Kita-Bewegungscamp: Motorische Defizite früh erkennen – statt später teuer reparieren

Kurzbeschreibung

Viele Kinder kommen heute mit deutlichen motorischen Defiziten in die Schule – weil vorher niemand genau hingeschaut hat. Motoriktests und Bewegungsangebote im Kita-Alter sind der Schlüssel, um Probleme früh zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.3, 4, 5, 9

Der Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion fordert deshalb: systematische Motoriktests und Kita-Bewegungscamps nach einheitlichen Standards – bundesweit, regelmäßig und mit klaren Konsequenzen für Förderung und Sportpolitik.1, 2, 10

Einleitung: Wenn Kinder nicht mehr rückwärts laufen können

Erzieher, Lehrer und Übungsleiter berichten seit Jahren dasselbe: Immer mehr Kinder können nicht sicher auf einem Bein stehen, rückwärts laufen, einen Ball fangen oder eine Rolle vorwärts turnen. Was früher selbstverständlich war, ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr.3, 4

Diese Defizite entstehen nicht plötzlich in der fünften Klasse. Sie bauen sich über Jahre auf – oft unbemerkt, weil es an systematischen Tests, klaren Maßstäben und politischem Willen fehlt, die motorische Entwicklung im Vorschulalter wirklich ernst zu nehmen.5, 9, 10

Problemaufriss: Wegsehen statt hinschauen

Der 15. Sportbericht der Bundesregierung und Stellungnahmen von Experten belegen seit Jahren zunehmende Bewegungsdefizite bei Kindern, insbesondere bei Ausdauer, Kraft und Koordination.2, 5, 7

Trotzdem fehlen flächendeckende, standardisierte Motoriktests im Kita-Alter. Viele Einrichtungen arbeiten mit eigenen Beobachtungsbögen oder gar nicht, verbindliche Testverfahren mit klaren Schwellenwerten und einheitlichen Auswertungen gibt es flächendeckend nicht.4, 5

Die Folge: Kinder starten mit unentdeckten Defiziten in die Schule, vermeiden aus Unsicherheit Bewegung und Sport und landen später überproportional oft in Fördersystemen und beim Arzt – auf Kosten der Kinder selbst und auf Kosten der Allgemeinheit.6, 7, 9

Faktenlage: Motorische Defizite sind messbar – und alarmierend

Die Motorik-Modul-Studien (MoMo) zeigen: Die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen weist in mehreren Bereichen bedenkliche Entwicklungen auf. Besonders Ausdauer und Koordination haben gegenüber früheren Jahrgängen nachgelassen, während Übergewicht und Adipositas deutlich zugenommen haben.3, 4, 6

Begleitende Gesundheitsstudien (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts dokumentieren einen Anteil von rund 15 Prozent übergewichtigen und knapp 6 Prozent adipösen Kindern und Jugendlichen in Deutschland, ohne dass sich diese Quote trotz aller Programme nachhaltig verbessert hätte.6, 8

Gleichzeitig zeigen Auswertungen des Wissenschaftlichen Dienstes und unabhängige Stellungnahmen, dass viele Kinder die nationalen und internationalen Bewegungsempfehlungen klar verfehlen. Nur etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen erreichen die von der WHO empfohlenen 60 Minuten Bewegung pro Tag.7, 9

Motoriktests: Ehrliche Bestandsaufnahme statt pädagogischer Beschwichtigung

Im sportpolitischen Konzept der AfD-Bundestagsfraktion sind Motoriktests wie das MOT 4–6 ausdrücklich als Instrument der Frühförderung vorgesehen. Sie erfassen systematisch, was Kinder motorisch können – und was nicht – und machen Defizite sichtbar, statt sie schönzureden.1, 10

Aus unserer Sicht braucht es verbindliche, standardisierte Tests für alle Kinder im Vorschulalter – idealerweise im letzten Kita-Jahr. Erfasst werden sollten unter anderem Gleichgewicht, Sprungkraft, Lauf- und Ausdauerleistung, Koordination und Geschicklichkeit. Die Ergebnisse müssen in Förderpläne einfließen, statt in Schubladen zu verschwinden.3, 4, 10

Kita-Bewegungscamp: Förderung, die man sieht – nicht nur auf Papier

Auf Tests müssen Taten folgen. Das Konzept des Kita-Bewegungscamps setzt genau hier an: Kinder mit erkannten Defiziten erhalten in kompakten, intensiven Bewegungswochen zusätzliche Angebote – angeleitet von qualifizierten Übungsleitern, unterstützt durch Vereine und eingebettet in den Kita-Alltag.1, 10

