KW 25/2020 · AK-Aktuell · Donnerstag, 18.06.2020
Kurz gesagt: Im Juni 2020 hat der Sportausschuss des Bundestages unseren Antrag 19/19161 abgelehnt. Wir wollten die Prämie für einen Olympiasieg von 20.000 auf 100.000 Euro anheben. Alle anderen Fraktionen stimmten dagegen.1, 2 Das Plenum folgte am 23. Juni 2021.3
Prämien für Olympiasieger: Leistung muss sich lohnen
Ein Olympiasieg ist das Ergebnis von Jahren voller Training, Verzicht und beruflicher Nachteile. Die Anerkennung dafür war in Deutschland 2020 eine Einmalzahlung von 20.000 Euro. Hier liest Du, was wir als Arbeitskreis Sport damals beantragt haben, wie der Ausschuss entschieden hat und was daraus geworden ist.
Faktenlage
Der Antrag „Angemessene Prämien für Olympiasieger, Paralympicssieger, Medaillengewinner und Platzierte für Tokio 2021“ trägt die Drucksachennummer 19/19161 und das Datum 13. Mai 2020. Er stellt fest: Ein deutscher Olympia- oder Paralympicssieger erhielt für Rio 2016 eine Prämie von 20.000 Euro. Andere EU-Staaten zahlten deutlich mehr: Italien 150.000 Euro einmalig plus 120.000 Euro in vier Jahresraten, Griechenland 190.000 Euro, Lettland 140.000 Euro, Litauen 115.800 Euro plus ein Auto. Polen zahlte 50.000 Euro sofort und ab dem 40. Lebensjahr eine lebenslange, steuerfreie Rente von 60 Prozent des Durchschnittsverdienstes.4
Der Bundestag überwies den Antrag am 14. Mai 2020 an den Sportausschuss. Dieser beriet ihn in seiner 50. Sitzung am 17. Juni 2020 und empfahl die Ablehnung mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, FDP, Linken und Grünen gegen die Stimmen der AfD. Die CDU/CSU begründete das mit dem umfassenden Fördersystem und warnte vor gefährlichen Fehlanreizen.2
Was wir mit dem Antrag gefordert haben
- Die Deutsche Sporthilfe bitten, die Prämien auf das Fünffache zu erhöhen: Gold 100.000 Euro, Silber 75.000 Euro, Bronze 50.000 Euro.
- Prämien auch für die Plätze vier bis acht, gestaffelt von 25.000 bis 7.500 Euro.
- Die dafür nötigen rund sechs Millionen Euro bereitstellen, berechnet auf Basis der Erfolge von Rio 2016.
- Olympia- und Paralympicsprämien steuerfrei stellen.
Grundlage sind die Forderungen in Teil II des Antrags.4
Was König und Mrosek dazu sagten
Jörn König, damals sportpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion und Obmann im Sportausschuss, wird in der Pressemitteilung so zitiert: „Die aktuelle Prämie von 20.000 Euro ist im Vergleich mit anderen europäischen Ländern, die zum Teil weit über 100.000 Euro zahlen, lächerlich gering.“ Andreas Mrosek, damals Mitglied im Sportausschuss, ergänzte laut Pressemitteilung: „Eine Prämie in dieser Höhe wäre ein echter Anreiz und entschädigt auch ein wenig für die vielen Nachteile, die Sportler, die diesen Weg gehen, im Laufe ihrer Karriere auf sich nehmen.“1
Warum das wichtig ist
Prämien ersetzen keine laufende Förderung. Sie sind ein Signal: Was ist dem Land ein Olympiasieg wert? Wer Spitzenleistung will, muss sie anerkennen. Deutschland verlangt von seinen Athleten Weltniveau und zahlt Prämien, die im europäischen Vergleich weit hinten liegen. Das passt nicht zusammen.
Was daraus wurde
Der Bundestag lehnte den Antrag am 23. Juni 2021 in seiner 235. Sitzung endgültig ab, gegen die Stimmen der AfD und mit den Stimmen aller übrigen Fraktionen.3
Wir haben das Thema nicht fallen lassen. Im Dezember 2021 folgte der Antrag für fünffache Prämien ab Peking 2022 und Paris 20245, im Februar 2023 der Antrag für eine lebenslange Versorgung von Medaillengewinnern ab dem 40. Lebensjahr.6
Bei den Spielen in Paris 2024 zahlte die Sporthilfe weiter 20.000 Euro für Gold, 15.000 Euro für Silber und 10.000 Euro für Bronze.7 Wie knapp viele Spitzensportler finanziell aufgestellt sind, haben wir hier zusammengefasst.8
Fazit
Die Ablehnung von 2020 war ein falsches Signal an die Athleten. Die Prämie liegt heute auf demselben Niveau wie damals. Wir bleiben dabei: Leistung muss sich lohnen, auch für Olympiasieger.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte die Prämie für Olympia-Gold nach unserem Antrag sein?
100.000 Euro, also das Fünffache der damaligen 20.000 Euro.4
Wer hat den Antrag abgelehnt?
Im Sportausschuss CDU/CSU, SPD, FDP, Linke und Grüne gegen die Stimmen der AfD.2
Wie hoch ist die Goldprämie heute?
Für Paris 2024 zahlte die Sporthilfe 20.000 Euro für Gold.7
Quellen
- AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: König/Mrosek: Sportausschuss lehnt höhere und angemessene Prämien für Olympiasieger ab, Pressemitteilung vom 18.06.2020. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
- Deutscher Bundestag, Drucksache 19/20765: Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zum Antrag Angemessene Prämien für Tokio 2021, 02.07.2020. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
- Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll der 235. Sitzung der 19. Wahlperiode am 23.06.2021, Abstimmung S. 30446. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
- Deutscher Bundestag, Drucksache 19/19161: Antrag der Fraktion der AfD „Angemessene Prämien für Olympiasieger, Paralympicssieger, Medaillengewinner und Platzierte für Tokio 2021“, 13.05.2020. PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
- sportfrei.de: Antrag Olympiaprämien: fünffache Prämien ab Peking 2022 und Paris 2024, 07.12.2021. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: Antrag Olympia-Rente: lebenslange Versorgung für Medaillengewinner ab 40, 28.02.2023. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- Stiftung Deutsche Sporthilfe über news aktuell: Paris 2024: Sporthilfe schüttet über 1,6 Mio. Euro Olympia-Prämien aus, 12.08.2024. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
- sportfrei.de: Top-Leistung, aber kaum Einkommen – warum deutsche Spitzensportler oft am Limit leben, 13.05.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩


