleibt Deutschland eine Sportnation – und nur dann bleibt Sport ein echter Standortfaktor für unser Land.1, 2, 12
Quellen
- Deutscher Bundestag: Drucksache 20/2363 – Sportnation Deutschland – Stärkung des gesellschaftlichen Stellenwerts des Sports
- Deutscher Bundestag: Drucksache 20/6438 – Den Beitrag des Sports zum Gemeinwohl anerkennen – Investitionsstau bei der Sportstättensanierung auflösen
- Deutscher Bundestag: Drucksache 20/5366 – Wertschätzung und Förderung des Unterrichtsfaches Sport
- Deutscher Bundestag: Drucksache 20/6997 – Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses zu Drucksache 20/5366
- Deutscher Bundestag: Drucksache 20/5900 – 15. Sportbericht der Bundesregierung
- Deutscher Bundestag, Wissenschaftlicher Dienst: Sanierungs- und Modernisierungsbedarf von Sportstätten (WD 5-062/24)
- Deutscher Städtetag: Kommunale Sportpolitik und Sportförderung – Stellungnahme im Deutschen Bundestag
- Bund/Länder: Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten
- Deutscher Bundestag: Drucksache 19/22011 – Förderung des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Deutschen Sportjugend durch Bundesmittel
- Deutscher Bundestag, Wissenschaftlicher Dienst: Sportförderung in Deutschland und der EU (WD 10-001/08)
- Deutscher Bundestag: Anlagenkonvolut zur 52. Sitzung des Sportausschusses – Sponsoring im Sport
- AfD‑Bundestagsfraktion: Sportpolitische Leitlinien 2025
- Deutscher Bundestag: Aktuelle Situation des Ehrenamtes im Breitensport – Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement
- Deutscher Bundestag: Stellungnahme „Sponsoring im Sport“ (Prof. Dr. Breuer)
- Deutscher Bundestag: Plenarbericht zur Beratung des Antrags „Sportnation Deutschland – Stärkung des gesellschaftlichen Stellenwerts des Sports“
- GWS-Studie: Die wirtschaftliche Bedeutung des Sports in Deutschland (Satellitenkonto Sport 2008)


