Sport bleibt Nebensache: Der Bund spart am falschen Ende!

Jörn König, AfD
Lars Schieske, AfD

Sport bleibt Nebensache: Der Bund spart am falschen Ende!

Deutschland nennt sich Sportnation, doch im Bundeshaushalt sieht die Realität anders aus. Während sich Steuereinnahmen und Ausgaben für andere Politikfelder Jahr für Jahr in neue Höhen schrauben, bleibt der Sportetat auf Sparflamme. Marode Hallen, unterbezahlte Trainer und ein Investitionsstau von Milliarden – das betrifft dich direkt, wenn du Sport treibst, Kinder hast oder dich ehrenamtlich engagierst. Der Sport hält unser Land zusammen, doch die politische Priorität liegt woanders. Zeit, das zu ändern!

Was ist passiert: Chronologie und Faktenlage

Der Bundeshaushalt 2026 umfasst rund 525 Milliarden Euro. Der Sportetat – also die direkten Mittel für den Sport – liegt dagegen trotz Erhöhung bei nur knapp 357 Millionen Euro. Davon gehen rund 346 Millionen Euro in die Spitzensportförderung und weitere zentrale Aufgaben (1, 2). Der Anteil des Sportetats am Gesamthaushalt schwankt seit Jahren zwischen 0,05 und 0,06 Prozent. Währenddessen sind die Steuereinnahmen des Bundes seit 1995 um rund 90 Prozent gestiegen (3), die Spitzensportförderung aber nur um etwa 50 Prozent. Die Investitionen in Sportstätten hinken weit hinterher: Laut DOSB und KfW besteht ein Investitionsstau von über 40 Milliarden Euro, davon etwa 11 Milliarden im Bereich der Vereine (4).

Trotz zwischenzeitlicher Erhöhungen (z.B. seit 2018 im Zuge der Spitzensportreform) wurde der Sportetat nie substanziell ausgebaut. Die AfD-Bundestagsfraktion hat mehrfach eine deutliche Aufstockung des Sportetats beantragt – bislang ohne Erfolg.

Warum das problematisch ist: Folgen für Sport und Gesellschaft

Was bedeutet das für dich und Millionen andere? Leere Kassen bei Vereinen erschweren Nachwuchsarbeit und Ehrenamt. Trainer werden schlecht bezahlt, Spitzensportler müssen nebenbei jobben oder beenden vorzeitig ihre Karriere. Schwimmbäder und Sporthallen schließen oder verfallen, weil Kommunen und Vereine die Sanierung nicht stemmen können. Der Schulsport wird zusammengestrichen – mit fatalen Folgen für Gesundheit und Integration. Und im internationalen Vergleich gerät Deutschland weiter ins Hintertreffen: Weniger Medaillen, weniger Vorbilder, weniger gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Wer ist zuständig: Verantwortung und Entscheidungswege

Für den Bundeshaushalt Sport ist seit 2025 die Staatsministerin bei dem Bundeskanzler und Beauftragte der Bundesregierung für Ehrenamt und Sport zuständig. Die Mittelverteilung erfolgt über den Haushaltsausschuss des Bundestages. Die inhaltliche Umsetzung übernehmen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Sportverbände und die Deutsche Sportjugend (dsj). Die Länder sind für den Schulsport und große Teile der Sportstättenfinanzierung verantwortlich, doch der Bund setzt die finanziellen Leitplanken – und die sind seit Jahren zu eng.

Widersprüche & offene Fragen

Obwohl die Bundesregierung in Koalitionsverträgen und Reden stets die Bedeutung des Sports betont, bleibt der Sportetat ein Randposten. Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist offensichtlich. Fraglich bleibt, warum etwa Kultur und Medien jährlich Milliarden erhalten, während der Sport mit Restbeträgen auskommen muss. Ein weiteres Problem: Die genaue Mittelverwendung und Wirksamkeit der Spitzensportförderung wird seit Jahren auch vom Bundesrechnungshof kritisch hinterfragt, ohne dass grundlegende Reformen erfolgen. Der Investitionsstau bei Sportstätten wächst – doch Bund und Länder schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu.

Was wir fordern: Unsere Maßnahmen für eine echte Sportnation

  • Deutliche Aufstockung: Langfristige Anhebung der Spitzensportförderung auf eine Milliarde Euro.
  • Förderung von Athleten: Erhöhung der Grundförderung für Kadersportler, Ausbau der Dualen Karriere und bessere Absicherung nach der sportlichen Laufbahn.
  • Bessere Trainerbezahlung: Anhebung der Vergütungshöchstgrenzen für Bundestrainer, automatische Anpassung an die Inflation und klare Mindeststandards bei Arbeitsverträgen.
  • Vereine und Ehrenamt stärken: Steuerliche Entlastung der Sportvereine durch höhere Freibeträge und Vereinfachungen im Steuerrecht, bessere Förderung von Übungsleitern und Ehrenamtlichen.
  • Sportstätten sanieren: Bund und Länder müssen gemeinsam einen Sanierungsfonds auflegen, um den Investitionsstau von über 40 Milliarden Euro abzubauen.
  • Mehr und verlässlicher Schulsport: Mindestens vier Stunden Sport pro Woche im Lehrplan, Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen stärken.
  • Bürokratie abbauen: Förderverfahren vereinfachen und Mittel direkt an die Basis bringen.
  • Transparenz und Kontrolle: Jährliche Offenlegung und Evaluierung der Mittelverwendung, Einbindung von Sportler- und Vereinsvertretern in die Entscheidungsprozesse.

Fazit

Der Sportetat ist ein Spiegel politischer Wertschätzung. Wer Gesundheit, Leistungsbereitschaft und Zusammenhalt fördern will, darf den Sport nicht länger am Katzentisch abfertigen. Die bisherigen Haushaltsentscheidungen zeigen: In Deutschland regiert beim Sport der Rotstift – und das ist ein Fehler mit Ansage.

Unsere klare Botschaft: Als Arbeitskreis Sport der AfD-Bundestagsfraktion fordern wir ein Ende der Scheinheiligkeit und eine echte Investitionsoffensive für den Sport. Deutschland braucht einen Sportetat, der den Namen „Sportnation“ verdient. Sonst steht am Ende der Abstieg – gesellschaftlich, gesundheitlich und sportlich.

Quellenangaben

1. Bundeshaushalt 2024, Einzelplan 06 (BMI) – Kapitel 0604, Titelgruppe 42, S. 121–122
https://www.bundeshaushalt.de/static/daten/2024/soll/epl06.pdf

2. Bundestagsdrucksache 20/7800, Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage „Sportförderung und Sportstätten“ (30.03.2023)
https://dserver.bundestag.de/btd/20/078/2007800.pdf

3. Bundesministerium der Finanzen: Steuereinnahmen des Bundes seit 1991 (2024)
https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerschaetzungen_und_Steuereinnahmen/entwicklung-der-steuereinnahmen.html

4. DOSB und KfW: Sportentwicklungsbericht und Studie „Investitionsbedarf Sportstätten“ (2023)
https://www.dosb.de/themen/mensch-und-sportverein/ehrenamt-und-engagement/sportentwicklungsbericht

5. Bundesrechnungshof: Bericht zur Sportförderung des Bundes (2023)
https://www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2024/olympiastuetzpunkte-volltext.pdf?__blob=publicationFile&v=3

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