Seniorensport: Für ein Alter in Bewegung statt auf der Couch!

Seniorensport ist keine Nebensache: Bewegung schützt Gesundheit, Selbstständigkeit und Teilhabe im Alter

Deutschland wird älter. Das ist keine Theorie, sondern Realität. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wollen wir eine Gesellschaft, in der immer mehr Menschen im Alter krank, abhängig und vereinsamt sind? Oder wollen wir eine Gesellschaft, in der ältere Menschen möglichst lange gesund, beweglich, selbstständig und sozial eingebunden bleiben?

Für uns als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion ist die Antwort eindeutig: Seniorensport muss in Deutschland endlich den politischen Stellenwert erhalten, den er verdient.

In der 23. Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt des Deutschen Bundestages stand am 6. Mai 2026 genau dieses Thema auf der Tagesordnung: „Seniorensport: Bedeutung von Bewegung für Gesundheit und Teilhabe in einer alternden Gesellschaft“. Als Sachverständige waren unter anderem Vertreter des Deutschen Turner-Bunds, des Landessportbund Berlin, Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln sowie Sonja Nowossadeck vom Deutschen Zentrum für Altersfragen geladen. Die Sitzung war öffentlich und wurde im Parlamentsfernsehen sowie online übertragen.

Dass dieses Thema überhaupt auf der Tagesordnung stand, ist wichtig. Noch wichtiger ist aber, dass daraus endlich politisches Handeln folgt. Denn über Prävention wird in Deutschland viel geredet. Gehandelt wird meistens erst dann, wenn Krankheiten längst entstanden sind. Dieses Prinzip ist teuer, kurzsichtig und für viele Betroffene bitter. Ein Gesundheitssystem, das vor allem Krankheit verwaltet, aber Gesundheit zu wenig fördert, ist kein Zukunftsmodell. Es ist ein Reparaturbetrieb mit Wartezimmer.

Wir brauchen den Wandel vom Krankheitssystem zum Gesundheitssystem

Thomas Korell (MdB, Stellv. des AK Sport und Ehrenamt)

Im Austausch mit Prof. Dr. Ingo Froböse wurde deutlich, worum es im Kern geht: Bewegung, bewusste Ernährung, Prävention und Rehabilitation sind entscheidende Faktoren für Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe bis ins hohe Alter.

Unser Kollege Thomas Korell, MdB, griff genau diesen Punkt auf. Auf seine Frage, warum Prof. Dr. Froböse ein Recht auf Gesundheit im Grundrecht fordert und dazu eine Petition gestartet hat, erklärte Froböse, dass das deutsche Gesundheitssystem bislang viel zu wenig auf Prävention ausgerichtet ist. Es greift meist erst ein, wenn Krankheiten bereits entstanden sind.

Genau hier liegt das Problem. Wir geben enorme Summen für die Behandlung von Krankheiten aus, investieren aber zu wenig in Bewegung, Sport, Prävention und gesunde Lebensführung. Das ist politisch falsch und gesellschaftlich fahrlässig. Wer Gesundheit im Alter erhalten will, darf nicht erst handeln, wenn Pflegebedürftigkeit, chronische Erkrankungen oder Mobilitätsverlust bereits eingetreten sind.

Seniorensport ist deshalb keine Freizeitfrage. Seniorensport ist Gesundheitsvorsorge, Sozialpolitik und Standortpolitik zugleich.

Bewegung erhält Selbstständigkeit

Regelmäßige Bewegung stärkt Herz und Kreislauf, Muskulatur, Gleichgewicht, Beweglichkeit und Koordination. Genau diese Fähigkeiten entscheiden im Alter darüber, ob Menschen selbstständig bleiben, Treppen steigen, einkaufen, Freunde treffen, am Vereinsleben teilnehmen oder irgendwann auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Im sportpolitischen Konzept der AfD-Bundestagsfraktion wird Seniorensport deshalb klar eingeordnet: Aktives Sporttreiben bis ins hohe Alter ist eine wesentliche Voraussetzung, um Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensfreude zu erhalten. Für ältere Menschen steht dabei nicht sportliche Höchstleistung im Vordergrund, sondern Gesundheit, Bewegung, Kontaktpflege und gesellschaftliche Teilhabe.

Das ist der Punkt: Es geht nicht darum, aus jedem Rentner einen Leistungssportler zu machen. Es geht darum, Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten. Wer im Alter regelmäßig wandert, schwimmt, Fahrrad fährt, Gymnastik macht oder im Verein trainiert, investiert in seine eigene Unabhängigkeit.

Und Unabhängigkeit im Alter ist mehr wert als jede wohlklingende Sonntagsrede aus einem Ministerium.

Seniorensport schützt vor Einsamkeit

Bewegung ist nicht nur körperlich wichtig. Sie ist auch sozial wichtig. Wer im Verein trainiert, nimmt am Leben teil. Er trifft Menschen, hat Termine, Aufgaben, Gespräche und Gemeinschaft. Gerade im Alter ist das entscheidend.

Einsamkeit ist längst ein ernstes gesellschaftliches Problem. Viele ältere Menschen leben allein, verlieren Partner, Freunde oder gewohnte Alltagsstrukturen. Sportvereine können hier etwas leisten, was kein staatliches Programm am Schreibtisch ersetzen kann: echte Begegnung.

Sport bringt Menschen zusammen. Ohne ideologische Belehrung, ohne bürokratische Beleuchtung, ohne moralisches Begleitprogramm. Man bewegt sich gemeinsam, spricht miteinander, hilft sich, lacht, bleibt dran. So entsteht Teilhabe. Nicht als Schlagwort, sondern im echten Leben.

Auch die sportpolitischen Leitlinien der AfD-Bundestagsfraktion betonen, dass Sport Gemeinschaft über Generationen hinweg schafft, Menschen unabhängig von Alter und sozialer Herkunft zusammenbringt und geistige wie körperliche Gesundheit stärkt.

Sportvereine sind der Schlüssel

Seniorensport findet nicht im luftleeren Raum statt. Er braucht Orte, Menschen und Strukturen. Genau hier kommen die Sportvereine ins Spiel.

Sportvereine bieten wohnortnahe Bewegungsangebote, qualifizierte Übungsleiter, vertraute Gruppen und soziale Bindung. Sie sind damit einer der wichtigsten Träger von Seniorensport in Deutschland. Im Sportkonzept der AfD-Bundestagsfraktion wird ausdrücklich festgehalten, dass Sportvereine für jede Altersgruppe passende Angebote bereithalten können, vom Kindersport bis zum Seniorensport.

Doch Vereine können diese Aufgabe nur erfüllen, wenn sie nicht ständig durch Bürokratie, steigende Kosten, marode Sportstätten und fehlende Unterstützung ausgebremst werden. Wer Seniorensport stärken will, muss Sportvereine stärken. Alles andere ist politische Kulisse.

Wir brauchen deshalb:

  1. wohnortnahe Sportangebote für ältere Menschen, besonders in ländlichen Räumen und Stadtteilen mit älterer Bevölkerung;
  2. bezahlbare Mitgliedsbeiträge und Ermäßigungen, damit Seniorensport nicht am Geldbeutel scheitert;
  3. erhaltene und sanierte Sportstätten, insbesondere Sporthallen, Schwimmbäder und Bewegungsräume;
  4. weniger Bürokratie für Vereine, damit Ehrenamtliche nicht mehr Zeit mit Formularen als mit Menschen verbringen;
  5. mehr Anerkennung für Übungsleiter und Trainer, die im Seniorensport Verantwortung übernehmen;
  6. bessere Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Kommunen, Krankenkassen und Reha-Angeboten.

Das ist keine Luxusliste. Das ist Grundausstattung für eine alternde Gesellschaft.

Schwimmbäder, Hallen und Bewegungsräume erhalten

Seniorensport braucht Infrastruktur. Ohne Hallen kein Turnen. Ohne Schwimmbäder kein Schwimmen. Ohne sichere Wege kein Gehen, Wandern oder Radfahren. Ohne Bewegungsräume keine wohnortnahen Angebote.

Gerade Schwimmbäder sind für ältere Menschen besonders wichtig. Schwimmen und Wassergymnastik sind gelenkschonend, kräftigend und für viele Menschen auch dann möglich, wenn andere Sportarten wegen Schmerzen oder Einschränkungen schwerfallen. Trotzdem erleben wir seit Jahren, dass Bäder geschlossen, Öffnungszeiten gekürzt und Eintrittspreise erhöht werden.

Das ist der völlig falsche Weg. Wer bei Sportstätten spart, zahlt später an anderer Stelle drauf: im Gesundheitswesen, in der Pflege, bei Reha-Maßnahmen und durch den Verlust gesellschaftlicher Teilhabe.

Die AfD-Bundestagsfraktion weist seit langem auf den schlechten Zustand vieler Sportstätten hin. In den sportpolitischen Leitlinien wird ausdrücklich kritisiert, dass sanierungsbedürftige Sportstätten, Kürzungen bei der Sportförderung, geschlossene Sporthallen und Schwimmbäder sowie minimierter Sportunterricht Ausdruck mangelnder Wertschätzung des Sports sind.

Das gilt für Kinder, für Erwachsene und für Senioren gleichermaßen. Ohne Sportstätten kein Sport. Eigentlich keine Raketenwissenschaft, aber offenbar in manchen Haushaltsberatungen schon eine intellektuelle Zumutung.

Prävention muss Vorrang bekommen

Deutschland braucht einen Kurswechsel. Prävention darf nicht länger das fünfte Rad am Wagen der Gesundheitspolitik sein. Bewegung im Alter muss systematisch gefördert werden, bevor Krankheiten entstehen oder sich verschlimmern.

Wer Seniorensport stärkt, erreicht mehrere Ziele gleichzeitig:

Er hält Menschen länger gesund.
Er erhält Selbstständigkeit.
Er reduziert Sturzrisiken.
Er schützt vor Vereinsamung.
Er entlastet Angehörige.
Er kann Pflegebedürftigkeit hinauszögern.
Er stärkt Vereine und Ehrenamt.
Er senkt langfristig Belastungen für Gesundheits- und Sozialsysteme.

Das ist der Unterschied zwischen echter Vorsorge und politischer Symptombehandlung.

Unsere Position: Seniorensport gehört ins Zentrum einer vernünftigen Sportpolitik

Für uns als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt ist klar: Sportpolitik darf nicht nur auf Spitzensport und Medaillen schauen, so wichtig diese auch sind. Eine starke Sportnation braucht einen starken Breitensport. Und zu einem starken Breitensport gehört Seniorensport.

Seniorensport ist Ausdruck von Würde, Eigenverantwortung und Gemeinschaft. Er zeigt, dass ältere Menschen nicht auf ihre Rolle als Patienten, Pflegefälle oder Verwaltungsvorgänge reduziert werden dürfen. Sie sind Bürger unseres Landes, Mitglieder unserer Vereine, Träger von Erfahrung, Familienmenschen, Nachbarn und oft selbst Ehrenamtliche.

Deshalb muss Politik ihnen die Bedingungen schaffen, um aktiv zu bleiben.

Wir fordern eine Sportpolitik, die den Menschen über den gesamten Lebensweg im Blick hat: vom Kindersport über Schulsport und Vereinssport bis hin zum Seniorensport. Bewegung darf nicht nach dem Erwerbsleben enden. Im Gegenteil: Gerade im Alter entscheidet Bewegung oft darüber, ob Menschen weiter selbstbestimmt leben können.

Fazit: Wer Seniorensport stärkt, stärkt Deutschland

Die Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt hat gezeigt: Das Thema Seniorensport ist dringlich. Die alternde Gesellschaft wartet nicht auf den nächsten runden Tisch. Sie ist längst da.

Wenn wir jetzt nicht handeln, werden die Folgen in den kommenden Jahren deutlich spürbarer: mehr chronische Erkrankungen, mehr Pflegebedarf, mehr Einsamkeit, mehr Kosten und weniger Lebensqualität. Das kann niemand ernsthaft wollen, der politisch noch einen Rest Realitätssinn besitzt.

Seniorensport ist keine Randnotiz. Er ist ein zentraler Baustein für Gesundheit, Selbstständigkeit und Teilhabe im Alter. Deshalb setzen wir uns als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD-Bundestagsfraktion dafür ein, Bewegung und Sport im Alter deutlich stärker zu fördern, Sportvereine zu entlasten, Sportstätten zu erhalten und Prävention endlich ernst zu nehmen.

Deutschland braucht keinen weiteren wohlklingenden Präventionsprospekt. Deutschland braucht Bewegung. Und zwar jetzt.

Quellen

Teile es mit

Weitere Posts