KW 35/2018 · AK-Aktuell · Donnerstag, 30.08.2018
Kurz gesagt: Am 30. August 2018 stellten die AfD-Fraktionen in Bund und Ländern in Berlin ihre „Sportpolitischen Thesen“ vor. Kern war die Verdoppelung des Etats für die Spitzensportförderung bis 2020, dazu vier Wochenstunden Schulsport und eine deutsche Olympiabewerbung.1 Die Förderung stieg danach, verdoppelt wurde sie nicht.2, 3
Spitzensportförderung verdoppeln: Die Sportpolitischen Thesen von 2018
Deutschland nennt sich Sportnation, gibt für den Spitzensport aber wenig aus. Das war 2018 der Ausgangspunkt der Sportpolitischen Thesen. Hier liest Du, was damals gefordert wurde und was daraus wurde.
Faktenlage
Der damalige sportpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Jörn König, kritisierte laut Pressemitteilung: „Im Jahr 2017 hat das zuständige Bundesministerium des Inneren den Spitzensport mit gerade einmal knapp 170 Millionen Euro gefördert.“ Und weiter: „Der Anteil des Sportetats am Gesamthaushalt beträgt gerade mal 0,05 Prozent.“1 Dieselben Zahlen nannte er zwei Wochen später in der Haushaltsdebatte im Bundestag.4
Was die Thesen forderten
- die Verdoppelung des Etats für die Spitzensportförderung bis zum Haushaltsjahr 2020,
- bessere soziale Absicherung für Kaderathleten, Trainer und Betreuer,
- zusätzliche Mittel auf allen Ebenen, um den Investitionsstau bei Sportstätten abzubauen,
- vier Wochenstunden Schulsport in allen Ländern,
- eine möglichst baldige deutsche Bewerbung um Olympische Spiele.1
Warum das wichtig ist
Spitzensport, Breitensport und Schulsport hängen zusammen. König sagte dazu laut Pressemitteilung über die Sportinfrastruktur: „Von dort kommt der Nachwuchs für den Spitzensport“.1 Wer an Hallen und Sportstunden spart, verliert morgen die Medaillen. Daran hat sich nichts geändert.
Was daraus wurde
Verdoppelt wurde die Spitzensportförderung nicht. Nach Angaben aus der Haushaltsdebatte im September 2019 stieg sie 2019 um 50 Millionen auf 235 Millionen Euro, für das Olympiajahr 2020 waren nur 10 Millionen Euro mehr vorgesehen.2 Die Fraktion bezifferte die Summe für 2020 auf 245 Millionen Euro und hielt an 340 Millionen fest.3
Die übrigen Forderungen sind aktuell geblieben. Vier Stunden Sport pro Woche in der Schule fordern wir weiter.5 Und Deutschland bewirbt sich inzwischen mit München um Olympische und Paralympische Spiele.6
Fazit
Die Thesen von 2018 haben den Kurs vorgegeben: mehr Geld für die Spitze, mehr Sport in der Schule, Olympia nach Deutschland. Einiges ist in Bewegung gekommen, das Ziel ist nicht erreicht. Wir bleiben dabei: Sport ist keine Nebensache.
Häufige Fragen
Was sind die Sportpolitischen Thesen?
Das sportpolitische Programm, das die AfD-Fraktionen in Bund und Ländern am 30. August 2018 in Berlin vorgestellt haben.1
Wie viel Geld gab der Bund 2017 für den Spitzensport aus?
Laut Pressemitteilung knapp 170 Millionen Euro über das Bundesinnenministerium.1
Wurde die Förderung verdoppelt?
Nein. 2019 lag sie bei 235 Millionen Euro, für 2020 waren 10 Millionen mehr geplant.2
Quellen
- AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: AfD fordert Verdoppelung der Spitzensport-Förderung, Pressemitteilung, 30.08.2018. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
- Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 19/112 vom 12.09.2019, S. 13737 (Rede Jörn König zum Haushaltsgesetz 2020). PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩ ↩
- AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: König: Deutsche Spitzensportler erhalten endlich angemessen Geld, Pressemitteilung, 20.05.2019. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩ ↩
- Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 19/49 vom 13.09.2018, S. 5164 (Rede Jörn König zum Haushaltsgesetz 2019). PDF (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: Unterrichtsfach Sport stärken: Vier Stunden Pflicht, Schwimmen sichern, Wettkämpfe zurück in die Schule, 06.08.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩
- sportfrei.de: München wird deutscher Olympia-Bewerber: richtige Wahl, teurer Umweg, 29.09.2026. Link (abgerufen am 08.10.2026) ↩