Ein Kita-Bewegungscamp ist kein Ferienlager, sondern ein strukturiertes Förderprogramm: tägliche Bewegungseinheiten, gezielte Übungen für Schwächen, spielerische Stärkung von Kraft, Ausdauer und Koordination, kombiniert mit Schulungen für Erzieher und enger Einbindung der Eltern. Ziel ist, Kinder innerhalb weniger Wochen sichtbar voranzubringen und sie dauerhaft in Bewegung zu halten.2, 9, 10

Unsere politische Einordnung

Wer Motoriktests und Bewegungscamps ernst nimmt, muss bereit sein, unbequeme Wahrheiten auszuhalten. Ja, viele Kinder sind motorisch schwächer als frühere Generationen. Ja, Bildungssystem, Familienpolitik und Medienkonsum tragen dazu bei. Aber Wegsehen hilft nicht – nur ein klarer, konsequenter Kurswechsel.2, 5, 7

Wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt sagen: Es ist verantwortungslos, Jahrgänge von Kindern ohne systematische Tests und ohne gezielte Förderung durch Kita und Grundschule laufen zu lassen – und sich später über Bewegungsmangel, Übergewicht und Leistungsverweigerung zu beklagen. Frühförderung ist Pflicht, nicht Kür.1, 6, 10

Forderungen

Damit Motoriktests und Bewegungscamps nicht theoretische Konzepte bleiben, fordern wir:

  • Verbindliche Motoriktests im Vorschulalter: Flächendeckende, standardisierte Motoriktests (z. B. MOT 4–6) für alle Kinder im letzten Kita-Jahr – mit klaren Qualitätsstandards, Dokumentation und Rückmeldung an Eltern, Erzieher und später die Schulen.3, 4, 10
  • Regelmäßige Wiederholung in der Grundschule: Ergänzende Motorik-Checks in den ersten Grundschuljahren, um Fortschritte zu überprüfen, neue Defizite zu erkennen und Förderung anzupassen.3, 5, 7
  • Kita-Bewegungscamps als Förderstandard: Einrichtung von regelmäßig stattfindenden Kita-Bewegungscamps in jeder Kommune – insbesondere für Kinder mit erkannten Defiziten, finanziert durch Länder und Kommunen, in Kooperation mit Sportvereinen.1, 2, 10
  • Kooperationen mit Sportvereinen: Vereine sollen als Partner der Kitas systematisch einbezogen werden – für Camps, regelmäßige Bewegungsangebote und die anschließende Integration der Kinder in den Vereinssport.2, 7, 10
  • Transparente Berichterstattung: Die Ergebnisse der Motoriktests müssen – anonymisiert – regelmäßig in Sport- und Gesundheitsberichten ausgewiesen werden, damit Politik und Öffentlichkeit sehen, wie sich die Lage entwickelt.2, 5, 6

Fazit

Motoriktests und Kita-Bewegungscamps sind keine Schikane, sondern ein Schutzschild für die nächste Generation. Sie sorgen dafür, dass Defizite früh erkannt, Kinder gezielt gefördert und später teure Reparaturprogramme überflüssig werden.3, 4, 6, 9

Wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion wollen, dass Deutschland hier Vorreiter wird: mit klaren Standards, ehrlichen Tests und sichtbarer Förderung. Kinder brauchen Bewegung – und die Politik muss endlich dafür sorgen, dass sie sie auch bekommen.1, 2, 10

Quellen

  1. AfD‑Bundestagsfraktion: Sportpolitische Leitlinien 2025
  2. Deutscher Bundestag: Drucksache 20/2363 – Sportnation Deutschland – Stärkung des gesellschaftlichen Stellenwerts des Sports
  3. BMBF/BMFSFJ: Motorik-Modul Band 5 – Studie zur motorischen Leistungsfähigkeit und körperlich-sportlichen Aktivität von Kindern und Jugendlichen
  4. Karlsruher Institut für Technologie: Motorik-Modul-Studie (MoMo) – Projektseite und Auswertungen
  5. Deutscher Bundestag: Drucksache 20/5900 – 15. Sportbericht der Bundesregierung
  6. Deutscher Bundestag: Drucksache 19/20907 – KiGGS-Welle 2 – Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen
  7. Deutscher Bundestag, Wissenschaftlicher Dienst: Körperlich-sportliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (WD 10-055/21)
  8. Dr. Gerhard Koch: Stellungnahme zu Übergewicht, Bewegungsmangel und Prävention bei Kindern
  9. BMG/BZgA: Bestandsaufnahme Bewegungsförderung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland
  10. AfD‑Bundestagsfraktion: Arbeitskreis Sport und Ehrenamt – Selbstverständnis und sportpolitische Schwerpunkte

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