Kurzbeschreibung
Bewegungsmangel ist zu einem der größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken unserer Zeit geworden – quer durch alle Altersgruppen, vom Kita‑Kind bis zum Rentner.1, 2, 3
Der Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD‑Bundestagsfraktion fordert deshalb: Schluss mit kosmetischen Kampagnen, Deutschland braucht eine echte Bewegungsoffensive – in Schulen, Betrieben, Kommunen und Vereinen, damit Sport endlich als das genutzt wird, was er ist: die effektivste und billigste Gesundheitsvorsorge, die wir haben.4, 5
Einleitung: Bewegungsmangel als Volkskrankheit
Der 15. Sportbericht der Bundesregierung und mehrere Bundestagsdebatten halten fest: Bewegungsmangel ist mittlerweile ein zentraler Risikofaktor für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht, psychische Störungen und vorzeitige Sterblichkeit – und das in einem Land mit vergleichsweise guter Sportinfrastruktur.1, 4, 6
Gleichzeitig explodieren die Ausgaben im Gesundheitswesen, während das naheliegendste Gegenmittel – regelmäßige Bewegung und Sport – politisch zwar beschworen, aber praktisch zu wenig genutzt wird. Statt Sport als Querschnittsaufgabe aller Ressorts zu begreifen, dominiert Stückwerk: Projekte hier, Kampagnen dort – ohne verbindlichen Rahmen und ohne konsequente Umsetzung.4, 6, 7
Faktenlage: Wie wenig sich Deutschland wirklich bewegt
Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages fasst den Stand der Forschung klar zusammen: Ein großer Teil der Bevölkerung – insbesondere Kinder, Jugendliche und Erwerbstätige – erreicht die nationalen und internationalen Bewegungsempfehlungen deutlich nicht.2, 3
Die WHO-Empfehlungen sprechen von mindestens 60 Minuten moderater bis intensiver Bewegung pro Tag für Kinder und Jugendliche sowie von 150 bis 300 Minuten pro Woche für Erwachsene. Studien zeigen jedoch, dass rund 80 Prozent der Kinder und ein erheblicher Anteil der Erwachsenen diese Werte verfehlen.3, 8
Ein Bericht an den Sportausschuss verweist zudem auf globale Daten: 1,8 Milliarden Erwachsene weltweit erfüllen die Empfehlungen nicht, mit steigender Tendenz – auch in Deutschland. Bewegungsmangel erhöht deutlich das Risiko für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen, Diabetes, bestimmte Krebsarten, Demenz und psychische Störungen.2, 9

Kinder und Jugendliche: Fehlstart in ein bewegungsarmes Leben
Der vierte Deutsche Kinder‑ und Jugendsportbericht und mehrere Sachstände des Bundestages zeigen: Kinder in Deutschland bewegen sich zu wenig – und das schon lange vor Corona. Schätzungen zufolge erreichen nur etwa 20 Prozent der älteren Kinder und Jugendlichen die WHO‑Empfehlung von täglich 60 Minuten Bewegung.2, 3
Die Motorik‑Modul‑Studie (MoMo) dokumentiert Verschlechterungen bei Ausdauer und Koordination sowie einen deutlichen Anstieg von Übergewicht und Adipositas. Die Sportbericht‑Debatte im Bundestag verweist auf Daten, wonach 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Corona‑Zeit dicker geworden sind – eine Entwicklung, die ohne Gegensteuern nicht von allein verschwindet.1, 6, 8
Expertenanhörungen im Sportausschuss und im Gesundheitsausschuss betonen: Bewegung reduziert depressive Symptome, stärkt Resilienz und verbessert schulische Leistungen. Sport ist damit nicht nur „nice to have“, sondern zentraler Schutzfaktor für körperliche und psychische Gesundheit junger Menschen.6, 10
Erwachsene: Sitzende Arbeit, digitale Freizeit, wachsende Risiken
Die moderne Arbeitswelt verschärft das Problem. Homeoffice, Bildschirmarbeit und digitale Dienstleistungen führen dazu, dass viele Erwachsene stundenlang sitzen – im Büro, im Auto, vor dem Rechner. Fachberichte und Gesundheitsanalysen sprechen von durchschnittlich rund neun bis zehn Stunden Sitzen pro Werktag in Deutschland.11, 12
Die Weltgesundheitsorganisation stuft körperliche Inaktivität inzwischen als viertgrößte vermeidbare Todesursache ein. Nationale Auswertungen zeigen, dass etwa sieben Prozent aller Todesfälle in Deutschland auf Bewegungsmangel zurückgeführt werden und dass die Lebenserwartung bei „Vielsitzern“ messbar sinkt.3, 11, 12
Berichte zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie Stellungnahmen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin machen deutlich: Langes Sitzen, fehlende Bewegungspausen und entgrenzte Arbeitszeiten beeinträchtigen nicht nur Rücken und Stoffwechsel, sondern auch psychische Gesundheit, Schlaf und Leistungsfähigkeit.5, 9, 13
Ältere Menschen: Bewegung als Schutz vor Pflegebedürftigkeit
In einer alternden Gesellschaft entscheidet Bewegung mit darüber, wie lange Menschen selbstständig leben können. Der 15. Sportbericht betont die Rolle von Sport für Mobilität, Sturzprävention, Herz‑Kreislauf‑Gesundheit und geistige Fitness im Alter.1, 4
Studien und Praxisberichte zeigen: Regelmäßige körperliche Aktivität senkt das Risiko für Demenz, Osteoporose, Typ‑2‑Diabetes und Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen und verzögert Pflegebedürftigkeit. Jeder zusätzliche bewegte Lebensjahrgang entlastet langfristig das Gesundheitssystem und die Sozialkassen.2, 9
Besorgniserregend: Warum langes Sitzen so gefährlich ist
Die Forschung ist eindeutig: Langes, ununterbrochenes Sitzen schädigt unabhängig vom restlichen Aktivitätsniveau die Gesundheit. Wer täglich acht Stunden und mehr sitzt, erhöht sein Risiko für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen, Diabetes, bestimmte Krebsarten und vorzeitigen Tod deutlich – selbst wenn er abends noch joggen geht.11, 12, 14
Fachberichte sprechen davon, dass Menschen mit sehr hoher Sitzzeit ihre Risiken nur durch 60 bis 75 Minuten mindestens moderat‑intensiver Bewegung pro Tag ausgleichen können. Gleichzeitig zeigt der DKV‑Report, dass gerade die 30‑ bis 45‑Jährigen – die Generation am Schreibtisch – zu den größten „Vielsitzern“ gehören.11, 12
Die Konsequenz ist klar: Es reicht nicht, „irgendwann am Tag“ ein bisschen Sport zu treiben. Bewegte Pausen, Steharbeit, kurze Wege, Treppensteigen und körperliche Aktivität im Alltag müssen wieder selbstverständlich werden – zu Hause, im Betrieb und in der Verwaltung.5, 12, 14

Anträge und Debatten im Bundestag: Viele Erkenntnisse, wenig Konsequenz
Mehrere Anträge und Berichte im Bundestag haben die Lage klar beschrieben. Die Unionsfraktion verlangte in ihrem Antrag „Bewegungsgipfel jetzt ausrichten – Deutschland durch Sport gesünder machen“ ein umfassendes Lagebild, eine nationale Strategie und mehr Sport in Kita, Schule und Alltag.4, 6
Ältere Initiativen forderten bereits eine tägliche Sportstunde an Schulen, bessere Bewegungsmöglichkeiten in Ganztagsschulen und einen kostengünstigen Zugang zu wohnortnahen Sport‑ und Bewegungsangeboten für finanziell schwache Bevölkerungsgruppen.7, 15
Der 15. Sportbericht selbst betont „Sport für alle“ als Grundforderung für gesellschaftliche und individuelle Lebensqualität. Trotzdem sind die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zersplittert, häufig projektförmig und zu wenig verbindlich – mit begrenzter Wirkung auf das tatsächliche Bewegungsverhalten der Bevölkerung.1, 4, 6
Unsere politische Einordnung
Der Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD‑Bundestagsfraktion sieht Sport nicht als nettes Freizeitvergnügen, sondern als zentralen Baustein einer vorausschauenden Gesundheits‑, Sozial‑ und Arbeitsmarktpolitik. Jeder Euro, der in Sport und Bewegung investiert wird, spart ein Vielfaches an Gesundheits‑, Reha‑ und Pflegekosten.1, 2, 9
Statt Verhalten zu beklagen und neue Verbote zu erfinden, müssen die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass Bewegung wieder normal wird: in Kitas und Schulen, in Betrieben, Kommunen und im öffentlichen Raum. Das heißt: mehr Sportflächen, weniger Bürokratie für Vereine, verbindliche Bewegungszeiten im Bildungssystem und eine Arbeitswelt, die Menschen nicht über Jahre an den Stuhl fesselt.5, 6, 13
Forderungen
Um Sport als Gesundheitsmotor für alle Altersgruppen wirksam zu nutzen, fordern wir:
- Verbindliche Bewegungsziele in Schule und Kita: Mindestens drei Sportstunden pro Woche plus tägliche Bewegungseinheiten in allen Jahrgangsstufen, beginnend im Kindergartenalter.4, 7, 8
- Bewegte Arbeitswelt statt Dauersitzen: Verankerung von Bewegungspausen, ergonomischen Arbeitsplätzen, betrieblichen Sportangeboten und klaren Leitlinien gegen exzessives Sitzen in der Arbeitswelt.5, 11, 12
- Offensive für Sport im Alter: Ausbau wohnortnaher Bewegungsangebote für Ältere (Seniorensport, Rehasport, niedrigschwellige Kurse), um Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten.1, 2
- Stärkung von Vereinen und Ehrenamt: Steuerliche Entlastungen, weniger Bürokratie und langfristige Förderprogramme für Sportvereine, die den Löwenanteil der Gesundheits- und Präventionsarbeit vor Ort leisten.4, 6
- Integration von Sport in Gesundheits- und Sozialpolitik: Sport muss systematisch in Präventionsprogramme, Krankenkassenanreize und kommunale Gesundheitsstrategien integriert werden, statt als Nebenbaustelle behandelt zu werden.3, 9, 15
Fazit
Sport ist kein Luxus, sondern Überlebensfrage für ein Land mit alternder Bevölkerung, steigenden Gesundheitskosten und wachsender Zahl chronischer Erkrankungen. Bewegungsmangel schadet nicht nur jedem Einzelnen, sondern auch der Leistungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit unseres Landes.1, 2, 6, 9
Wir als Arbeitskreis Sport und Ehrenamt der AfD‑Bundestagsfraktion sagen: Deutschland braucht eine konsequente Sport‑ und Bewegungspolitik für alle Altersgruppen – mit klaren Zielen, messbaren Standards und politischem Willen. Sport statt Pillen muss Leitlinie werden, nicht Ausnahme.4, 5, 11
Quellen
- Deutscher Bundestag: Drucksache 20/5900 – 15. Sportbericht der Bundesregierung
- Deutscher Bundestag, Wissenschaftlicher Dienst: Gesundheitliche Probleme durch Bewegungsmangel bei Kindern (WD 8‑082/25)
- BZgA/BMG: Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung
- Deutscher Bundestag: Debatte „Bewegungsgipfel jetzt ausrichten – Deutschland durch Sport gesünder machen“ (Antrag 20/2560)
- BAuA: Schriftliche Stellungnahme zu Arbeitsformen, Homeoffice und Gesundheit (Sitzung 2021)
- Deutscher Bundestag: Kontroverse Debatte über den 15. Sportbericht der Bundesregierung
- Deutscher Bundestag: Drucksache 16/5258 – Antrag zur Förderung von Sport, Bewegung und Prävention
- WHO‑bezogene Auswertung: „Kinder und Jugendliche müssen sich endlich mehr bewegen!“
- Deutscher Bundestag: Anlagen zur 63. Sitzung des Sportausschusses – Globale und nationale Daten zu Bewegungsmangel
- Deutscher Bundestag: Anhörung „Sport und Musik als psychische Stabilisatoren für junge Menschen“
- Bundesagentur für Arbeit: „Gesundheitskiller: Viel Sitzen ist wie Rauchen“
- Broschüre „Gesundheitsrisiko Sitzen?!“ – Auswertung von Studien zu Sitzverhalten und Gesundheit
- Deutscher Bundestag: Drucksache 20/4975 – Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2021“
- AOK: Bewegungsmangel und seine gesundheitlichen Folgen
- DOSB / Bundestagsausschuss: Experten wollen Kindern und Jugendlichen zu mehr Bewegung verhelfen


